Ordnung

Neulich, auf einer Kochtopf-Party

21/06/2018

Gedanken zu Verkaufspartys

Schon vor Jahren habe ich Partys abgeschworen, bei denen am Wohnzimmertisch Sachen verkauft werden. Egal ob Kosmetik, Putzmittel oder Frühstücksdosen, ich habe konsequent jede Party abgelehnt. Was gar nicht so einfach ist, denn ich behaupte mal: Je ländlicher man wohnt, desto mehr Einladungen zu solchen Partys bekommt man. Das Angebot in meinem Wohnort ist auf jeden Fall immens hoch!

Wohnzimmer

Kochtopf-Party

Nun gab es verschiedene Umstände, die mich vor einigen Monaten doch zu so einem Abend gebracht haben. Es ging um Kochtöpfe und ich wollte meiner Nachbarin einen Gefallen tun, die 3 Gäste für diesen Abend benötigte. Warum ich eine Ausnahme gemacht habe? Weil wir die beworbenen Töpfe bereits in unserem Haushalt haben. Sie sind mit Micha hier eingezogen und bis zu diesem besagten Abend war mir auch nicht klar, was für ein Vermögen damit in unseren Schränken schlummert.

Der Abend war ganz nett. Es wurde ein bisschen gebraten und gekocht, um zu sehen, wie fettfrei und nährstoffreich mit den Töpfen und Pfannen gebraten und gekocht wird. Auch wie energiesparend man damit kochen kann, war mir bis dahin nicht bewusst.

Kochtopf-Party

Das anschließende „Verkaufs- und Beratungsgespräch“ fand einige Tage später, bei jedem Teilnehmer separat zu Hause am eigenen Wohnzimmertisch statt. Dort wurde versucht, eine neue Buchung für eine weitere Kochtopf-Party zu generieren. Das System kennt vermutlich jeder. Gelockt wurde mit diesem und jenem Geschenk, die Vorzüge der jeweiligen Produkte wurden noch einmal betont und spätestens die Möglichkeit, einen Topf im Wert von ca. 300 € für nur 29 € zu bekommen, wenn man solch eine Party ausrichtet, lässt die meisten Menschen nervös auf dem Stuhl hin und her rutschen.

Auch ich habe gezögert und überlegt. Mindestens drei Menschen für einen Abend einzuladen wäre wahrlich kein Problem.

Aber ich wollte es doch gar nicht!

Mir war es auch so schon unangenehm, dieses Gespräch führen zu müssen.

Fast hätte ich zugestimmt … nur, weil mir der Verkäufer ein kleines bisschen leid tat.

Was für eine Zwickmühle!

Was mir der Abend als Erkenntnis gebracht hat?

Weiterhin auf meinen Bauch hören und mich zu nichts hinreißen lassen!

Ich möchte solche Verkaufspartys auf keinen Fall verteufeln, sichern sie ja auch das Einkommen von vielen Menschen. Doch wer nichts braucht, sollte solche Veranstaltungen meiden! Sonst sitzt man garantiert dort und bekommt doch irgendwie das Gefühl, man bräuchte vielleicht diese eine Dose, den einen Reiniger oder den neuen extra Deckel für den Hochleistungs-Topf. Heute zum Sonderpreis, limitiert und sowieso heiß begehrt.

Kochtopf-Party

Magnetschmuck, Kosmetik, Kinderkleidung, Dessous … es gibt fast nichts, was es nicht als Verkaufsparty gibt. Und natürlich kann es auch nett sein, mit Nachbarinnen und Freundinnen zusammen zu sitzen, was zu trinken und sich nebenbei berieseln zu lassen. Doch Fakt ist, dass der Verkäufer am Umsatz interessiert ist und oft so gut geschult, dass man am Ende des Abends doch irgendwas kauft. Oder wenigstens, um der Gastgeberin einen Gefallen zu tun.

