Minimalismus Ordnung

Was möchten wir hinterlassen, wenn wir sterben?

30/11/2017

Was möchten wir hinterlassen?

Hallo Denise,

irgendwann hattest du geschrieben, dass du dir Gedanken machst, was von dir noch in Erinnerung bleiben soll. Hierbei ging es um deine Tagebücher. Hierzu mache ich mir auch zur Zeit Gedanken, obwohl ich noch gar nicht so alt bin. Ich finde es schön, wenn du über dieses Thema vielleicht noch mal etwas schreiben könntest. Was hast du mit deinen Tagebüchern gemacht? Oder hast du vielleicht deine Meinung geändert? Was machst du mit deinen Fotos? Was darf man der nachfolgenden Generation hinterlassen? Gedanken zu diesem Thema würde ich sehr gerne von dir hören.

Viele Grüße

Bevor wir sterben

Meine Großeltern sind Ende vergangenen Jahres sehr kurzfristig in ein Seniorenheim gekommen. Gerade noch haben wir Opa’s 80. Geburtstag gefeiert – jetzt saßen sie dort und wir können sie jeden Tag von 15 – 16 Uhr besuchen und mit ihnen in der Cafeteria des Seniorenheims sitzen. Sie waren dort gut aufgehoben und besonders meiner Oma geht es gut, hat sie doch die tägliche Arbeit mit dem großen Haus und Garten nicht mehr.

In ihrem gemeinsamen Zimmer im Seniorenheim haben sie nur wenige ihrer persönlichen Sachen. Klamotten sind auf das nötigste reduziert und außer den Fotos von der Familie, die neben dem Bett stehen und an der Wand hängen, haben sie nicht mehr viel, an denen ihr Herz hängt. Ein bisschen Schmuck, ein paar Briefe, ihre Wäsche. Das war es schon fast.

Der Hausstand wurde weitestgehend aufgelöst und ich habe bereits mein Erbstück bekommen. Ein Bild, das im Flur meiner Großeltern hing und an dessen Rückseite ein Aufkleber klebt mit der Aufschrift „Ich gehöre Denise, wenn meine Oma mal nicht mehr ist“. So hatte ich die Möglichkeit, mich selber bei meiner Großmutter dafür zu bedanken und ihr zu versprechen, dass ich das Bild in Ehren halten werde.

Was mir durch meine Großeltern schrecklich bewusst wurde:

WIR KOMMEN MIT NICHTS UND WIR GEHEN MIT NICHTS

Wieso halten wir trotzdem oft so verzweifelt an Dingen fest, die uns am Ende keine Freude bringen?

Tagebücher

Meine Tagebücher habe ich im vergangenen Jahr angefangen zu verbrennen. Meine Töchter saßen im Garten neben mir und waren entsetzt, dass ich das wirklich mache. Sie fanden es spannend zu sehen, wie Mama früher ihre Bücher mit Collagen beklebt hat und diese jetzt einfach, ohne mit der Wimper zu zucken, in’s Feuer warf. Also habe ich nur die in’s Feuer geworfen, mit denen ich den Anfang machen wollte und habe danach nicht weiter gemacht. Weil ich das Gefühl hatte, dass besonders meine große Tochter großes Interesse daran hätte, diese Bücher in die Hände zu bekommen. Soll ich ihr diese Möglichkeit also wirklich nehmen? Vielleicht kann ich auch noch ein paar Jahre damit warten? Ich habe den Gedanken, dass wenn mir in den nächsten 5 Jahren etwas zustoßen würde, dann wären meine Tagebücher vielleicht ein Trost und eine Möglichkeit, mir noch einmal nahe zu sein.

Wenn ich in 8 oder 9 Jahren umziehen und mich verkleinern werde, dann ist immer noch Zeit, ein Feuer mit meinen Tagebüchern zu füttern. Doch so, wie ich mir für die CD’s genügend Zeit genommen habe und nun alle aussortiert sind, so lasse ich mir auch mit den Tagebüchern so viel Zeit, wie es nötig ist.

Was möchten wir hinterlassen?

Minimalismus

Vergangenen Samstag ist mein Opa verstorben.

