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Momentaufnahme | Schwere Entscheidung

17/01/2021

Mich haben Geschichten anderer Menschen schon immer interessiert. Die echten Geschichten von Angesicht zu Angesicht erzählt. Ich möchte wissen, wie es den Menschen geht, was sie gerade fühlen, was sie denken. Welche Ängste sie haben, aber auch, welche Hoffnungen sie antreiben. So ist im März meine Idee zu „Momentaufnahme“ entstanden und seit dem Skype ich mit den verschiedensten Menschen.

Heute gibt es ein sehr wichtiges, wenn auch sehr schweres Thema:

Wenn die Mutter zum Pflegefall wird

Nina ist 35 Jahre alt und wohnt in der Nähe von München, am schönen  Ammersee. Sie ist Verwaltungsfachwirtin bei der Bundeswehr und war 11 Jahre verheiratet. Jetzt lebt sie zum ersten Mal alleine und hat einige Schicksalsschläge und eine schwere Entscheidung hinter sich.

Liebe Nina, erzähl doch mal …

Meine Mama hat im Juli 2017 eine schwere Gehirnblutung erlitten. Sie war damals 57 Jahre alt, stand Mitten im Leben und war weitestgehend gesund. Am 31.07.2017 ist es passiert. Sie hat sich selbst noch Hilfe geholt und konnte in letzter Minute gefunden werden. Sie kam mit dem Rettungshubschrauber in ein Klinikum und wurde Not-operiert. Wäre sie 30 Minuten später eingeliefert worden, hätten die Ärzte nichts mehr tun können. Mein Vater, mein Bruder und ich konnten nicht begreifen, was passiert ist, wir sind völlig unbedarft ins Krankenhaus gefahren und haben nicht gewusst, was uns dort erwartet.

Vier Wochen lang lag Mama im Koma auf der Intensivstation und jeden Tag haben wir uns gefragt: „Schafft sie es?“ Die Prognose war 50/50. Kann sein, dass sie wieder ok wird, kann aber auch sein, dass sie ein schwerer Pflegefall bleibt.

Es gab keine Patientenverfügung, keine Pflegevollmacht. Und so haben wir einfach gehofft, dass es möglichst gut wird. Nach 4 Wochen wurde sie aus dem Koma geholt, es hat fast zwei Wochen gebraucht, bis sie einigermaßen wieder da war. Dann hat sich herausgestellt, dass sie sehr schwere Schäden hat und das es alles nicht so einfach wird.

Schwere Entscheidung

Reha

Sie kam anschließend für 10 Monate in die Rehaklinik, knapp 125 km von uns entfernt. Wir sind in der Zeit auf ungefähr 30.000 km an Besuchsfahrten gekommen.  Sie wurde so weit wieder hergestellt, dass sie alleine atmen, schlucken, essen und trinken konnte.  Sie ist halbseitig gelähmt und hat eine starke Beeinträchtigung im Sprachzentrum, weil die Gehirnblutung war mitten im Sprachzentrum war.

Das waren zehn harte Monate. Im Mai 2018 haben wir sie dann nach Hause geholt. Wir haben vorher das Elternhaus behindertengerecht umgebaut. Mein Vater wollte unbedingt, dass sie nach Hause kommt. Eine Unterbringung im Pflegeheim  hat er völlig ausgeschlossen.

Ich musste dann einen ambulanten Pflegedienst organisieren, die dreimal täglich zu uns kamen. Wir waren ziemlich zuversichtlich, es war aber eine große Hürde, alles zu stemmen und zu organisieren. Im Nachhinein würde ich sagen es war eine riesengroße Überforderung und dass man das eigentlich gar nicht schaffen kann. Mein Vater ist weiter arbeiten gegangen, Vollzeit. Ich habe meine Arbeitszeit reduziert und versucht, von zu Hause zu arbeiten.

