Inspiration

Ordnung und Achtsamkeit

19/03/2015

Ich liebe es, in Büchern schöne oder kluge Sätze über Ordnung finde.
Wie zum Beispiel in dem Buch Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen:

„Wenn wir etwas Neues anfangen – ob wir nun ein Unternehmen oder eine neue Beziehung aufbauen oder unser ganzes Leben neu gestalten wollen -, sind wir gewöhnlich in Eile. Wir möchten sofort etwas tun – einfach irgendetwas. Dem Zen-Koch ist klar, dass er nicht kochen kann, wenn in der Küche noch das schmutzige Geschirr vom Vorabend herumsteht. Wenn wir feststellen wollen, welche Zutaten wir zur Verfügung haben, müssen wir zunächst Ordnung schaffen.“

 

Aus dieser buddhistischen Sicht beginnt jede Veränderung, jede Arbeit, mit der Reinigung. Ordnung und Reinigung spielen die entscheidende Rolle – also gerade nichts Außergewöhnliches, das wir suchen oder auf das wir warten sondern ganz konkret die Ordnung im Haushalt und im Büro.

 

„Die Küche zu reinigen bedeutet, den Geist zu reinigen. (…) In unserem Leben ist es genauso. So, wie wir beim Kochen zuerst die Küche aufräumen und reinigen, sollten wir uns auch bemühen, am Anfang eines Tages in unserem Geist Klarheit zu schaffen“, schreibt Glassmann.

 

Der Buddhismus ist generell stärker auf den Alltag bezogen, manche nennen Zen eine „Religion der alltäglichen Dinge“. Der vietnamesische Zen-Meister Thich Nhat Hanh empfiehlt, einfach die Hausarbeit als eine Achtsamkeitsübung zu betrachten. „Wenn Ihr abwascht, denkt Ihr vielleicht an den Tee danach und versucht, es so schnell wie möglich hinter euch zu bringen, damit ihr euch setzen und Tee trinken könnt. Das bedeutet aber, dass ihr in der Zeit, in der ihr abwascht, nicht lebt. Wenn ihr abwascht, muss der Abwasch das Wichtigste in eurem Leben sein. Und wenn ihr Tee trinkt, dann muss das Teetrinken das Wichtigste auf der Welt sein.“ 

 

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So achtsam, wie sich die großen Zen-Meister sich das vielleicht vorstellen, bin ich leider nicht bei meiner Hausarbeit (vor allem dann nicht, wenn ich Toiletten putzen muss…).

Aber ich bin stets bemüht, auch aus solchen Aufgaben etwas positives raus zu holen:

* wenn ich bügeln muss, gucke ich immer eine Folge „Das perfekte Dinner“ – so macht diese Arbeit wirklich Spaß,
* Fenster putze ich gerne mal, wenn ich eine Schreibblockade habe – so komme ich vom Rechner weg, die Gedanken können wieder fließen und das saubere Fenster ist ein schöner Nebeneffekt,
* meine Gedanken fließen auch wunderbar, wenn ich Wäsche zusammen lege,
* und wenn der Abwasch am Sonntag Abend noch so groß ist – ich schicke die Familie lieber aus der Küche und sorge alleine für Ordnung – was durchaus etwas meditatives haben kann, denn:

Familie in der Küche = laut
Mutter alleine in der Küche = leise

So können lästige Pflichten in etwas positives umgewandelt werden. Ohne gleich ein Buddhist werden zu müssen!

 

Ordentliche Grüße

Denise

 

  • anneharenberg.com 19/03/2015 at 5:12

    Oh, das mit dem Fensterputzen bei Schreibblockade muss ich dringend mal ausprobieren…entweder ich habe endlich mal saubere Fenster oder ich schreibe mehr, ich hasse Fensterputzen nämlich so abgrundtief, dass mein Kopf freiwillig mit ein paar guten Schreibideen rüberkommt, um dem Rest des Körpers bloß das elendige Fensterputzen zu ersparen…;-)

  • goldapfelblog 19/03/2015 at 5:51

    Gute Idee mit dem Fenster putzen! Doof ist, wenn man krampfhaft versucht einen passablen Text zu schreiben, aber sich jeden Satz aus dem Finger saugen muss.. Mache ich das nächste Mal so mit den Fenster putzen, netter Nebeneffekt =)