Es ist nicht mehr viel, was von seinem Besitz übrige geblieben ist, denn wie gesagt, der Hausstand wurde bereits komplett aufgelöst. Es war klar, dass keiner der Beiden in dieses Haus zurück kehren wird.

Wenn ich darüber nachdenke, was von meinem Opa übrig geblieben ist, dann sind es für mich viele schöne Erinnerungen. An Hochzeiten, auf denen er mit mir getanzt hat. Die Rose, die er mir jedes Jahr aus seinem Garten geschenkt hat. Und an den schlechten Wein, den er uns zu Weihnachten serviert hat (bei dieser Erinnerung muss ich immer ganz besonders lachen).

Meine Eltern hingegen waren in den vergangenen Monaten damit beschäftigt, dieses Haus aufzulösen, was eine echte Herausforderung war. Es hat viel Zeit, Schweiß und Tränen gekostet. Eine unglaubliche Belastung.

Möbel, alte Fotos, Gegenstände, Souvenirs und Aufzeichnungen. Es gibt so viel, was nach einem Todesfall an persönlichen Gegenständen durchzusehen ist. Bei vielen dieser Erinnerungsstücke ist es fraglich, ob man sie jemals wieder in die Hand nimmt. Wir heben sie aber trotzdem auf, weil wir irgendwie daran hängen, weil wir es nicht übers Herz bringen, sie auszusortieren. Doch um glücklich und zufrieden in der Gegenwart leben zu können, ist es wichtig, die Vergangenheit hinter uns zu lassen und Raum für Neues zu schaffen. Die Verstorbenen bleiben trotzdem in unseren Herzen.

Was darf man der nachfolgenden Generation hinterlassen?

Der Plan, mich räumlich zu verkleinern, steht nach wie vor. Das bedeutet für mich automatisch, dass ich meinen Hausstand reduzieren muss, was Wiederrum zur Folge hat, dass im Falle meines Todes meine Hinterbliebenen weniger zu sortieren haben.

Im Idealfall gibt es dann nur noch Dinge, die eine echte Bedeutung für mich hatten. Dinge, an denen meine Kinder vielleicht auch noch Freude haben. Fotos gehören gewiss dazu. Vielleicht nicht gerade 20 Fotoalben, aber doch eine kleine Auswahl von den schönsten Momenten. Die Hauptsache für mich ist, dass sie sich nicht mit dem Entsorgen von wertlosem Plunder herumschlagen müssen.

Wie seht Ihr das? Macht Ihr Euch manchmal Gedanken darüber, was Ihr am Ende hinterlassen werdet?

 

Nachdenklich Grüße

Denise

 

 

18 Kommentare

  • Antworten Ilse 30/11/2017 at 7:53

    Vielen dank für diese Zeilen, mache mir Gedanken über das geschriebene, berührt mich gerade sehr…..
    Es tut mir sehr leid wegen deinem Opa!

    Alles liebe
    Ilse

  • Antworten Marlies 30/11/2017 at 8:29

    Liebe Denise, in den letzten Tagen hätten eigentlich deine Ohren läuten müssen. Ich bin am ausräumen meines Schlafzimmers. Als ich letzte Woche ein Nachthemd aus dem Schrank nehmen wollte kippte ein Tablar raus und alles lag auf dem Boden. Eine Seitenwand hat sich gelöst……….diese Bescherung fand in der Nacht statt und ich hab nur noch etwas beiseite geschafft, damit ich in der Nacht nicht drüber Stürze. Am darauffolgenden Morgen hab ich mich dran gewagt. Ich muss noch erklären ich habe Übergewicht und viele Sachen noch gar nie getragen. Sprich neu im Schrank. Jedesmal wenn ich abgenommen habe oder am abnehmen war, habe ich Kleider gekauft die knapp waren, wie ich dachte ich nehm noch mehr ab. Tja, jetzt habe ich mich von all den Sachen entledigt und in Säcke gestopft mit der Etikette dran. Also es wird Leute geben die ev. Freude haben an dem neuen Stück. Mir ging es bei der Ausräum Prozedur gar nicht mal so schlecht. Am Abend dann musste ich mich zwingen nicht in die Garage zu laufen und die Säcke wieder zu öffnen. Es sind Jacken drin die ich gerne mal getragen hätte. Heute will ich den Endspurt machen. Ich werde viel Platz bekommen wenn ich die Räumung beendet habe. Meine Gefühle sind momentan noch im auf und ab. Eines weiss ich einfach die Übersicht in meinem Schrank wird grossartig sein. Also pack ich es an. Ich wünsche dir viel Kraft, die Trauer zu bewältigen. Und versuche deine Oma öfter zu besuchen. Sie hat es jetzt schwer. Liebe Grüsse Marlies