Betreuung

Wir haben versucht, die Betreuungszeiten aufzuteilen. Aber die Mama wollte das alles gar nicht. Man hat ihr angemerkt, sie wollte nicht hier sein, sie war mit ihrer Situation verständlicherweise unglücklich und unzufrieden, wie ihre Kinder in der Pflege beteiligt sind. Durch die Krankheit hat sich auch ihre Persönlichkeit total verändert. Sie war früher genügsam und jetzt ist es so, als wäre kein Filter mehr vorhanden. Sie haut einfach alles raus, die Empathie ist zerstört worden, es ging nur noch nach Ihren Bedürfnissen. Ohne, dass sie was dafür konnte, weil es der Krankheit geschuldet ist.

Wir haben relativ bald erkannt, dass es ohne 24-Stunden-Kraft eben nicht funktioniert und haben uns dafür ausländische Pflegekräfte besorgt. Alleine darüber könnte ich ein Buch schreiben … verrückt! Ich war die meiste Zeit in meinem Elternhaus, weil immer irgendetwas zu organisieren war. Unsere Pflegekräfte konnten kein Deutsch, kein Englisch, am Ende habe ich besser polnisch gesprochen als sie deutsch. Die ganze Bürokratie, es ist so krass. Seit 3 1/2 Jahren vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht von Krankenkasse, Amtsgericht, Pflegeheim oder Rentenversicherung Post bekomme.

Im Mai 2019 ist dann auch noch mein Vater völlig überraschend verstorben. Er hatte so viel Hoffnung, dass die Mama wieder gesund wird. Sie hat sich jedoch aufgegeben, wollte keine Therapie, keine Logopädie, Physio, Ergotherapie, hat alle angeschrien und sich verweigert. Das waren schlimme Zustände. Sie wollte nicht mehr und Papa konnte es nicht akzeptieren, dass sie aufgegeben hat. Er hat immer gedacht, mit viel Liebe kann man das alles regeln. Eines Morgens habe ich ihn dann tot im Bett aufgefunden. Der allerschlimmste Moment meines Lebens.

Ein gebrochenes Herz?

Ja, so kann man es wohl sagen. Zehn Tage vor seinem 60. Geburtstag. Er war meine Stütze, er wollte, dass die Mama so betreut wird. Von jetzt auf gleich stand ich dann da, ohne alles.

Ich hatte es irgendwie für mich verinnerlicht: Die Mama soll nicht ins Heim! Also habe ich es noch 1 1/2 Jahre alleine durchgezogen, doch dann kam der Punkt: Ich schaffe es nicht mehr! Ich breche zusammen. Auch Corona hat heftig mit reingespielt. Im ersten Lockdown kam die Chefin vom deutschen Pflegedienst (eine tolle Frau!) auf mich zu. Sie sagte mir, sobald der erste positive Corona-Fall bei den von ihr versorgten Patienten auftritt, sie nicht mehr zu uns kommen könne. Sie hat mir dann gezeigt, wie die Medikamentenversorgung über die Magensonde von der Mama funktioniert. Das war der Moment, wo ich dachte „Ich kann das nicht!“.

Ich kann eine Windel wechseln, ich kann sie vom Rollstuhl ins Bett legen, aber das mit der Magensonde war eine Grenze für mich. Diese Verantwortung! Da dachte ich, wenn das jetzt auch noch passiert, dann dreh ich durch.

Toi Toi Toi, der Fall kam nicht, der Pflegedienst konnte durchgehend zu uns kommen. Aber es war immer die Angst, nicht zu wissen, wie es morgen weiter geht.

schwere Entscheidung

Schwere Entscheidung

Also habe ich mich im Mai entschieden, Mama auf die Warteliste setzen zu lassen in dem Heim direkt vor unserer Haustür, ein Katzensprung entfernt. Es hat dann bis August gedauert, bis ein Platz für sie frei wurde. Fast jeden Tag  habe ich gedacht „Wenn der Anruf jetzt nicht kommt, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr!“

In der Zeit hat sich dann mein Mann von mir getrennt. Das war echt krass.