Sehr freundlich, aber Nein Danke

Für unser Erscheinen zur Kochtopf-Party gab es  für jeden Gast ein großes Serviertablett aus Edelstahl.  Mein erster Gedanke war, freundlich abzulehnen, so wie ich auch sonst immer „Nein Danke“ sage, wenn mir etwas angeboten wird, was ich nicht gebrauchen kann. Nun steht es hier, das Tablett. Weil ich eben nicht dankend abgelehnt habe. Jetzt hoffe ich, dass einer meiner nächsten Gäste Interesse an diesem Tablett hat und es ein neues Zuhause findet.

(kurze Info: das Tablett habe ich Samstag verschenkt!)

Kochtopf-Party

So schnell werde ich auf jeden Fall nicht wieder zu so eine Party gehen!  (… es sei denn, es ist eine Party, bei der Spielzeug für das Schlafzimmer verkauft wird … wieso kommen solche Einladungen eigentlich nie bei mir an? …)

 

Ordentliche Grüße

Denise

 

15 Kommentare

  • Antworten Sonja 21/06/2018 at 6:11

    Guten Morgen,
    ich war noch nie auf einer Verkaufsparty. Diese Art des Verkaufens ist mir suspekt und auch zu teuer.
    Das Tablett kannst du ja hier verlosen!
    LG
    Sonja

  • Antworten Imke 21/06/2018 at 7:42

    Liebe Denise, ich habe letztens eine Kochshow bei mir gebucht, aber nur weil ich einige der Backformen, die dort verkauft wurden sowieso haben wollte. Durch den Abend habe ich eine Menge Geld eingespart und bin ganz happy mit den neuen Sachen. Allerdings gebe ich dir Recht…. einen Kerzenabend oder Putzmittelabend würde ich nicht besuchen, da ich eh nichts dort kaufen wollen würde.

    Viele Grüße von Imke

  • Antworten Anja 21/06/2018 at 16:18

    Hallo Denise, ich finde es toll, dass Du auf dieses Thema eingehst. Ich muss zugeben, dass ich beim Lesen des Texts anfangs dachte: „Och nee, nicht schon wieder Werbung“, aber dann war ich von dem Twist sehr überrascht – im positiven Sinne.
    Ich war vor Jahren mal auf ein, zwei Tupperpartys, weil eine Freundin das mal gemacht hat. klar, so ein Geschenk ist nett, aber da werden eben auch Bedürfnisse geweckt, die vorher gar nicht da waren. Zum Glück werde ich heute nicht mehr zu solchen Partys eingeladen.
    Viele Grüße
    Anja

  • Antworten Alexandra 21/06/2018 at 17:00

    Hallo Denise, ich war vor vielen Jahren auch mal auf so einer Kochtopf-Party. Die penetrante Belagerung durch den Verkäufer in den Tagen und Wochen danach ist mir noch in allerschlechtester Erinnerung. Nie wieder! Tupper mach ich auch nicht mehr. Immer dieser Gruppenzwang… Danke für Deine tollen Beiträge! Viele Grüße Alexandra

  • Antworten Elke 21/06/2018 at 18:41

    Sonja:
    ich war noch nie auf einer Verkaufsparty. Diese Art des Verkaufens ist mir suspekt und auch zu teuer.
    Das Tablett kannst du ja hier verlosen!

    Das war auch mein erster Gedanke:-)). Eine Verlosung für das Gute Stück.

    Hallo Denise,
    also ich wohne ja auch auf dem Land, aber bei uns hat sich diese Art des Verkaufens zum Glück etwas gelegt. Man hat eh von allem zuviel. Mich begleiten meine II.Wahl-Töpfe aus Geislingen an der Steige nun schon seit 25 JAhren und ich bin hoch zufrieden und brauche keine Hochleistungstöpfe. Zum Essen kochen braucht man Zeit und Muse, wenn es schnell gehen soll, gibt es die Mikrowelle ;-))).
    Man sollte viel öfter „Nein“ sagen :-).

