Ordnung

Wenn die Welt still steht

19/03/2020

Die Welt dreht sich gerade ein bisschen langsamer und wir wissen nicht, wie lange das so bleiben wird

Normal wird es sowieso nicht wieder werden.

Es wird anders und das muss noch nicht mal das schlechteste sein.

Heute mit Ordnung um die Ecke zu kommen, finde ich etwas fehl am Platz.

Niemand mag etwas über Frühjahrsputz, Fehlkäufe oder Flusen lesen, wenn die Welt still steht!

Hoffnung

Bei all den Sorgen, die wir uns alle im Moment machen – besonders existenzieller Natur – versuche ich mich selber jeden Tag zu erden. Letzten Samstag habe ich es schon geschrieben: Focus on happy! 

Die Tatsache, dass wir alle zu Hause bleiben sollen, bedrückt mich persönlich nicht so sehr. Ich liebe mein zu Hause und ich liebe die Tatsache, dass ich im Moment alle drei Kinder bei mir habe (was für eine glückliche Fügung, dass wir Paula’s Flug schon vor Monaten für genau jetzt gebucht haben).

Mich bedrückt eher meine eigene Hilflosigkeit. Dass die, die in systemkritischen Berufen nun doppelt soviel Arbeit haben, dass so viele Existenzen gefährdet sind. Viele von uns wissen nicht, wie sie ihre Miete und sonstigen monatlichen Kosten zahlen sollen.

Aber ich vertraue darauf, dass es für alle eine Lösung geben wird.

Das Leben geht weiter. Irgendwie.

Nebenbei geht es Mutter Erde so gut wie lange nicht mehr.

Weniger Flüge, weniger Verkehr, weniger Konsum … vielleicht sogar weniger Müll?

Irgendwie hat alles immer auch eine positive Seite.

Wenn die Welt still steht

Wenn die Welt still steht

Für mich ist klar, dass erst einmal gar nichts klar ist. Je schneller wir uns an diese Tatsache gewöhnen, desto besser. Es nutzt nichts, zu schimpfen, zu rebellieren, Schuldige zu suchen, sich im Selbstmitleid zu suhlen.

Wir sitzen alle im selben Boot!

Wir werden alle die wirtschaftlichen Folgen zu spüren bekommen. Es geht dabei nicht darum, wer die größeren Probleme hat. 

Es geht darum, neue Wege zu finden, Werte zu überdenken, solidarisch zu sein, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und genügend Platz für die Freude zu lassen.

Wenn die Welt still steht

Zeit als Geschenk

Für mich ist die aktuelle Zeit ein Geschenk, denn zwischen November und Februar wusste ich arbeitstechnisch nicht, wo mir der Kopf stand. Jetzt geht mein Wecker eine Stunde später, wir können zusammen frühstücken und ich habe viel Zeit, um an meiner neuen Homepage zu basteln. Natürlich wäre es mir lieber, wenn ich Aufträge abarbeiten dürfte, mit denen ich Geld verdiene, die nun aber abgesagt wurden. Aber ich versuche, das absolut Beste aus unserer Situation zu machen.

Unser Alltag ist komplett entschleunigt. Es gibt jeden Tag etwas Leckeres zu essen, wir backen viel Kuchen, das schöne Wetter lädt zum Spazieren gehen ein (wir wohnen zum Glück sehr ländlich) und irgendwie staut sich keine Wäsche mehr.

Das Leben ist schön! Auch unter erschwerten Bedingungen! 

Angst, Panik und blinder Aktionismus sind keine guten Partner!

Wenn die Welt still steht

Glaube

Versteht mich bitte nicht falsch! Auch ich mache mir viele Gedanken, nehme die Lage sehr ernst und habe Sorgen, dass ich meine Miete nicht mehr zahlen kann. Aber: ich kann an der Situation nichts ändern. Ich trage aber die Verantwortung für mich und meine Kinder und wie die Stimmung bei uns zu Hause ist. Glaube daran, dass alles gut wird, auch wenn die Welt gerade still steht.

Was mir gerade guttut:

  • Eine klare Routine! Zum Glück bin ich Profi in Sachen Homeoffice und weiß, wie wichtig es ist, zu regelmäßigen Zeiten aufzustehen, sich was Gescheites anzuziehen (auch wenn man das Haus vielleicht gar nicht verlässt!) und zu festen Zeiten zu essen. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um in eine entspannte Ferienstimmung zu gleiten. Wir haben jetzt keine Ferien!
  • Mein Bücherstapel! All die ungelesenen Bücher, die ich eigentlich mit in den Osterurlaub nehmen wollte – jetzt habe ich Zeit dafür!
  • Die App CALM. Schon lange einer der wichtigsten Apps für mich. Für meine Morgen-Meditation und für meine Gutenacht-Geschichte.
  • Ordnung. Für mich absolut wichtig, dass es schön und ordentlich ist. Das beruhigt den Geist und gibt uns allen ein gutes Gefühl.