Ende August kam der Anruf, dass ein Pflegeplatz frei sein. Mit dem Pflegedienst habe ich alles organisiert, hab ihren Koffer gepackt, das war so hart. Ich habe versucht, es ihr zu erklären, aber man weiß einfach nicht, was bei ihr ankommt. Es war schlimm, weil ich dachte „Na toll, jetzt gebe ich sie weg. Ich hab versagt und Papas Willen nicht erfüllt.““

Ich habe mir unendlich viele Sorgen gemacht, wie es wohl wird. Kommen sie im Heim mit ihr klar? Oder sagen sie nach vierWochen, „die Frau ist so schrecklich, sie müssen sie wieder holen.“

Doch tatsächlich, vom ersten Tag an – toi toi toi – gab es nie ein Problem. Ich habe sie am Anfang viel besucht, durfte bisher aber nur einmal mit aufs Zimmer, weil die Besucherregeln wegen Corona so streng sind. Ich konnte mir ein Bild machen und sehen, dass sie dort gut aufgehoben ist und gut betreut wird. Mama hat sich nicht beschwert, nicht dagegen gearbeitet und es total angenommen und akzeptiert. Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen!

Kürzlich bekam ich einen Anruf von der Pflegedienstleitung, ganz süß. Sie sagte mir, es gäbe eine Bewohnerin, die zwei kämen gut miteinander aus, sie würde der Mama immer vorlesen. Ob ich einverstanden bin, wenn sie Zimmer tauschen und zusammenziehen?

Ich bin einfach nur froh zu wissen, dass Mama in diesem Pflegeheim gut aufgehoben ist. Wir warten jetzt auf die Immunen und ich hoffe einfach, dass sich das Ganze dann entspannt.

Du hast ein besonders bewegendes Jahr hinter Dir

Ich frage mich rückblickend, wie es überhaupt funktioniert hat. Ich habe nach wie vor ein großes Problem mit dem ANNEHMEN vom Schicksal meiner Eltern. Wenn meine Eltern 80 gewesen wären, wäre es vielleicht was anderes gewesen. Ich habe auch ein Thema mit dem „Mitleiden“. Ich weiß, dass es nicht gut ist, aber es tut mir persönlich richtig weh. Meine Elternwollten immer alles SPÄTER machen. Und was haben sie gemacht? Gar nichts! Das ist hart, aber auch eine Erkenntnis für mich.

Jetzt hast Du wieder Zeit, etwas für Dich zu tun. Das fällt Dir nach dieser langen Zeit sicherlich schwer.

Ja, das fällt mir echt schwer. Vielleicht auch, weil die Kombination mit dem „alleine leben“ dazu kommt. Für mich ist zur Zeit noch jeder Tag eine Herausforderung.

Ich gehe jetzt zu einer Familientherapeutin. Zwar habe ich gute Freunde, aber das Thema belastet so sehr und überfordert auch. Es ist besser, wenn ich Hilfe von außen bekomme.

Einmal am Tag muss ich eine halbe Stunde spazieren gehen. Das brauch ich, um nachts besser schlafen zu können. Ich hätte nicht gedacht, dass Bewegung einem so helfen kann, dass es so guttut, nach draußen zu gehen.

Ich habe immer gedacht, wenn man so ein paar Entscheidungen im Leben richtig trifft, z. B. wenn man einen ordentlichen Schulabschluss macht, einen guten Beruf und Partner wählt, dass es dann gemütlich so dahin geht. Das war meine Vorstellung vom Leben und ich muss feststellen, dass es einfach überhaupt nicht so ist, dass es naiv von mir war. Das Leben geht einfach kreuz und quer, auf und ab.

Was würdest Du dir wünschen, wo Du heute in 12 Monaten bist?