    • Antworten Nessie 30/11/2017 at 11:10

      Marlies, ich werde es Dir gleich tun. Zwar habe ich keine ungetragenen Dinge mit Preisschldern dran, die ich aussortieren muesste, aber Dinge, die mal viel Geld gekostet haben, in die ich ueberhaupt nicht mehr passe – und die ich so teilweise auch gar nicht mehr tragen wuerde. Ich schiebe das seit Monaten vor mir her. Der Schrank ist rappelvoll. Wuerde ich das alles aussortieren, was ich nicht mehr trage, wuerde wohl gaehnende Lere im Schrank herrschen. Okay, das ist vielleicht uebertrieben, aber ich besitze nicht viele Dinge, die ich tatsaechlich – gerne – trage.

      • Antworten Marlies 30/11/2017 at 14:34

        Hihi hallo Nessie, schön wenn ich dich animieren konnte. Es braucht glaub ich einfach mal ein Zeichen und dann muss man es einfach TUN. Seit 2008 hatte ich viele Spitalaufenthalte (Knie und Fahrradunfall in Italien) und ein auf und ab des Gewichtes. Sport geht jetzt leider nicht mehr. Trauern darnach, nützt mir nichts. Es ist eine Tatsache. So habe ich aus einer Euphorie heraus immer wieder wenn es mir gutging und ich Gewicht abgenommen habe, kleinere Kleidungsstücke gekauft und mich schlank darin gesehen. Psychisch waren dann nicht alle Tage gut. Ich wollte die Zeit vor 2008 wieder haben mit grossen Radtouren, Skifahren Alpin und Langlauf und natürlich das Wandern in den Bergen. Jetzt geht nichts mehr von dem, nicht mal mehr längere Spaziergänge. So ein Frust. Jetzt habe ich gerade wieder einen grossen Sack in die Garage gebracht. Morgen will ich den Rest erledigen. Ja, es wird leerer im Schrank und es schmerzt manchmal wenn teure schöne Sachen in den Sack wandern. Ich will jetzt nur solches was ich jetzt trage und werde mich mit dem arrangieren. Ich wünsche dir guten Erfolg, liebe Grüsse Marlies

  • Antworten Anja 30/11/2017 at 8:50

    Liebe Denise,
    das tut mir leid mit Deinem Opa. In unserer Familie ist gerade auch plötzlich ein Familienmitglied verstorben, was eigentlich noch viel zu jung war. Da kommen Deine nachdenklichen Zeilen gerade richtig. Wenn ich mir ausmale, was meine Angehörigen in der jetzigen Fülle unseres Hausstands alles aussortieren müssten, tun sie mir richtig leid. Also vielleicht nach Weihnachten mal wieder einen Schwung wegwerfen und sich trennen. Danke für Deine Anregung!

  • Antworten Kristin 30/11/2017 at 9:04

    Oh Denise! Das mit Deinem Opa tut mir so leid. Fühl dich fest umarmt! ♥

    Wir bekommen es derzeit mit wie das ist einen Hausstand aufzulösen weil ja beide Urgroßeltern der Mädels so kurz hintereinander gestorben sind und es ein ganzes Haus mit vielen, vielen Erinnerungsstücken aufzulösen gilt und ich habe mir deshalb auch viele Gedanken gemacht wie das mal ist „wenn ich an der Reihe bin“… keine schönen Gedanken.

  • Antworten Melanie 30/11/2017 at 10:02

    Liebe Denise,

    mein herzliches Beileid.

