Ordnung

Donnerstag = OrdnungsTag

02/06/2016

Ich habe es getan!

Ich habe die ersten Tagebücher im Feuer verbrannt ….

Bei einem vergangenen OrdnungsTag habe ich Euch von meinen Wunsch berichtet, mich von meinen persönlichsten Zeitzeugen zu trennen. Ein Wunsch, der mich schon länger beschäftigt hat, den ich aber immer wieder vor mir her geschoben habe, da er nicht „mal eben, nebenbei“ erledigt war.

Kurz geriet ich noch ins Wanken, nach einem Gespräch mit einer Frau, die vor wenigen Jahren ihre Mutter verloren hat. Sie sagte, sie hätte gerne mehr über Mutter gewusst und hätte sich über so etwas wie Tagebücher sehr gefreut.

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Doch dann kam ich nach einem langen Samstag nach Hause. Es war schönes Wetter, meine Familie wollte grillen und mir war nach einem großen Glas Weinschorle zumute. Plötzlich hatte ich große Lust, die ersten Tagebücher zu verbrennen und habe wahllos 10 Bücher aus meiner Kiste geholt, während mein Mann ein kleines Feuer für mich fertig gemacht hat. Doch ich konnte sie nicht einfach so entsorgen, ein bisschen drin herum blättern war schon nötig. Das blättern und quer lesen hat es mir dann auch leicht gemacht, mich von ihnen zu verabschieden, denn die Begegnung mit diesem jungen, aufgekratzten Mädchen, das ich einmal war, hat mich stellenweise zum lachen gebracht, doch im großen und ganzen hatte ich nur den Gedanken, dass meine Töchter hoffentlich nicht so werden, wie ich es mal war ….

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Skurille Erinnerunge, die nicht verbrannt wurde!

 

7 von 10 Tagebüchern haben es ins Feuer geschafft. Mehr als 2 Stunden war ich damit beschäftigt und hinterher ein großes Stück leichter ums Herz. Die drei Bücher, die nicht ihren Weg ins Feuer geschafft haben, wurden an einer anderen Stelle zwischengelagert. Diese werde ich ganz zum Schluss noch einmal in die Hand nehmen, denn dies war erst der Anfang! Die Kiste mit meinen alten Tagebüchern ist noch immer voll genug und bis zum Ende des Sommers will ich mit dem ausmisten und verbrennen fertig sein! Und das ein oder andere Buch werde ich sicherlich aufbewahren … die, die meine Kinder lesen dürfen, sollten sie mal mehr über ihre Mutter wissen wollen …

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Ordentliche Grüße

Denise

 

  • ClaudiA 02/06/2016 at 8:36

    Mutig, irgendwie verbrennt man unwiederbringlich einen Teil der Vergangenheit. Trotzdem eine gute Aktion. Ich glaube, das sollte ich auch mal machen. Jahrzehnte später ist es teilweise schon echt peinlich, was da alles drin steht und ich möchte auf keinen Fall, dass jemand anderes diese Texte zu lesen bekommt 🙂
    Und übrigens: jetzt weiss ich auch, woher Deine Tochter Paula dieses Zeichentalent her hat 😉 LG, Claudia

  • Daniela 02/06/2016 at 8:38

    Puuuuh… Ich muss sagen… Mein „Papier“- und Erinnerungsherz blutet. Ich finde das einen ganz starken Schritt von dir und sicherlich hast du dir das gut überlegt.

    Ich glaube, ich für mich, würde das nicht übers Herz bringen. Ich schreibe Tagebuch, Travelbook und Memorybook und liebe es. So viel Herzblut wie dort reinfließt, würde ich es nicht übers Herz bringen, das alles zu verbrennen.

    Aber sollte ich, aus welchem Grund auch immer, zu dem Schluss kommen, dass was weg muss, wäre die einzige Möglichkeit tatsächlich das Feuer.