Dann hätte ich gerne eine kleine Wohnung, eine kleine, eigene, gemütliche Wohnung, wo ich in Frieden leben kann, ohne entscheiden zu müssen, ob ich nächsten Monat wieder umziehen muss.

Grundsätzliche glaube ich, dass ich auf einem guten Weg bin. Die beste Entscheidung in 2020 war, die Mama unterzubringen. Vom ENTSCHEIDEN, zum MACHEN und dann damit zu LEBEN, das war eine Hürde. Ich dachte, das schaffe ich nie. Aber ich habe es geschafft.

schwere Entscheidung Mama

Im Grund genommen war diese Entscheidung auch ein Akt der Liebe von Dir. Liebe zu Dir selber, aber auch für die Mama

Genau. Die Mama hätte niemals gewollt, dass ich so unglücklich bin. Welche Mutter will das schon für ihr Kind?

Im Nachhinein denke ich mir auch, dass bei meinen Eltern so viel unausgesprochen war. Wie sie leben wollen im Alter, wie sie sich vorstellen, was wäre, wenn sie krank sind. Da wurde nie drüber gesprochen,

Also ein Appell an dieser Stelle an alle, die diesen Beitrag lesen: Kümmert Euch früh genug um diese Dinge!

Ja, es ist mehr als unangenehm, die Eltern zu fragen, wo sie im Alter leben wollen, wo sie beerdigt werden möchten oder was geschieht, wenn sie nicht mehr über sich selber entscheiden können. An schlechten Tagen finde ich es einfach nur unfair, dass sie all diese Entscheidungen mir überlassen haben.

Fakt ist, mein Leben ist noch nicht vorbei. Da ist zwar der Tod meines Vaters und die Krankheit meiner Mutter, aber ich bin noch da. Das wäre auch in ihrem Sinne.

 

Liebe Nina, ich danke für sehr für Deine Geschichte. Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Zukunft und hoffe, dass Du in diesem Jahr Deinen ersehnten Urlaub am Meer machen kann. Und Deiner Mama wünsche ich heute alles Gute zu ihrem Geburtstag!

 

 

  • Astrid 17/01/2021 at 8:42

    Ich bin voller Bewunderung für Nina, eine so starke Frau, einfach toll! Ich weiß, wie schwer es ist, wenn plötzlich die Rollen zwischen Eltern und Kindern vertauscht sind, wie schwierig es ist, Entscheidungen zu treffen, die sich für einen selbst so egoistisch anfühlen. Ich glaube, das ist häufig ein Problem von uns Frauen: sich selbst ganz hintenan zu stellen, so lange, bis es nicht mehr funktioniert. Ich wünsche Nina viel Mut und Zuversicht für die kommende Zeit!
    Liebe Grüße,
    Astrid

  • Sabine 17/01/2021 at 9:00

    Nina würde ich am liebsten in den Arm nehmen und ihr sagen, was für eine tolle Tochter sie ist. Das Leben wird für sie noch viel Schönes bereit halten, das wünsche ich ihr zumindest von Herzen. Alles Gute für Nina und ihre Mama!

  • Pia 17/01/2021 at 10:36

    Whoa, ich musste mehrmals schlucken, bei dieser sehr emotionalen Momentaufnahme. Hochachtung vor Nina, wie sie alles meistert!!! Ich bin selbst fast im Alter Ihrer Eltern und habe eine fast gleichaltrige Tochter…. Ich arbeite in der Verwaltung eines Altenheims und sehe oft zweifelnde Angehörige, ob sie gerade das Richtige tun. Wer weiß das schon… Wem nutzt es, sich selbst an den Rand der nervlichen und körperlichen Belastbarkeit zu bringen?…..
    Ich bin davon überzeugt, dass ihr Vater sie versteht, ihr nicht diese Bürde auferlegen wollte, sich alleine um ihre Mutter kümmern zu müssen… Zwei Fragen tun sich auf: wie sieht die Unterstützung ihres Bruders aus?….. und ist ihre Beziehung aufgrund der Schicksalsschläge zerbrochen?…..
    Eigentlich könnte Nina ein Buch über das Erlebte schreiben ( oder Podcasts)….
    Ich wünsche Nina weiterhin viel Kraft und dass sie mit ihrer Mama noch viele gute Tage erlebt und dass sie eine neue Liebe findet, die ihr nicht nur “ in guten, sondern auch in schlechten Zeiten“ zur Seite steht.
    ganz, ganz liebe Grüße
    Pia