    Als im September die Oma meines Freundes verstorben ist, kam in mir der Gedanke auf, dass ich auf keinen Fall zu viel unnötigen Kram hinterlassen möchte. Ich bin schon regelmäßig am ausmisten, werde aber bei unserem Umzug im Frühling auch noch mal sehr kritisch durch sortieren.

  • Antworten Nessie 30/11/2017 at 11:12

    Liebe Denise,
    Dir sende ich mein herzlichstes Mitgefuehl zum Tode Deines Opas. Ich wuensche Euch als Familie, dass Ihr zusammensteht und gerade Eurer Oma Kraft geben koennt. Fuer sie ist es natuerlich am schwierigsten.
    Liebe schottische Gruesse
    Nessie

  • Antworten Ulla 30/11/2017 at 11:33

    Liebes Denise… das mit Deinem Opa tut mir sehr leid. Mein Freund und ich räumen aktuell den Bauernhof (riesiges Haus, riesiges Gelände + Hallen & Scheune) des Onkels meines Freundes aus und auf. Er konnte alles gebrauchen und hat alles aufgehoben. Wenig persönliche Erinnerungen sind geblieben in dem ganzen Chaos – aber die gilt es herauszufischen.

    Alles Liebe
    Ula

  • Antworten Claudia 30/11/2017 at 13:13

    Wohl kaum jemand kennt diesen Abschiedsschmerz nicht wenn uns geliebte Menschen verlassen. Und wie tröstlich sind da die schönen Erinnerungen, die uns niemand nehmen kann.
    Ich habe es nach dem Tod meiner Eltern sehr bedauert nicht mehr Fragen nach ihrem Leben gestellt zu haben. Was hat sie bewegt, welche Träume haben sie aufgegeben und worüber haben sie nie gesprochen. Vielleicht weil sie sie mir nicht zumuten wollten oder auch weil sie glaubten ich würde sie nicht hören wollen.
    Daher habe ich vor einiger Zeit begonnen eine Art Familienchronik zu schreiben.
    Dort werden alle Namen, Daten und mir bekannte Lebensumstände meiner Großeltern und Urgroßeltern aufgeführt. Alles woran ich mich noch im Zusammenhang mit meinen Eltern erinnere und was ich weitergeben möchte.
    Dann berichte ich von meiner eigenen Kindheit. Lustige Begebenheiten, aber auch welche Schwierigkeiten ich mehr oder weniger überwunden habe. Weiter geht es dann mit den Jahren danach. Meine Erinnerungen an die Zeiten mit meinen Kindern und wie ich mich nicht nur bereichert, sondern sehr oft auch überfordert gefühlt habe.
    Das alles wird vielleicht mal jemand lesen und dieser jemand wird Gelegenheit zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken bekommen. Auf diese Weise gebe ich – hoffentlich – etwas Wertvolles weiter.
    Meiner Tochter habe ich schon erzählt, dass ich eine Kladde mit Erinnerungen fülle. Sie kann dann wenn ich mal nicht mehr da bin es lesen. Vielleicht auch schon eher. Wir werden sehen. ..
    Stille Grüße,
    Claudia

  • Antworten Ulrike 30/11/2017 at 13:49

    Ich glaube, der Umfang eines Hausstandes ist auch Generationenabhängig. Während meine Großeltern und Eltern noch tonnenweise Bücher hatten (man denke nur an die ganzen Lexika und Nachschlagewerke!), habe ich oder meine Geschwister kaum noch Bücher. Wir leihen in der Bücherei oder lesen auf dem Kindle. Auch Fotoalben werden von Online-Portalen oder wesentlich weniger platzeinnehmenden Fotobüchern abgelöst. Auch CDs nicht mehr so verbreitet. Auch der ganze Kruschkram an Porzellanfiguren o. ä., was die Omas so mochten, findet sich heute nicht mehr. Man lebt schon wesentlich reduzierter als früher, was meist auch öfteren Umzügen geschuldet ist, heute muss man ja flexibel sein. Da sortiert man natürlich öfters durch, als Leute, die seit 50 Jahren im selben Haus wohnen.
    Ich frage mich immer, was würde ich vermissen, wenn meine Wohnung mal abbrennt — und stelle dann mit Erleichterung fest: fast NICHTS.
    Ich lebe nicht in der Vergangenheit und halte an wenig fest. Liebste Fotos sind online gesichert. Wer meinen Hausstand mal auflösen muss, hat es leicht 😉
    Wenn ich an den Hausstand meiner Eltern denke, wird mir hingegen schlecht. Die horten in einem großen Haus echt alles und können sich nicht trennen …

