Ordnung

Donnerstag = OrdnungsTag

25/06/2015

Wie bringst du deine Kunden dazu, 
sich von ihren überflüssigen Dingen zu trennen, 
an denen emotionale Erinnerungen hängen?

 

Ganz wichtig: ich überrede meine Kunden zu gar nichts. Ich würde sie also niemals dazu bringen, etwas los zu lassen, wozu sie noch gar nicht bereit sind. Grundsätzlich gebe ich bei meinen Einsätzen in erster Linie Impulse und Anregungen. Oft reicht es schon, wenn ich ein Teil hoch halten und frage, was damit ist – in der Regel kommt dann eine klare Antwort wie „Das brauche ich noch hier oder dafür“ oder meine Kunden fangen an zu lachen und sagen „Ja – das kann wohl weg. Jetzt, wo Du mich so fragend anguckst …“.

Da wird dann eine Espresso-Tassen-Sammlung auf 6 passende Teile reduziert, was völlig ausreichend ist, wenn eh nur die Gäste Espresso trinken. Aber gut, das war eine weniger emotionale Sache.

Emotionaler wurde es bei einer Kundin, die an mehreren Stellen die gebastelten Sachen ihrer Kinder aufbewahrt hat. Noch ohne erkennbares System. Da habe ich ein bisschen erzählt, wie ich damit umgehe: dass es eben schöner ist, ausgewählte Kunststücke in einem Ordner (mit Klarsichtfolien) zu sammeln, so dass man sich die Sachen auch hin & wieder angucken und sich daran erfreuen kann. Wenn all diese Sachen – ungeordnet – in einer großen Kisten aufbewahrt werden, laden sie nicht dazu ein, sie mit Freude durchzublättern.

Diese Kundin hatte auch eine Sammlung von Film- und Konzertplakaten in der Ecke stehen. Als ich diese Tüte hervorholte, waren wir direkt auf der emotionalen Ebene. Ich konnte zwar nicht verstehen, wieso man so etwas überhaupt aufbewahrt (denn aufhängen wird man so etwas nie mehr wieder!), doch nachdem wir die Dinger abgestaubt hatten, wurden sie wieder zurück gestellt. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem sie davon Abschied nehmen und dabei hoffentlich an mich denken wird.

Ich möchte also niemals ein ungutes Gefühl hinterlassen, denn wenn meine Kunden glauben ich hätte sie zu irgend etwas überredet, dann wäre ich nicht glücklich. Besser ist es, wenn es in den Wochen nach meinem Einsatz noch in ihren Köpfen brodelt und die Hände nicht still bleiben können, wenn sie im Ausmist-Fieber sind. Dann habe ich einiges richtig gemacht!

Ordentliche Grüße

Denise

  • Trudi Patch 25/06/2015 at 5:36

    Liebe Denise,
    was mache ich denn mit einem Mann, der meine Aufräumwut boykottiert? Da habe ich mich mit viel Mühe von all dem Pröttel getrennt, der am Kühlschrank festgepinnt war und prompt hat mein Mann einen Teil aus dem Altpapier "gerettet"…. ich konnte mit knapper Not verhindern, das der Kram wieder am Kühlschrank landet. Gut, jetzt haben wir für die Sachen einen Ordner mit Klarsichthüllen, aber der steht mir jetzt im Büro im Weg….
    Ist schon blöd, wenn der eine sich trennen möchte und der andere nicht kann…..
    Liebe Grüße
    Trudi

  • Roxanne R 25/06/2015 at 7:24

    Du hast wirklich Recht!
    Man kann sich erst von Dingen trennen, wenn man soweit ist…
    Ich hebe auch manchmal Dinge (besonders welche mit denen man noch basteln könnte) auf… aber dann packt mich irgendwann die Aufräum und Ausmistwut und dann wird gnadenlos wegsortiert und die Hälfte wird entsorgt, weil steht schon ein halbes Jahr im Schrank und wurde nicht verbastelt, dann passiert das in nächster Zeit wohl auch nicht etc… *lach*
    Und danach fühlt man sich herrlich befreit!
    Mein Mann bekommt an solchen Tagen schon fast Schnappatmung, besonders wenn ich frage, ob er sein Büro nicht auch mal angehen möchte….^^

    Alles zu seiner Zeit!
    Oftmals denkt man ja noch: Kann ich noch gut gebrauchen und nach ner Weile stellt man fest, dass es nicht so ist.

  • Frl. Wunderbar 25/06/2015 at 9:03

    hallo liebe denise,

    dass kopf und herz sich einig sind, ist sehr wichtig aber auch genauso schwierig. wenn ich ausmiste, handhabe ich das ähnlich wie du. als beispiel kann ich da eine jacke nennen, die mir schon eine ganze weile lang nicht mehr passte. mein kopf "wusste" natürlich, dass die jacke weg musste. allerdings war mein herz noch nicht bereit dazu. deshalb habe ich sie zur seite gelegt mit dem gedanken "wenn ich dazu bereit bin, dann kommst du weg. aber du kommst auf jeden fall weg!". kurze zeit war ich dann wirklich bereit und habe sie verkauft. bis heute bereue ich es nicht!

    liebe grüße

    steffi

  • PetraHB 25/06/2015 at 17:10

    Liebe Denise,
    die Schublade mit gemalten/gebastelten Sachen unseres Sohnes (8) muß dringend aufgeräumt werden…das liegt mir ein bisschen schwer im Magen… Die schönsten Bilder werden behalten – die Idee mit dem Ordner und der Klarsichtfolie ist prima !

    Liebe Grüße von Petra

    PS. Mein Mann wischt mittlerweile nach dem Duschen auch die Armaturen trocken 🙂 *

  • PetraHB 25/06/2015 at 17:10

    Liebe Denise,
    die Schublade mit gemalten/gebastelten Sachen unseres Sohnes (8) muß dringend aufgeräumt werden…das liegt mir ein bisschen schwer im Magen… Die schönsten Bilder werden behalten – die Idee mit dem Ordner und der Klarsichtfolie ist prima !

    Liebe Grüße von Petra

    PS. Mein Mann wischt mittlerweile nach dem Duschen auch die Armaturen trocken 🙂 *

  • PetraHB 25/06/2015 at 17:10

    Liebe Denise,
    die Schublade mit gemalten/gebastelten Sachen unseres Sohnes (8) muß dringend aufgeräumt werden…das liegt mir ein bisschen schwer im Magen… Die schönsten Bilder werden behalten – die Idee mit dem Ordner und der Klarsichtfolie ist prima !

    Liebe Grüße von Petra

    PS. Mein Mann wischt mittlerweile nach dem Duschen auch die Armaturen trocken 🙂 *

  • diekleineschneiderei 28/06/2015 at 14:14

    Liebe Denise!
    Vielen Dank für Deine Donnerstagsreihe. Ich bekomme immer wieder gute Ideen, um unsere Wohnung ordentlicher zu machen. Auch wenn es ein täglicher Kampf gegen das Familienchaos ist ;-).
    Herzliche Grüße, Désirée

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