Was machst Du gerade, damit es Dir gut geht?

Wie auch immer Deine Tage gerade aussehen, mach‘ es Dir gemütlich!

Das Zuhause ist der beste Ort der Welt und es gibt wahrlich schlimmere Auflagen, als diesen Ort in den nächsten Wochen möglichst nicht zu verlassen.

#stayhome

 

BLEIB ZU HAUSE

REDUZIERE SOZIALE KONTAKTE

WIR SCHAFFEN DAS

#StayHomeStaySafe

 

 

 

16 Kommentare

  • Antworten Jenny 19/03/2020 at 8:52

    Liebe Denise,ich sehe das 1 zu 1 wie Du.Du hast mir aus der Seele geschrieben😅.

    Wir haben auch zu unserem vierzehnjährigen gesagt,es sind jetz keine Ferien…

    Ich mache ab und zu eine Entspannungsaudio.Möchte gern unbedingt mehr Yoga jetzt machen,weil man doch sehr angespannt ist im Moment.Das mit der Ordnung geht mir auch so ,sie ist im Moment besonders wichtig.

    Liebe Grüße Jenny

  • Antworten Michaela 19/03/2020 at 9:54

    Liebe Denise,
    vielen Dank, für Deine Worte. Zu ganz großen Teilen empfinde ich ganz genauso wie Du. Mein Glück ist, dass mein Arbeitgeber, also die Firma, sehr gut aufgestellt ist und wir das Gefühl haben, es ist zwar eine Durststrecke – wie lange auch immer – aber danach geht es weiter. Was für mich neu ist: seit heute bin ich im Homeoffice und das ist gewöhnungsbedürftig, zumal ja nicht wirklich viel zu tun ist…. da läuft man schon Gefahr, sich nebenher um die Wäsche zu kümmern – natürlich immer mit einem Blick auf den Laptop, aber immerhin…. Aber insgesamt genieße ich es auch, jetzt Zeit für „Projekte“ zu haben, die sonst immer zwischendrin und nebenher gelaufen oder ganz ausgefallen sind. Und „Planungssicherheit“ beim Kochen :-).
    Ich freue mich sehr für Dich, dass Du gerade jetzt Paula bei Dir hast und wünsche Euch eine wunderschöne Zeit.
    Liebe Grüße,
    Michaela

  • Antworten Aus Bremen 19/03/2020 at 11:48

    Ganz lieben Dank für deinen tollen Beitrag. Wo ist der Like Button?
    Mut und Hoffnung ist jetzt so wichtig. ich schreibe dein Focus on happy gleich mit Lippenstift auf den Spiegel 😍 Meine Männer müssen allerdings alle raus und es bleibt ein komisches Gefühl.

  • Antworten Susanne 19/03/2020 at 11:54

    Ich bin freiberuflich als Diätassistentin tätig , berate mobil, d.h. ich fahre normalerweise zu meinen Patienten nach Hause. Das habe ich komplett umgestellt auf Beratungen per Telefon oder diverse Internetplattformen. Aber ich merke auch einen Einbruch, weil Bauchschmerzen oder Übergewicht gerade mal nicht die Probleme sind, die unbedingt gelöst werden müssen. Und dafür habe ich auch absoutes Verständnis.
    Die Situation gerade ist nicht schön, wir haben das alle noch nicht erlebt, aber wie Du schreibst: Wir sitzen alle in einem Boot, wobei es immer noch Menschen gibt, die das nicht verstanden haben. Aber darüber habe ich mich bereits schriftlich im Blog ausgelassen.
    Wir bekommen das gestemmt,auch wenn wir jetzt mit Einschränkungen leben müssen. Aus jeder Krise kann man gestärkt rauskommen, wenn man es annimmt. Stichwort: Resilienz.
    Ich baue mir gerade eine andere Tagesstruktur auf, verwöhne mich auch mal selbst. Ich baue jetzt regelmäßige Yogasequenzen in meinen Tag ein. Ich habe ja nicht die Ausrede, dass ich keine Zeit dafür habe. 😉
    Ich plane Wocheneinkäufe, stelle mir vorher einen Wochenspeiseplan (Angewohnheit aus meiner Zeit in einem Krankenhaus) auf und danach den Einkaufszettel.
    Ich lese gerade Bücher um sie demnächst im Blog zu besprechen, ich arbeite mit den Kurskonzepten,zu denen ich die Einweisung erhalten habe. Es gibt also doch Einiges zu tun.
    Und der Fernseher wird nur abends angestellt. Ansonsten läuft das Radio. Hier kann ich besser die stündlichen Meldungen ausblenden. Informationen sind wichtig, aber ständig wiederkehrend das Gleiche brauche ich nicht.
    Bleibt zuhause wenn es geht und bleibt gesund. Letzeres ist wichtig!