    • fräulein | ordnung 17/01/2021 at 11:17

      Wir haben ganz bewusst den Bruder und die Trennung hier rausgehalten. Nina war es wichtig, nur die Geschichte ihrer Mutter zu erzählen und ich freue mich, dass sie hier auf so viel Verständnis und Mitgefühl stößt.

  • Nicole 17/01/2021 at 11:45

    Liebe Nina, liebe Denise,
    ich sitze hier tief berührt. Berührt davon, was deine Liebe zu deinen Eltern dich machen, schaffen und aushalten ließ. Das war ganz schön viel, dass du immer wieder dein Herz über den Kopf gestellt hast. Ich finde es richtig, dass du dir Hilfe von außen holst. Dass eine solche Sicht auf die Umstände für dich mehr gerade rückt.
    Und du hast, auch wenn es dir schwerfiel, richtig mit der Mama gehandelt.
    Wir haben schon ganz früh eine Patientenverfügung, Vollmacht und ein Testament erstellt. Denn: Das passiert uns nicht, gibt es nicht. Deshalb schließe ich mich dir an, Nina. Das sollte man klären und besprechen. Das macht es allen leichter.
    Ich wünsche dir, dass deine Wünsche in Erfüllung gehen und du deine Hoffnung niemals verlierst. Danke dir, liebe Denise, dass du Nina diesen Raum gegeben hast.
    Alles Liebe
    Nicole

  • Meckelholt, Yvonne 17/01/2021 at 12:07

    Ich bin beeindruckt von Nina und ihrer Ehrlichkeit und wünsche ihr, dass ihr Traum sich erfüllt und würde gerne etwas tun. Kann ich Dir liebe Denise etwas senden, was du dann weiterschicken würdest? Von Herzen ein lieber Gruß und der Wunsch das nur das Beste für Nina ab jetzt kommt. Yvonne Meckelholt

  • Ulrike 17/01/2021 at 12:13

    Ein sehr besonderer Artikel, vielen Dank für diese Offenheit. Ich ich fühle mit und kann es sehr nachempfinden, wie schwer es ist, so elementare Entscheidungen zu treffen. Auch ich denke, es ist sehr wichtig, sich selbst nicht ganz hinten anzustellen. Aber diese Erwartungshaltung an sich selbst, es alles stemmen zu müssen. Das abzulegen, ist schwer. Alles Gute !

  • Doro 17/01/2021 at 12:20

    Liebe Nina,

    es tut mir von Herzen leid was Dir passiert ist. Ich drücke Dir fest die Daumen das Du bald eine schöne Wohnung für Dich findest und dort ein kleines kuscheliges Nest für Dich hast indem Du zur Ruhe kommen und heilen kannst.
    Ich glaube Du hast für Deine Mutter die richtige Entscheidung getroffen. Ich stelle es mir so schwer vor wenn sich das Eltern-Kind-Verhältnis durch die Pflege so verschiebt und denke das ist oft auch mit großer Scham von Seiten des Pflegebedürftigen behaftet. Es ist schon eine große und so fordernde Aufgabe die Organisation und die liebevolle Betreuung in Form von Besuchen drumherum zu leisten.
    Ich wünsche Dir alles Gute!
    Möge die nächste Zeit nur noch schöne Dinge für Dich bereit halten!!!

