Ordnung

Wie du mit einem Braindump deinen Kopf aufräumst

29/08/2019

Gastbeitrag von Sunray Dollase von The Organized Cardigan

Wie du mit einem Braindump deinen Kopf aufräumst und damit deinen Stress reduzierst

Heute möchte ich dir eine kleine Methode vorstellen, mit der du zur Abwechslung mal nicht nur dein Zuhause oder deinen Kleiderschrank aufräumen kannst, sondern deinen Kopf. Allerdings sind die Schritte erstaunlicherweise die gleichen. Vielleicht heißt es daher auch „Oberstübchen„.

Als ich mich letztes Jahr selbständig gemacht habe, hat mit dem Näherrücken meiner Kündigung und meines „ersten offiziellen Tages“ meiner Selbständigkeit das Gedankenkarussell da oben in meinem Kopf ganz schön Fahrt aufgenommen!

„Habe ich an alles gedacht? Womit fange ich an? Mein Büro sieht aus wie S*u, kann hier nicht mal jemand aufräumen?!“

So und ähnlich ging es mir durch den Kopf. Und weder die Gewissheit, dass ich mich im Vorfeld um (hoffentlich) alles gekümmert hatte, noch das Aufräumen meines Schreibtischs und Sortieren meiner analogen und digitalen Notizen und Klebezettelchen konnten dieses Mal für Ruhe in meinem Kopf sorgen.

Von wegen: „Clear space, clear mind.“

Und nachdem diese Unordnung in meinem Kopf so langsam aber sicher den Stress bei mir hat aufkommen lassen, habe ich mich wieder an eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Methode erinnert, mit der man ganz schnell seinen Kopf aufräumen kann: einem Braindump.

Bei einem Braindump „schüttest“ du zunächst den Inhalt deines Kopfes aus – natürlich nur sinnbildlich – um dir einen Überblick zu verschaffen. Danach wird der Inhalt zunächst aussortiert, bevor alles Übriggebliebene neu sortiert bzw. organisiert werden kann. Also im Grunde genau wie beim Kleiderschrank oder Wohnung aufräumen.

Und so funktioniert ein Braindump, das Aufräumen für den Kopf, genau:

#1 Überblick verschaffen

Als Erstes verschaffst du dir einen Überblick über das ganze Chaos in deinem Kopf, indem du einfach alles, was dir im Kopf umherschwirrt, aufschreibst. Ob das nun handschriftlich auf ein Blatt Papier oder digital am PC ist, ist dabei ganz deiner Vorliebe überlassen. Hauptsache, es geht dir schnell von der Hand, damit dein Kopf keine Gelegenheit hat, deine Gedanken zu zensieren oder sogar schon zu sortieren. Das machen wir in einem späteren Schritt. Jetzt geht es erstmal darum, den Kopf vollkommen leer zu bekommen, denn in einem leeren Kopf kann sich auch kein Gedankenkarussell mehr drehen. Gut, oder? 😉
Du kannst dir für diesen Schritt so lange Zeit nehmen, wie du brauchst oder dir einen Timer setzen, damit du irgendwann auch zum Ende kommst. Je nachdem, was besser für dich funktioniert.
Was du aber auf jeden Fall tun solltest, wenn du fertig mit deinem Braindump bist: mach eine Pause. Leg deine Liste zur Seite und mach erst mal etwas anderes. Mit etwas Abstand wirst du nämlich nachher viel klarer sehen und deine aufgeschriebenen Gedanken leichter sortieren können.

#2 Aussortieren

Genau wie beim Kleiderschrank oder Wohnung aufräumen, entsorgen wir nun im zweiten Schritt alles, was gar nicht mehr zu uns passt oder uns gehört. Streich also nun alles von deiner Liste, was du vielleicht doppelt aufgeschrieben hast, was (dir) nicht mehr wirklich wichtig ist, was sich vielleicht schon längst erledigt hat und einfach nur noch als Gedanke in deinem Kopf existiert hat oder du getrost an wen anders abgeben kannst. Gibt es Punkte, die zwar momentan nicht wichtig sind, aber an die du vielleicht irgendwann mal wieder erinnert werden willst? Dann streiche diese Punkte nicht, sondern verschiebe sie im nächsten Schritt in eine „vielleicht mal irgendwann“ Kategorie. Ist die Leichtigkeit, die mit dem Aussortieren kommt, nicht grandios?!

