Inspiration

Ich suche nicht – ich finde (Picasso)

03/10/2019

Ich suche nicht – ich finde.

Suchen,

das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Findenwollen

von bereits Bekanntem im Neuem.

Finden,

das ist das völlig Neue

auch in der Bewegung.

Alle Wege sind offen,

und was gefunden wird, ist unbekannt.

Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.

Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich

nur jene auf sich nehmen,

die im Ungeborgenen sich geborgen wissen,

die in die Ungewissheit,

in die Führerlosigkeit geführt werden,

die sich im Dunkeln

einem unsichtbaren Stern überlassen,

die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht

– menschlich beschränkt und eingeengt –

das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis,

für jedes neue Erleben im Außen und Innen:

Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen,

der in aller Angst des Loslassens

doch die Gnade des Gehaltenseins

im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

 

Pablo Picasso

Fräulein Ordnung

 

 

4 Kommentare

  • Antworten Jutta Lorenz 03/10/2019 at 17:33

    Liebes Fräulein Ordnung,
    zu Picasso – sicherlich einer der ganz großen Künstler, die die Welt gesehen, unheimlich kreativ und produktiv. Als Kunsthistorikerin habe ich ganz viel Respekt vor diesem Künstler, aber rein menschlich gesehen war er ein Egozentriker, der Menschen für seine Zwecke missbraucht hat. Fast alle seine Frauen haben sich umgebracht, auch einer seiner Enkel. Seine Lebensgefährtin Francoise Gilot, mit der er zwei Kinder hatte, verließ ihn, weil er sie aufgesogen hatte. Sein einziger ehelicher Sohn Paulo wurde zum Chauffeur degradiert und ist auch früh gestorben. Seine Enkelin Marina hat ein sehr kritisches Buch über ihn geschrieben, er hat Unmengen an Geld verdient, war aber bei seinen Nachkommen sehr geizig.Manches hört sich sehr gut an, aber man sollte auch die Hintergründe kennen.
    Viele Grüße
    Jutta

    • Antworten Schneewittchen 05/10/2019 at 8:24

      Liebe Jutta, das ist wieder mal eines der besten Beispiele dafür, wie nahe doch Genie und Wahnsinn beieinander liegen können. Gerade in der Kunst häufig zu beobachten. Danke für den Blick hinter dem Spiegel, ich persönlich finde es immer hochinteressant auch mal den Hintergrund zu beleuchten.

      Liebe Grüße, Schneewittchen

  • Antworten Gabi Kern 04/10/2019 at 6:43

    Wunderschön 😘😘😘

  • Antworten Maike 05/10/2019 at 8:58

    Liebe Denise,
    vielen Dank für diesen inspirierenden Text. Ich kannte davon nur die Passage „Ich suche nicht – ich finde“ und freue mich jetzt, den ganzen Text von ihm zu lesen.
    Liebe Grüße und viel Spaß auf dem Weg!
    Maike

  • Antworten

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