  • Sibille 17/01/2021 at 12:56

    Danke für das Interview. Ich wünsche Nina alles Gute für ihren neuen Lebensabschnitt.

    Ich habe mit meiner Mutter alles schriftlich geregelt (Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht) Das hat mir das Leben erleichtert, um alle behördlichen und finanzielle Sachen f. sie zu regeln. Meine Mutter ist mit 80 in ein Pflegeheim. Heute m. 84 Jahren und Demenz hätten wir es nicht mehr gemeinsam regeln können.

    Ich bin 51 und habe seit 8 Jahren ebenfalls alles Notwendige, sie oben, geregelt. Weil ich es als fair ggü m. Umfeld finde.

  • Rosalie 17/01/2021 at 13:03

    Was für eine Geschichte! Nina, du hast alles richtig gemacht. Aber das war sicher unglaublich schwer. Ich wünsche dir, Nina, dass du zur Ruhe kommst und wieder in deine Kraft. Nur so kannst du gut deiner Mama beistehen, wenn auch auf ganz andere Weise. Von Herzen alles Gute.

  • Britta 17/01/2021 at 13:20

    Ich kann Nina gut verstehen… meine Mutter ist im Oktober nach einem Schlaganfall in der Reha plötzlich verstorben, mit Anfang 70… mein Vater ist schon seit 15 Jahren tot. Ich bin erst 41 Jahre und hab plötzlich keine Eltern mehr. Das schmerzt… man muss auf einmal Verantwortung für Dinge übernehmen obwohl man dafür noch gar nicht bereit ist. Auch die Entscheidung für sich selbst zu treffen ob ich einen Angehörigen zu Hause pflege oder ins Pflegeheim gebe ist unglaublich schwer. Man hadert und hat so viele Gewissensbisse… und was bei mir noch manchmal aufkommt, das mag ich fast gar nicht sagen… ist Neid auf die Anderen, die noch fitte Eltern haben… ist gemein, ich weiß. Ich wünsche Nina das sich ihre Wünsche für 2021 erfüllen. Dir Denise, vielen Dank für diesen Blog, ich lese bereits seit über einem Jahr und hab mich bisher nie getraut zu schreiben…

  • Birgit 17/01/2021 at 15:07

    So viele Schicksalsschläge, so dicht beieinander! Hut ab, das ist eine große Leistung von Nina. Ich bin knapp 60 und habe es auch erlebt, Entscheidungen und Verantwortung für meine Eltern zu übernehmen. Ich hätte mir gewünscht (und habe sie oft in früheren Zeiten darum gebeten), sie hätten es selber getan und vorbereitet. Betreuung von Eltern ist eine imense Belastung, nicht nur zeitlich sondern viel mehr emotional. Ein ständiger Kampf des Gewissens und dazu der Kampf mit der Bürokratie, wie es gut beschrieben wurde. Da meine Schwester im Tsunami ums Leben kam und mein Mann früh an Krebs verstarb, kann ich auch das „allein gelassen sein“ sehr gut verstehen. Ein Satz, der mir stets gut geholfen hat ist, dass alles, sei es noch so tragisch, auch ein Gutes hat. Augen auf und nach dem Guten schauen!
    Liebe Grüße Birgit

  • Martina 17/01/2021 at 18:32

    Mit großer Betroffenheit habe ich diese Momentaufnahme gelesen.
    Nina, Du hast Unglaubliches geleistet!  Ich bin tief beeindruckt und wünsche Dir von ganzem Herzen, dass sich Dein Leben von jetzt an positiv gestaltet, alles Schwere hinter Dir liegt.
    Du hast es verdient!
    Mein besonderer Dank gilt Denise für diesen sehr nachdenklichen Beitrag.