    Liebst
    Daniela

  • Juli 02/06/2016 at 9:27

    Liebe Denise,
    whow, Du hast es getan! Seit Du das erste Mal davon geschrieben hast, beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema. Ich habe seitdem tatsächlich aufgehört Tagebuch zu führen. Stattdessen habe ich mir ein 10-Jahresbuch gekauft, in das ich nur stichwortartig eintrage, was ich so unternommen habe, aber keine Gedankengänge, keine Gefühlsgedöns.
    Ich habe mir vorgenommen, meine alten Tagebücher nach und nach durchzulesen und dann auch zu vernichten.
    Vorher habe ich zwar immer schon mal darüber nachgedacht, was wohl passieren könnte, wenn ich auf einmal nicht mehr da wäre und jemand diese Bücher lesen würde, habe aber alles Weitere verdrängt. Danke für den Denkanstoß!
    Liebe Grüße,
    Juli

  • kleiner Himmel 02/06/2016 at 9:27

    Oh wow – so ein bewusster Schritt!
    Ich habe so oft Tagebücher angefangen und sie meist nach der Hälfte sofort verbrannt, weil ich mich schon nach ein paar Wochen nicht mehr mit mir selber anfreunden konnte als Teenager 😉
    Später war es eher so, dass ich es nie geschafft habe, für mich befriedigend mit aussreichend Wörtern und kurz genug alles, wa sich im Kopf hatte auf Papier zu bringen – nach ein zwei Ansätzen ist das jedesmal gescheitert.
    Inzwischen bedaure ich das manchmal.
    Jetzt, wo ich mich seit Beginn des Jahres mit einem analogen Terminplaner beschäftige, merke ich, wie dieser zu einem halben Tagebuch mutiert – und damit kann ich gut leben…
    Vielleicht verbrenne ich ihn ja auch am Ende des Jahres… weil man Dinge eben auch manchmal gehen lassen muss, damit sie sein können!
    Fröhliches verbrennen für dich!

  • Ute 02/06/2016 at 9:41

    Glückwunsch!
    Ich habe nie Tagebücher geführt- aber ich habe vor ein paar Jahren ein wunderbares Feuer mit Briefen gemacht.

  • Kathy 02/06/2016 at 9:45

    Glückwunsch!

    Denn alle nochmal durchzusehen und auszusortieren, welche bleiben, welche nicht, ist ein riesiger Aufwand.

    Ich habe zwar nie Tagebuch geführt (viel zu faul dazu), aber irgendwie ist es mit Fotos ja auch ähnlich. Da bin ich gerade dran.

    Und frage mich (bei den Fotoalben in der Garage (!)), warum jemand bei Beerdigungen (!) zig Fotos schießt und sie dann auch noch großzügig vervielfältigt, um sie der lieben Verwandtschaft zu schenken.

    Was zum Kuckuck hat das für einen Sinn? „Oh – guck mal, da läuft Onkel Theo noch hinter dem Sarg – beim nächsten Album ist er dann der da drin…“ ?

    Brr – falls ich die Geehmigung meines Mannes erwirke – Du weißt ja – Ordnungshemmer – kommt das sowas von weg.!

    Liebe Grüße und mach weiter so 🙂
    Kathy

  • Uta 02/06/2016 at 10:21

    Großartig, liebe Denise! Gut, dass du mich wieder erinnerst. Briefe habe ich vor einigen Wochen schon verbrannt, an die Tagebücher will ich bald ran. Ich verbringe lieber viel Zeit mit meinen Kindern, damit sie mich erleben, wie ich bin, und natürlich erzähle ich ihnen gerne auch , was mich früher umgetrieben hat, aber aus der Sicht und mit der Einordnungen der reifen Frau, die ich heute bin. Die Ergüsse von einst würden ein Bild entstehen lassen, das ich nicht hinterlassen möchte. Denn mal ehrlich: Tagebücher sind eine wichtige Hilfe, aber es wird in ihnen auch viel gejammert und geklagt. Herzliche Grüße, Uta

  • Eva 02/06/2016 at 10:45

    Liebe Denise,

    das ist wirklich mutig. Auch ich habe ein paar Tagebücher und auch alte Kalender, bei denen ich hin und hergerissen bin – wegschmeißen, behalten, wegschmeißen, behalten?? Auf keinen Fall möchte ich, dass diese Bücher jemals jemandem in die Hände fallen, aber sie zu verbrennen bringe ich auch (noch) nicht übers Herz.
    Vielleicht bringt ja Deine beherzte Tat auch bei mir ein Stein ins Rollen, wie schon so oft. 🙂

    Viele Grüße
    Eva

  • Dunja 02/06/2016 at 11:11

    Hallo Denise

    Stell dir doch aus allen verbliebenen ein `vorzeigbares`Tagebuch zusammen, in denen alle Ereignisse, die unbedingt fest zuhalten sind quasi zusammen gestückelt sind.