  • Antworten Birdy 30/11/2017 at 14:50

    Wir mussten vor 5 Jahren das Elternhaus räumen, weil die Eltern ins Altenwohnheim gezogen sind. Zwar noch in eine Wohnung, aber eben viel kleiner. Da musste sich von vielem getrennt werden. Als mein Vater letztes Jahr starb, behielt ich seinen schönen alten Schlafanzug aus Baumwolle. Den trug er in der Hochzeitsnacht und in der Nacht, als er starb. Ich habe ihn umgenäht und trage ihn sehr gerne. Mittlerweile fange ich Stück für Stück an, auszumisten. Alte Postkarten, Liebesbriefe, …. Klamotten habe ich schon immer regelmäßig weiter gegeben. Ich habe trotzdem zu viel.
    LG birdy

  • Antworten Tamara 30/11/2017 at 15:05

    Deine Worte über die Gefühle Deiner Eltern beim Auflösen des Hausstandes deiner Großeltern haben mich sehr berührt. Mir ist es ähnlich ergangen. Nach dem Umzug einer Verwandten ins Altenheim mussten wir deren Haus ausräumen. Wir waren wochenlang damit beschäftigt, denn es wurde soviel angesammelt und gehortet. Ich war zwischendurch einfach nur sauer!
    Allerdings entstammte diese Verwandte der Nachkriegsgeneration, und ich glaube dem war es geschuldet, dass sie nichts, aber auch wirklich gar nichts wegwerfen konnte. Traurig gemacht hat mich auch, dass schöne Anziehsachen ganz hinten im Schrank steckten, während im vorderen Bereich nur Altes, abgelegte Kleidungsstücke anderer Personen, die sie geschenkt bekommen hatte, sich stapelten.
    Es war überhaupt keine Struktur vorhanden, es waren mehrere Räume nur mit alten Sachen, die niemand mehr brauchte.
    Das war mir eine Lehre. So möchte ich auf keinen Fall leben, geschweige denn, dass jemand so einen Nachlaß von mir aufarbeiten muss

  • Antworten hannah 30/11/2017 at 21:40

    von mir ein herzliches Beileid. Mein Opa hatte mir auch sehr viel bedeutet und kann mit dir fühlen das diese Lücke sehr schmerzhaft sein kann. Meine Oma ist ihm dieses Jahr gefolgt und nun habe ich ebenfalls erlebt das jeder alles hinter sich lässt, die ganzen Habseligkeiten.

    Ich habe mir auch gelegentlich Gedanken gemacht und das letzte mal vor meiner OP mit Vollnarkose. Mein Gedanke war in erster Linie das es mir doch peinlich ist! Einiges an „Plunder“ zu besitzen und das es jmd. anderes sehen und aussortieren würde! Da habe ich mir Zeit gewünscht das ganze zu „korrigieren“. Nun, ich muß zugeben das ich es gerne verschiebe, weniger weil ich an den Dingen hänge! Eher meine Unbeholfenheit was ich tatsächlich behalten soll und wie ich es ordnen soll !!! Was braucht mann tatsächlich? Was ist zuviel? Bei meiner Kleidung habe ich schon einiges reduziert, dank meiner Schwester 🙂 Sie war gnadenlos! Im Nachhinein bin ich ihr sehr dankbar.
    Meine schwäche ist u.a. viel Geschirr für zusätzlichen Besuch! Etagere etc. für besondere Anlässe. Wenn Besuch da ist möchte ich alles bieten können, von Bettwäsche bis zur neuen Zahnbürste.
    Wobei ich nun ehrlich erwähnen muß, ich bekomme sehr sehr selten besuch …. es ist echt grotesk !!!!
    Vielleicht genau deshalb möchte ich eine perfekte Gastgeberin sein ?!

    how knows…..