  • Labud Heike 17/01/2021 at 21:39

    Liebe Nina,
    Du hast so recht wenn Du sagst wie wichtig es ist mit den Eltern über ihr Alter, Pflege und auch den Tod zu sprechen. Es ist ja immer schon sehr traurig wenn man ein Elternteil verliert aber wenn man dann noch alles entscheiden muss ist es noch schwerer. Es kann auch ein wenig trösten wenn man genau weiß was sie sich wünschen und Ihnen dann den Abschied geben kann den sie wollten.
    Uns Du hast Dich richtig entschieden als Du Deine Mutter in ein Heim gebracht hast. Du musst Dein eigenes Leben leben und ich denke auch nur wenn es Dir gut geht kannst Du Deiner Mutter bei deinen Besuchen Deine Freude und ein wenig Glück schenken. Ich bin mir auch ganz sicher sie spürt wenn es Dir nicht gut geht.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und viel Glück für Deinen weiteren Weg, ich denke Du packst das.
    Alles liebe Heike

  • Lili 18/01/2021 at 13:52

    Liebe Nina,
    ich wünsche Dir alles Gute für Dich und Dein Leben.

    Du schreibst, dass es wichtig ist, mit seinen Eltern über Alter, Pflege und Tod zu sprechen. Richtig. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, das alles auch für sich selbst zu überlegen und mit seinen Lieben zu besprechen, wie man es sich selbst wünscht. Meine Erfahrung in diesem Bereich zeigt, dass das für jeden schwierig ist. Es gibt Menschen, die es tun, aber viele, die es aufschieben.

    Ich will sagen: Nicht nur mit den Eltern über deren Gedanken zu den Themen Alter, Pflege und Tod sprechen, sondern auch über seine eigenen Vorstellungen dazu und ruhig auch die Gedanken zu Papier bringen. Keine einfache Sache.

    In jedem Fall möchte auch ich Nina spiegeln: Deine Entscheidung war richtig.
    Liebe Grüße
    Lili

  • Regina 19/01/2021 at 9:31

    Liebe Nina,
    danke fürs Teilhaben lassen. Ich kann sehr gut nachvollziehen; was du alles geleistet hast. Das sind 1000 Entscheidungen und 1000 kleine Abschiede die es durchzuhalten gilt. Was für eine Aufgabe ….und man muss lernen, Hilfen anzunehmen ,wow, welch unglaubliche Aufgaben die du da geschafft hast. Ich wünsche dir eine gute Zeit !
    Liebes Fräulein Ordnung, eine der berührendsten Momentaufnahmen überhaupt….Menschen und ihre Geschichten, ich fände ,das diese in deinem nächsten Buch stehen sollten
    Danke dafür

    • fräulein | ordnung 19/01/2021 at 9:35

      Liebe Regina,
      Danke für Deine Worte! All diese Kommentare sind unglaublich wertvoll für Nina!

      Und tatsächlich liegt das Exposé für ein mögliches Buch bereits beim Verlag 🙂

      Alles Gute
      Denise

  • Nicole Kirchdorfer 19/01/2021 at 21:09

    Oh Mann, echt heftig und es erinnert mich einmal mehr daran, dass ich a) meiner Mutter eingeschärft habe, eine Patientenverfügung zu machen und es b) auch längst zusammen mit meinem Mann machen wollte…
    Wie Recht Ihr habt. man muss einfach zeitnah an die Möglichkeit denken, denn Entscheidungen von den Angehörigen zu verlangen, ist kein wirklicher Akt der Liebe.
    Ich ziehe meinen Hut und wünsche viel Glück!
    LG Nicole

  • Nina 21/01/2021 at 7:44

    Ihr lieben, lieben Frauen, von Herzen vielen Dank für die zahlreichen nachdenklichen, aufbauenden und mitfühlenden Kommentare! Das Skypen mit Denise und die ganze Geschichte dann aufgeschrieben zu „sehen“ haben mich auf meinem persönlichen Weg der Verarbeitung und Trauer einen großen Schritt weiter gebracht. Ich bin sehr froh und dankbar euch unsere Geschichte erzählt zu haben. ❤

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