  • Antworten Helena Gysin 19/03/2020 at 12:42

    Liebe Denise
    Es bleibt mir in fast allen Punkten nur zu sagen: JAWOHL! ABER in einem Punkt möchte ich dir widersprechen: Bitte, bitte die sozialen Kontakte nicht reduzieren!!! Denn es gibt auch noch fast vergessene Telefone, Briefe, Karten! Ich habe mir fest vorgenommen, jeden Tag 2-3 Kontakte in WhatsApp und/oder Adressbuch herauszupicken und Menschen zu kontaktieren. Ich befürchte nämlich, dass vielen von uns diese Isolation nicht gut tut, darum: neue (alte 😉 Wege suchen und einander gerade jetzt Verbundenheit und soziale Nähe spüren lassen.

    Helena

    • Antworten fräulein | ordnung 19/03/2020 at 13:01

      Dann sollte ich das direkt mal in PERSÖNLICHE Kontakte ändern 😉

      • Antworten Brautprinzessin 20/03/2020 at 8:55

        Liebe Denise,
        dank Menschen wie Dir, hat man etwas weniger das Gefühl das die Welt zu sehr still steht. Das es doch noch Leben dort draußen gibt. Wir haben das Glück in einer Zeit mit medialen Möglichkeiten
        ( nennt man das so? 😊) in so eine Situation zu geraten,so das hoffentlich niemand da draußen so schnell vereinsamt.
        Es zwingt uns alle grade dazu, mal etwas inne zu halten und uns der wirklich wichtigen Dinge wie Menschlichkeit und Rücksicht aufeinander zu besinnen.
        Wir müssen alle dadurch!
        Ich sitze in dieser Zeit mit meinen Kolleginnen in einer Kita und halte für Schlüsselpersonen die Kinderbetreuung aufrecht.
        Und ich danke all denen, die in den wohl zur Zeit härtesten Berufen (Verkäufer / Ärzte
        /Pflege…) alles geben.
        Danke, das es so schöne Möglichkeiten wie Deinen Blog gibt der einem das Gefühl gibt, nicht alleine zu sein.
        Ich wünsche allen da draußen das wir es so gesund wie möglich durchstehen.
        Passt weiter auf Euch auf 🍀

    • Antworten Lili 20/03/2020 at 12:31

      Liebe Helena,

      Dir kann ich nur zustimmen und Denise hat das ja auch schon getan.

      Ich habe seit Tagen peu á peu alle in unserem Haus angesprochen, wenn ich sie traf, habe Hilfe für den Fall von Krankheit oder Quarantäne angeboten und sehr nette Gespräche (mit Abstand) geführt. Diejenigen, die ich nicht getroffen habe (wie z.B. eine Krankenschwester, die hier wohnt und wohl in Schicht arbeitet) , habe ich mit einem kleinen persönlichen Brief angeschrieben, Hilfe angeboten und meine Kontaktdaten bekannt gegeben.

      Wir haben in unserem Ort einen Helferkreis gebildet und telefonieren jetzt diejenigen, von denen wir wissen, dass sie älter sind oder allein leben, an und bieten unsere Hilfe an. Die Reaktionen sind so positiv und viele bieten ihrerseits an, sich am Helferkreis zu beteiligen.

      Ich hoffe, dass die Krise, die meiner Einschätzung nach erst am Anfang steht, eine Chance für unsere Gesellschaft ist. Vielleicht wird dies langfristig wirtschaftlich unsere Gesellschaft „einen Gang“ runterschalten und wir müssen all die, die davon betroffen sind, auffangen, aber letztlich war es nur eine Frage der Zeit, wann erkannt wird, dass ständiges Wachstum eine Illusion ist und unsere Lebensgrundlagen zerstört.

