Wochen(glück)

Wenn du Gott zum Lachen bringen willst

21/03/2026

Wenn du Gott zum Lachen bringen willst,

erzähle ihm von deinen Plänen.

Dieser Spruch kam mir in den Sinn. Ich hab wohl zu laut und zu freudig über meine Reha Pläne erzählt, denn die wurden jetzt verschoben. Das Universum hatte erst einmal andere Pläne für mich und somit gibt es heute ein kleines Wochenglück von mir.

Pizza

Angefangen hat alles vor zwei Wochen. Mit dem Zug bin ich nach Rheda-Wiedenbrück gefahren, um meine Freundin zu besuchen. Wir haben im Garten in der Sonne gesessen, Pizza gegessen und es war richtig schön. Wäre nur nicht mein Auge gewesen, dass ich immer zusammen kneifen musste, weil ich nicht richtig gucken konnte.

Zurück zu Hause war ich ziemlich erschöpft, doch nach einer kleinen Pause auf dem Sofa, ging es schon wieder los zu einem Geburtstag. Auch der war richtig schön, aber mein Kopf irgendwie seltsam angespannt.

Geburtstag

Sonntag habe ich eine Story für Instagram gedreht und beim kurzen check, dachte ich „Wieso sehe ich denn aus wie Karl Dall?“ Blieb aber keine Zeit, um länger darüber nachzudenken, denn ich war zu einer Veranstaltung anlässlich des Weltfrauentages  verabredet.

Montag hatte ich noch mehr Schwierigkeiten mit meinem rechten Auge. Bei Instagram schrieben mir einige, dass ich sicher eine Pollenallergie hätte – aber ich wusste, dass es das nicht ist.

Myasthenia gravis

Abends hatte ich alles an Wäsche gewaschen, und wollte langsam anfangen, meinen Koffer für die Reha zu packen. Ich hatte unerwartet einen Zeitpuffer erhalten, da mich die Klinik darum gebeten hat, erst Mittwoch anzureisen. 

Mit meiner  Tochter wollte ich an dem Abend zum Abschied noch etwas essen gehen, sie wollte am nächsten Tag nach Amsterdam fahren, um dort mittwochs den Flieger nach Sri Lanka zu nehmen. 

Koffer packen

Sie kam gegen 18 Uhr,

stand noch an der Haustür

und als sie mich sah, sagte sie

“Was ist los mit Dir? Wie sieht Dein Auge aus? Mama! Du musst zum Arzt!”

Ohne meine Tochter wäre ich wohl nicht noch am selben Abend zum Arzt gegangen, dessen Praxis zum Glück bis 19 Uhr geöffnet hatte. Von dort wurde ich “zur Sicherheit” ins UKM geschickt und die haben mich direkt dabehalten.

Was war ich froh, meine Tochter dabei zu haben. Und ihre Freundin. Die zwei haben mir dann noch eine Tasche gepackt und gebracht.

UKM

Mehrere Tage wurde ich auf der neurologischen Station auf den Kopf gestellt. Lumbalpunktion inklusive. Während die Puzzleteile Stück für Stück zusammen gelegt wurden, ein Schlaganfall ausgeschlossen werden konnte (damit hatte ich auch nicht gerechnet), hat sich schnell etwas anderes abgezeichnet. Nachdem die Ärzte einen Tumor auf dem Thymus ausschließen konnten, gab es die Gewissheit: MYASTHENIA GRAVIS.

So lautet also meine neue Freundin, die mich ab jetzt durchs Leben begleitet. Myastenia Gravis ist eine seltene, chronische Autoimmunerkrankung, bei der eine Nerv-Muskel-Übertragungsstörung vorliegt. Keine schöne Diagnose, aber es hätte auch schlimmer kommen könne. So habe ich sehr schnell beschlossen, diese Krankheit  als neue Lebensbegleiterin zu betrachten. Sie wird mir helfen, noch mehr auf mich zu achten, um auch wirklich gesund alt zu werden.

Passende Lektüre habe ich natürlich auch direkt besorgt.

Myastenia Gravis

MYASTHENIA hat Auswirkungen auf den Energiehaushalt. Themen wie Stressmanagement – Achtsamkeit – Meditation – antientzündliche Ernährung interessieren mich schon seit vielen Jahren. Jetzt sind diese Themen zu 100 % relevant für mich. Scheinbar habe ich in der Vergangenheit bereits intuitiv richtig gehandelt. Vielleicht wären die Beschwerden sonst schon viel früher ausgebrochen.

Was mich an der Sache besonders bewegt hat: Die Erkenntnis, dass ich schon seit Monaten mit „Doppelbildern“ herumgelaufen bin und dachte, dass meine Augen einfach nur schlechter werden. Nein, Schwester, das war leider nicht normal.

Ich nehme jetzt 3 x am Tag Tabletten und im April habe ich einen Termin beim Neurologen. Der wird mir in Zunft zur Seite stehen und mit mir zusammen verhindern, dass sich die Krankheit weiterentwickelt.

Meine Reha wurde auf Ende April verschoben und ich hatte damit die Möglichkeit, mich in der letzten Woche von all der Aufregung zu erholen. Was bleibt ist große Dankbarkeit. Ohne meine Tochter wäre ich nicht in der Notaufnahme gelandet und ohne die gute Betreuung vom Universitätsklinikum Münster hätte ich nicht so schnell die Diagnose in der Hand gehabt.

Wochenmarkt Münster

Was jetzt in meiner Hand liegt: Mehr Gelassenheit zu praktizieren und meinen Kalender mit noch weniger Terminen und Verabredungen zu füllen. Ich habe mich immer ein bisschen blöd gefühlt, doch viele Verabredungen bedeuten für mich schon länger, dass ich mich danach aufs Sofa legen muss, weil ich erschöpft bin. Das nehme ich ab jetzt ernst!

In diesem Sinne,

habt ein schönes und entspanntes Wochenende

Denise

 

 

1 Kommentar

  • Antworten Jennifer Kälber 21/03/2026 at 17:05

    Liebe Denise , das war ja ein ziemlich aufregendes Wochenglück bei dir . Gut das deine Tochter so schnell gehandelt hat . Ich wünsche dir alles alles Liebe und Gute und das deine neue Freundin gut zu dir ist und dir nicht den Alltag erschwert . Pass auf dich auf – Gesundheit ist das wichtigste -Gute Besserung wünsche ich dir !

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