  • Antworten Evie 30/11/2017 at 21:48

    Liebe Denise,

    mein herzliches Beileid.

    Ich finde das Thema sehr schwierig. Wie sollte ich denn beurteilen können, was für meinen Sohn als Erinnerung an mich wichtig ist? Das ist doch sehr individuell. Vielleicht ist es etwas, das ich für völlig banal und überflüssig halte, er aber für unverzichtbar hält, um sich an mich zu erinnern. Vielleicht vernichte ich etwas, das für ihn unersetzlich ist. Natürlich ist es ganz ärgerlich, wenn man als Hinterbliebener banal ausgedrückt „aufräumen“ muss und ich habe bestimmt nicht vor meinem Sohn ein Chaos zu hinterlassen. Aber wie könnte ich meinem Sohn etwas wegnehmen? Ich denke, es ist wichtig, schon zu Lebzeiten Dinge zu verschenken. Offenheit ist in dieser Hinsicht wohl wichtig, offen fragen: „Ich würde das entsorgen (auf welche Weise auch immer). Möchtest Du es haben?“

    Das Leben ist einfach endlich, irgendwann müssen wir alle gehen. Aber etwas das für mich unwichtig oder überflüssig ist, kann für meinen Sohn die Welt bedeuten. Deshalb finde ich es ganz schwierig, rigoros alles zu vernichten.

  • Antworten Janine 02/12/2017 at 20:43

    Liebe Denise,
    bei deinem Bericht sind mir die Tränen runtrtgelaufen. Mein Papa ist am 11. November gestorben. Jetzt geht es darum, welche weltlichen Dinge ich von ihm haben möchte. es werden sehr wenige persönliche Dinge sein, das Familienstammbuch seines Vaters, vielleicht seine Uhr, Dinge die ich mit seiner Frau ausloten muss. Die schönen Erinnerungen sind nicht materiell.
    Mein herzliches Beileid für deinen Opa. Ich habe mir fest vorgenommen eine Kiste für jedes meiner beiden Kinder zu machen, mit ganz persönlichen 3-5 Gegenständen, die sie nach Bedarf natürlich dezimieren dürfen. Von meiner Oma habe ich den Ehering. Immer wenn ich ihn in Händen halte denke ich mit viel Liebe an sie.
    Lieblingsmenschen leben in Erinnerungen weiter….
    Liebe Grüße Janine

  • Antworten Uhuohnehu 02/12/2017 at 23:19

    Eigentlich mache ich mir da wenig Gedanken…nicht nur, weil ich im Laufe der letztem Jahre sehr viel entrümpelt habe und immer noch weiter minimiere, sondern vor allem, weil ich weiß, dass meine beiden Töchter mit leichtem Herzen meinen „Kram“ entsorgen werden, weil sie beide nicht sehr an materiellen Dingen hängen. Ich finde es schön, da nicht „an die Nächsten“ denken zu müssen, sondern ganz frei mein Leben so einrichten zu können, wie es MIR gefällt….

  • Antworten Angela 03/12/2017 at 14:27

    Liebe Denise,
    Dein Post hat mich sehr berührt.meine Mutter starb als ich 13 Jahre alt war, mein Vater 6 Jahre später.. durch bestimmte Umstände musste ich die Erbschaft ausschlagen und meine Stiefmutter ließ mich nicht mehr in die Wohnung.ich habe weder Andenken an meine Mutter noch etwas von meinem Vater. Wie hätte ich mir gewünscht, Tagebücher, ein Kleidungsstück oder ein Schmuxkstück zu haben Alls Erinnerung. Ich habe so oft das Gefühl, dass mir meine Wurzeln fehlen. Vielleicht umgebe ich mich deshalb mit überflüssigen schönen Dingen.. ich habe keine Kinder und denke langsam auch daran meine Sachenzu verschenken, damit nicht irgendwer den Ärger mit dem Ausräumen hat. Ich hoffe, ich habe noch etwas Zeit damit..
    Liebe Grüße und einen schönen 1. Advent wünscht
    Angela

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