      In diesem Sinne, bleibt gesund,
      Lili

  • Antworten Petra von FrauGenial 19/03/2020 at 13:07

    Ich habe inzwischen auch mehr Routinen in meinen Alltag gebaut und vermeide unnötige Kontakte, und konnte andererseits alte Kontakt e wieder aufleben lassen als ich durch meine Whatsapp Kontakte scrollte. Auch nehme ich meine Umwelt viel bewusster war( besonders die Nachbarn) ..denn ja es ist das Ding: wir stecken alle dadrinne, im selben Boot. Was ich aber schön finde, auch die Natur erholt sich von Allem

  • Antworten gloor claudia 19/03/2020 at 14:19

    Liebe Denise
    Wenn die reale Welt fast still steht, bin ich in die kreative Welt eingetaucht. Ich zeichne Karten und sende die Karten an Menschen, welche nicht wie ich einfach geschützt zu Hause arbeiten dürfen. Warum dem Postboten nicht eine Dankeskarte an den Briefkasten hängen? Er bringt uns immer noch tagtäglich die Post. Oder der Zeitungsverträgerin, dem Metzger, dem Personal des Quartierladens, dem Arzt, der Praxisassistentin, der LehrerIn des Kindes welche den Fernunterricht vorbereitet etc.. einfach mal Danke sagen, dass wir es in all dem Trubel gut haben, denn unsere Regierung funktioniert und ist besorgt um uns.
    Herzlich
    Claudia

  • Antworten Uta Allgaier 19/03/2020 at 22:12

    Sehr schöner Post! Danke Denise! LG Uta

  • Antworten Sonja 20/03/2020 at 13:45

    Liebe Denise,
    ab gesehen davon, dass soziale, persönliche Kontakte auf 0 gefahren sind, alle Freizeitaktivitäten abgesagt, versuche ich meine Alltagsroutine aufrecht zu halten, in dem ich ganz normal jeden Tag ins Büro gehe. (Ich bin aber auch nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Die meisten Kollegen arbeiten im Moment im Homeoffice. Für mich wäre das gruselig, weil ich die Trennung von Beruf und Privat brauche. Ich bemühe mich, besonders freundlich zu allen Menschen zu sein (Im Gegenzug ist das leider nicht immer so). Ich halte mit meiner älteren Nachbarin fast täglich einen „Schnack“ von Tür zu Tür über den Flug in sicherem Abstand und bringe ihr Dinge mit, wenn sie etwas braucht.
    Existenzsorgen habe ich zum Glück zur Zeit nicht, weiss aber sehr genau aus anderen Zeiten, wie sich das anfühlt.
    Ansonsten werde ich mich jetzt meiner Wohnung widmen und Dingen, die ich Zuhause gern tue.
    Meine Terrasse wartet auch darauf, vom Winterschlaf befreit zu werden.
    Bleib gesund.
    Liebe Grüße
    Sonj

  • Antworten Lioba Köck 20/03/2020 at 15:18

    Liebe Denise,

    Danke für Deinen besonnenen Artikel „Wenn die Zeit stillt“.

    Alles Gute Dir und Deiner Familie und allen LeserInnen, bleibt gesund!

    Lioba

  • Antworten Sibille 20/03/2020 at 20:55

    Danke für die Worte, die auch mir aus der Seele sprechen. Auch ich arbeite jetzt Vollzeit im Homeoffice und tausche mich über alle möglichen virtuellen Wege mit meinem Umfeld aus.
    Traurig macht mich persönlich, das m. Mutter im Pflegeheim ist und ich sie vielleicht für eine lange Zeit nicht sehen darf. Sie hat Demenz und telefonieren funktionert leider nicht mehr.

    Bleibt gesund!

  • Antworten Nerdup.me 22/03/2020 at 11:05

    Danke gerade für die optimistischen Worte – das ist es wohl, was wir alle jetzt gerade am meisten brauchen! In diesen unruhigen Zeiten gibt mir gerade auch das Ordnen und Aufräumen der Wohnung, wofür man gerade so schön viel Zeit hat, ganz viel. So schafft man sich die Wohlfühlatmosphäre, die wir wohl alle gerade nötig haben!

  • Antworten Bine 23/03/2020 at 11:47

    Danke für den tollen Text, deine Gedanken sprechen mir auch aus der Seele. Ebenso Eure Antwort. Dafür auch ein herzliches Danke schön. Ich wünsche euch allen BLEIBT GESUND und bleibt entspannt. Bewahrt die Ruhe… nur so kann man seine Gedanken klar halten und die Herausforderung bedenken und Lösungen finden. Bedenkt auch Angst hat eine Partnerin nämlich den Mut. Also seit mutig und gemeinsam sind wir stark und bekommen Corana in den Griff.
    Allles Liebe und Gesundheit für Euch

  • Antworten

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