  • mkra 19/03/2015 at 7:34

    Ja, das ist super wieder die Kraft des gegenwaertigen Moments vor Augen zu halten und in der Tat, die Waesche machen am morgen (Leise da die Kids weg sind 😉 ) hat was meditatives und bringt mich davon ab wieder ins Bett zu gehen aber damit war – bis jetzt – genug… ob Fensterputzen am Nachmittag oder mit dem Hund spazieren statt die Kinder zu schicken, super Idee um neuen Raum in der Fantasie zu schaffen 🙂

  • les belles choses 19/03/2015 at 7:43

    Ja, Bügeln hat so etwas Meditatives für mich, wie auch das Wäschezusammenlegen oder andere geistig nicht ganz so anspruchsvolle Tätigkeiten. Ich schaue auch oft fern beim Bügeln. Nachmittags ist das Programm leider nicht ganz so toll, aber mit Guidos Shopping Queen geht es. Da macht es nichts, wenn man gelegentlich mal woanders hin gucken muss.

    Da ich leider nicht zu den glücklichen Gewinnerinnen gehöre, werde ich mir heute dein Buch besorgen. Ich glaube, nach dem Ende der Verlosung steigen die Absatzzahlen deutlich 😉

    Herzliche Grüße
    Angelika

  • Ju Lia 19/03/2015 at 7:55

    Wunderbar, liebe Denise!

    Jetzt wird mir erst einmal richig bewusst, WARUM ich gewisse genaus SO handhabe…
    Vielleicht kann ich es ja jetzt meinem Mann auch besser "vermitteln" 😉
    Hach, aus jedem Post von dir nehme ich immer etwas für mich und meinen Alltag mit!

    Liebste Grüße
    Julia

  • ♥ Caro ♥ 19/03/2015 at 8:20

    Das ich keine Spülmaschine habe, muss ich mein Geschirr mit der Hand spülen und ich finde, dass es etwas meditatives hat. Ich kann mich dabei entspannen und sehe, wie die Küche nach und nach wieder sauber wird.
    Mag deinen Blog echt gerne und kam dazu, als ich letztens in der Buchhandlung dein Buch in der Hand hatte.

    Viele Grüße,
    Caro

  • Denise Christ 19/03/2015 at 9:31

    wunderbare Worte… und so wahr! ich schicke die Sippe auch lieber zu ihren eigenen Aufgaben und erledige den Aufwasch am Abend allein.
    herzliche Grüße
    Denise

  • Shirlyn Jo 19/03/2015 at 11:01

    Liebe Denise,
    schöne und wahre Worte.
    Ich höre bei der Hausarbeit gerne Hörbücher. Da macht die Arbeit doch gleich doppelt soviel Spaß und ich überlege immer, was ich noch an Hausarbeit machen könnte, damit ich weiterhören kann…
    So kann selbst der täglich wiederkehrende Alltag spannend sein 😉

    Liebe Grüße Shirlyn

  • Wer-ist-eigentlich-dran-mit-Katzenklo? 19/03/2015 at 16:29

    Sehr inspirierend, liebe Denise! Ich liebe die Abwechslung, die mir die Freiberuflichkeit bietet, den Wechsel zwischen Schreibtischarbeit und körperlichem Tun, zwischen Aufgaben im Haus und draußen, allein und mit anderen … Durch den Wechsel fällt es mir leicht, ganz bei der Sache zu sein, und wenn es – wie du schreibst – der Abwasch ist. Dafür bin ich sehr dankbar. Herzliche Grüße, Uta

  • antetanni 20/03/2015 at 7:38

    Das Buch von Frank Berzbach ist klasse! "Das bisschen Haushalt…" – puhhhh – gehört eben dazu. Ich mache die Arbeit mal mehr, mal weniger gerne. Sehr entspannend und inspirierend für meine Gedanken finde ich Schuhe putzen. Wenn die danach auf Hochglanz poliert sind, erfreut mich das immer so sehr, dass ich danach Bäume ausreißen könnte. Diese Energie fließt dann oft in Aufräumaktionen oder Putzattacken :-). Schuhe, ich brauche mehr Schuhe! 😀

    Liebe Grüße
    Anni

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