#3 Neu sortieren bzw. organisieren

Im letzten Schritt sortieren wir nun alles, was noch auf der Liste steht, neu, um endgültig Ordnung in das zwar schon reduzierte, aber noch bestehende Chaos zu bringen. Ich finde die Sortierung in Termine und Kategorien sinnvoll und sortiere innerhalb der Kategorien nochmal nach Prioritäten.
Wenn du deine Liste handschriftlich erstellt hast, kannst du für das Sortieren nach Kategorien z. B. Color Coding nutzen. Dabei markierst du alles, was zu einer Kategorie gehört, in der gleichen Farbe.
Hast du deine Liste am PC erstellt, kannst du außerdem ganz einfach die Punkte zusammenfassen, die zusammen gehören. Damit reduzierst du optisch die Anzahl einzelner Punkte, was deine Liste nicht ganz so überwältigend aussehen lässt.

#4 Das Wichtigste zum Schluss

Denk immer daran: Du musst nicht alles auf einmal und schon gar nicht perfekt schaffen! Und manchmal musst du etwas auch gar nicht „schaffen“.

„Leben ist das, was passiert, während du fleißig dabei bist, andere Pläne zu schmieden.“ – John Lennon

So einen Braindump musst du übrigens nicht erst im „Notfall“ nutzen, wenn dir schon ganz schlecht von deinem sich drehenden Gedankenkarussell geworden ist.
Du kannst ihn auch sehr gut am Ende jeder Woche machen, um entspannt und mit leichtem Kopf ins Wochenende zu starten. Probier’s doch kommenden Donnerstag oder Freitag direkt mal aus und setz dir gleich eine Erinnerung in deinen Kalender!

Vielleicht ist ein Braindump auch die geeignete Methode für dich, um die kommende Woche besser zu planen und deinen Fokus auf die wichtigen Aufgaben und Termine lenken zu können.

Ich freue mich von dir zu hören, ob du auch regelmäßige Braindumps machst oder diese Methode noch gar nicht kanntest?

Wie du mit einem Braindump deinen Kopf aufräumst

Herzlichen Dank, liebe Sunray, für diesen schönen Beitrag!

Mehr von The Organized Cardigan findet Ihr HIER auf ihrem BLOG.

Auch ich befasse mich immer wieder mit Ordnung im Kopf, so dass es HIER schon einige Beiträge dazu gibt.

 

 

  • Lili 29/08/2019 at 10:26

    Klingt gut, die Methode kannte ich so noch gar nicht und werde sie mal ausprobieren. Gerade die wöchentliche „Reinigung“ scheint mir sinnvoll.
    Danke
    Lili

    • Sunray 30/08/2019 at 7:17

      Liebe Lili, das freut mich! Berichte gern mal von deinen Erkenntnissen! Liebe Grüße, Sunray

  • Nessie 30/08/2019 at 11:50

    Klingt super. Allerdings habe ich das Problem, dass mein Karussell sich vor allem nachts im Bett zu drehen beginnt. Ich bin zu muede, um dann aufzustehen und alles aufzuschreiben und Licht anknipsen moechte ich auch nicht, da ich ja nicht alleine schlafe. Es ist aber nicht so, dass ich schon vor dem Zubettgehen merke, was sich alles in meinem Kopf bewegt, sonst koennte ich das ja noch vorher erledigen. Dazu kommt, dass ich viele DInge gar nicht erledigen kann… Weder die Krebserkrankung eines nahen Angehoerigen, noch andere Dinge, die Familienmitglieder planen, von denen ich nicht begeistert bin und die ich doch nicht verhindern kann. Es ist bei mir eher ein Sorgenkarussell….

    • Gabi 10/09/2019 at 9:23

      Genauso geht es mir auch, nachts fängt das Gehirn an zu rattern und zu grübeln… wäre schön, dafür endlich eine praktikable Lösung zu finden 🤷‍♀️

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