    LG
    Elke

  • Antworten Carina 22/06/2018 at 0:33

    Hallo Denise,
    das Bild im Esszimmer ist total schön! Ist das ein eigenes Foto und sind das du und deine große Tochter?
    Liebe Grüße
    Carina

  • Antworten Ursula 22/06/2018 at 9:08

    Oh ja, ich sage da auch schon sehr lange nein, danke! Früher war das anders, eine Zeitlang (vor 25 Jahren etwa…) ging hier eine Tupperwelle durchs Land, und man besuchte sich jeweils gegenseitig auf den Parties und fing an, bestimmte Tupperdinge zu sammeln (Gewürzzwerge…Vorratsbehälter etc.).
    Inzwischen habe ich mich davon komplett losgelöst und finde vor allem, dass die Dinge dort total überteuert angeboten werden. Verkauft wird nicht, weil die Sachen ihr Geld wert sind, sondern weil auf der Party irgendwie so ein Kaufrausch ausgelöst wird…

    Das mit dem Tablett finde ich übrigens ein bisschen lustig, ha ha! Wäre interessant, ob ich es da geschaft hätte, nein zu sagen… 🙂

  • Antworten Thea 22/06/2018 at 9:39

    Ich war auch noch nie auf so einer Party, ach nee stimmt nicht: einmal, da gab es Wollschals- den habe ich sogar gerne getragen 😀 Ich finde, man kann sich stattdessen doch einfach so mal öfter unter Nachbarinnen, Freundinnen treffen. So ein Verkaufsevent braucht man da doch gar nicht. Muss man sich nur mal bewusst werden. Da ich zum Glück in der Stadt wohne, wurde ich noch nie eingeladen, aber meine Freundinnen in der Heimat machen das schon öfter. Konnte ich noch nie verstehen..

  • Antworten Christina 22/06/2018 at 16:26

    Oh ja, diese Topf-Party kenne ich. Einmal und nie wieder! Ich bin auch nur der Gastgeberin zuliebe gekommen und war sogar ein wenig enttäuscht von den angeblichen Wundertöpfen. Vielleicht lag es aber auch am unsympathischen Verkäufer, mit dem ich nicht warm wurde. Ich habe ihn dann auch vom Nachbesuch ausgeladen. Davon war er zwar nicht begeistert, aber ich fand es einfach ehrlicher, weil ich sowieso nichts gekauft hätte.

  • Antworten Tischlein deck dich 22/06/2018 at 17:08

    Meine Kurzform: Recht hast Du!!! Liebe Grüße Birgit

  • Antworten Julia 24/06/2018 at 9:30

    Was für ein witziger Zufall. Ich habe diese Verkaufspartys immer versucht zu vermeiden, aber bei einer „Schlafzimmer-Spielzeugparty“ wollte ich immer schon mal dabei sein. Da es nie dazu kam, habe ich mich selbst darum gekümmert und es für meine Geburtstagsfeier gebucht. Anfangs waren alle Gäste eher unbegeistert von der Idee, aber im Endeffekt hat es so riesen Spaß gemacht und war auch sehr interessant. Man hat dann auch gerne was gekauft weil das gerade Sachen sind, wo man besser persönlich beraten wird und sonst vl die Hemmschwelle zu hoch ist. Ich würd’s dir empfehlen 🙂

  • Antworten Lili 25/06/2018 at 10:15

    Liebe Denise,

    vielleicht kannst Du das Tablett bei einer der nächsten Gelegenheiten mal schön verschenken. Ich habe so ein Tablett zu einem geeigneten Anlass einfach mit vielen Teelichtern gefüllt (und ein gutem Tee schön verpackt) und habe die Teelichter vor der Tür des zu Beschenkenden angezündet. Das war ein tolles Geschenk…und weg wars Tablett.

    Liebe grüße
    Lili

  • Antworten Katrin 28/06/2018 at 19:43

    Vielen Dank für diesen Beitrag, den habe ich als Anstoß dringend gebraucht, um bei der Plastikschüsselverkaufsveranstaltung der Nachbarin abzusagen. Freundlich aber bestimmt. Danke! Liebe Grüße von Katrin

  • Antworten

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