Meine erste Reise nach Norwich,, liegt 24 Jahre zurück. Im Februar 2001 hatte ich gerade meinen leiblichen Vater gefunden, nach vielen Monaten der Suche. Nach unserem ersten Telefonat war klar, dass ich ihn und seine neue Familie zeitnah besuchen würde.
Es war eine sehr emotionale Zeit. Mit 23 Jahren zum ersten Mal dem eigenen Vater gegenüberzustehen und Zeit mit meinen kleinen Schwestern zu verbringen – die nur wenige Jahre älter waren als meine Tochter Paula – war etwas sehr Besonderes.
Die Differenzen mit ihm kamen jedoch schnell, die Ernüchterung ebenso. So habe ich meinen leiblichen Vater und meine Schwestern nach dem letzten Aufenthalt im Sommer 2001 erst wieder im Januar 2015 besucht, kurz nach der Krebsdiagnose meiner jüngsten Schwester Maisie, die am 13. November 2015 von uns gegangen ist.

Norwich war für mich deshalb nie einfach nur eine englische Stadt für ein Wochenende. Heute – und seit fast 10 Jahren – ist es der Lebensmittelpunkt meiner ältesten Tochter. Seit einem Jahr hat sie mit ihrem Freund ein eigenen Haus – und lebt ihr bestes Leben.

Vorfreude
Als ich mich vergangenen Freitag auf den Weg zum Flughafen machte, um sie für drei Nächte zu besuchen, war da große Vorfreude. Und dann diese klare Erkenntnis: wie unfassbar dankbar ich bin für die Wendungen des Lebens. Auch wenn es keinen Kontakt mehr zu meinem leiblichen Vater gibt – ich habe nun eine Tochter in Norwich, die ich jederzeit besuchen kann. Und ich bin schon so oft durch diese Stadt gelaufen, dass sie sich schön vertraut anfühlt.

Als junges Mädchen – und später als alleinerziehende Mutter – habe ich oft darüber nachgedacht, wie mein Leben in England aussehen würde. Der Wunsch, dauerhaft dort zu leben, ist heute verschwunden. Dafür geht es mir in Münster einfach zu gut. Aber einen kleinen Nebenschauplatz im Leben zu haben, einen Ort, der nicht Alltag ist, sondern Möglichkeit – das macht sehr glücklich.
Und mehr braucht es manchmal gar nicht.

Mit der Tochter durch die Stadt schlendern.
Ihre liebsten Cafés besuchen.
Durch besondere Läden streifen.
Die englische Luft einatmen.
Das reicht mir.

Ich habe an dem Wochenende viel Schlaf nachgeholt, fast drei Bücher gelesen und bin trotzdem täglich auf meine 10.000 Schritte gekommen. Genau so wollte ich es haben.

Dieses Wochenende geht es ähnlich entspannt weiter. Davon erzähle ich dann nächste Woche.
Liebe Denise,
das klingt nach einem tollen Wochenende! Und Norwich sieht echt nach einem schönen Reiseziel aus.
Meine Glücksmomente der Woche bestanden diesmal u. a. aus Steinen, dem „echten“ Leben und einem Burgbesuch.
https://steady.page/de/gluecksmomente/posts/ace7df87-a301-4a39-b2cb-dbfef53c5534
Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße!
Maike
Das klingt einfach wunderbar! So schön, dass du dank deiner Tochter einen guten Bezug zu Norwich hast – die Bilder machen aber auch wirklich Lust auf einen Trip dorthin 🤩!
Liebe Denise,
wow, was für tolle Fotos von Norwich! Da möchte ich unbedingt einmal hin! Das macht wirklich eine große Reiselust! Cafés, süße Geschäfte, Zeit für dich! Und wie perfekt für dich, diesen Ort nun durch deine Tochter dort immer bei dir und in Reisenähe zu haben! Darum beneide ich dich ein bisschen! Wenn schon die Tochter nicht in deiner Nähe ist (was vermutlich einfach das „Leben“ ist, dass die Kinder flügge werden und ihr Ding machen – wie du so schön schreibst: Sogar ihr „bestes Leben“ leben), dann weißt du sie an einem wunderschönen Ort, den du jederzeit besuchen kannst!
Danke, dass du so offen über deinen Vater schreibst, genau darum liebe ich deinen Blog so sehr! Du teilst Gedanken und Gefühle, bist authentisch und nahbar! Danke dafür!!!
Ich habe mich in der letzten Woche auch sehr mit dem Thema Dankbarkeit beschäftigt und habe hier darüber geschrieben: https://petrabaeumler.de/2026/01/17/5-momente-der-dankbarkeit/
Viele Grüße und ein schönes Wochenende für dich –
Petra
Was für eine schöne Idee! Norwich sieht toll aus! Das muss ich mir merken.
Das ist ja wirklich mal eine spannende Wendung des Lebens. Schön, dass du ihn so offen geteilt hast! Aber, dass es auch wirklich genau der gleiche Ort geworden ist, ist schon wirklich . . . Ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll. . . Schon irgendwie eine Fügung des Schicksals.
Meine Woche, war leider nicht so erholend
https://mesalunita.blogspot.com/2026/01/wochengluck-170126-ich-sehne-mich-nach.html
Liebe Denise,
Danke für diesen schönen Beitrag. Deine Erfahrungen mit deinem biologischen Vater kann ich gut nachvollziehen, da auch ich mit Anfang zwanzig diesen kennengelernt habe. Du kannst es sooo gut in Worte fassen: „Die Differenzen mit ihm kamen jedoch schnell, die Ernüchterung ebenso.“ … ja so erlebte ich es auch, könnte es , aber nicht so einfach beschreiben ;-).
Schön, dass du deinen Frieden damit gefunden hast. Nach einigen Jahren und eigener Familie konnte ich es auch. Wünsche dir noch einen schönen Sonntag!
Liebe Denise,
Norwich sieht ja wunderschön aus. Vielleicht sollten wir uns doch mal auf den Weg nach England machen. Irland steht bereits auf meiner Van-Reise Bucketlist. Die Sehnsucht nach einem Ferienhaus am Meer ist auch gerade sehr groß 🥲.
Das mit deinem Bio-Papa kann ich sehr gut verstehen. Ich hab da ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich bin schon sehr gespannt auf dein nächstes entspanntes Wochenglück.
GLG
Miriam
Meine Woche war spektakulär unspektakulär https://nodietzone1.blogspot.com/2026/01/wochengluck-170126-zuruck-im-alltag.html#more
Liebe Denise,
ich lese schon sehr lange (und sehr gerne) deinen Blog. Ich kann mich so gut daran erinnern, wie du über den Tod deiner jüngsten Schwester berichtet hast und darüber, wie deine Tochter Paula nach England gegangen und schließlich dort geblieben ist. Deshalb berührt mich gerade dieser Post sehr. Danke für’s Teilen! Ich wünsche dir viele weitere schöne Momemte, Stunden, Tage und Wochen in Norwich!
Liebe Grüße
Marion
Danke, liebe Marion!
Meinen Sohn hat die Liebe auch nach Norwich gebracht in ein typisches 2up-2down Haus, das könnte vom Foto her in der Nachbarschaft liegen. Im Sommer waren wir ein paar Tage dort und haben einiges erkundet
Liebe Kerstin, das ist ja verrückt 🙂 Dann weisst Du ja ganz genau, wie schön es dort ist!
Viele Grüße!