    Vlg
    Dunja

  • Ulla 02/06/2016 at 11:16

    Eine mutige Entscheidung – ich weiß nicht ob ich es über’s Herz gebracht hätte.

  • ilse 02/06/2016 at 11:25

    Respekt Frl. Ordnung ;@)
    bei mir wären es die vielen Foto´s von früher, habe auch schon aussortiert, aber sind noch immer viele…
    … von den Digitalen möchte ich gar nicht reden.
    schaue jeden Tag bei dir vorbei und auf dein neues Buch freue ich mich schon sehr.
    Viele Liebe Grüße aus Wien
    Ilse

  • Sandra 02/06/2016 at 12:40

    Liebe Denise, diese Aktion erinnert mich daran, dass ich auf dem Dachboden ebenfalls noch einen Koffer mit Tagebüchern aus der Teenie-Zeit habe. Habe den Koffer schon lange nicht mehr geöffnet, werde es aber bald mal tun. Für meine Kinder habe ich das Buch „Mama, erzähl mal“ ausgefüllt. Da steht dann wirklich alles drin, was an Gedanken, Erlebnissen, etc weitergegeben werden darf. Das Buch ist bestimmt noch erhältlich, habe es mal bei Butler’s gekauft. Vielleicht kennst du es auch? Liebe Grüße, Sandra

  • Nanne 02/06/2016 at 19:47

    Herzlichen Glückwunsch! Ich fand es sehr befreiend meine Tagebücher wegzuschmeißen. Mittlerweile schreibe ich sie voll, lese dann nochmal grob durch, notiere mir wirklich wichtiges und lasse los. Ich schreibe um meine Gedanken zu sortieren, bewusst nachzudenken und überhaupt nicht, damit mein Kind das später mal lesen kann. Das geht die Sachen nichts an , niemanden außer mir. Um seinen Kindern mehr Dinge zu erzählen oder zu zeigen, finde ich Fotoalben gemeinsam angucken und eben solche Bücher wie das von Sandra genannte sinnvoll.

  • Kohnen 03/06/2016 at 23:32

    Du hast die Zeit gebraucht,alles was war ist nicht vergessen aber erledigt.
    Freue dich auf das was kommt.
    Liebe Grüße Karin

  • Barbara 04/06/2016 at 18:50

    Hallo Denise,
    Sehr tapfer! Einfacher wäre da ein digitales Tagebuch zu führen und zu „verwalten „…
    Liebe Grüße
    Barbara

  • Eva-Maria Blöchl 10/06/2016 at 22:10

    Hallo Denise, ich gratuliere Dir herzlich zu diesem Schritt! Du hast mich sehr animiert zum Ausmisten. Ich schau lange schon täglich bei Dir vorbei und mache Werbung bei meinen Freundinnen. Hihi. Die Tagebücher sind ein ernstes Thema für die Familie. Meine allerallerbeste Freundin, meine Mutter, ist vor 7 Monaten vom Krebs erlöst worden und nun sitze ich mit meinem Vater, der sie auf Händen getragen hat, vor ihren Hinterlassenschaften. Es ist für mich Aufarbeitung pur. Jede Woche ein neuer Bereich. Gestern sah ich die Kalenderbücher mit den handschriftlichen Aufzeichnungen über ganz banale Dinge wie Morgentemperatur und kurze Stichworte zum Tag. Ich war froh, dass es nicht zu intim wurde… die wunderschöne Handschrift alleine hat mir Tränen hochsteigen lassen.. ich werde sie erstmals hüten wie einen Schatz. Vielen Dank jedenfalls für deine Denkanstöße, im Spenden bin ich auch schon richtig gut, denn wir haben noch zusätzlich 2! Grosselternhäuser voll mit Gerümpel. Ich sehe es als Therapie, Lade für Lade!! ABER: Fremde Sachen gehen immer leichter von der Hand… drück dich aus Linz, Eva-Maria

  • Katrin 14/06/2016 at 17:25

    Hallo Denise,
    meine alten Tagebücher habe ich vor längerer Zeit vernichtet, weil ich selten schöne Dinge hinein geschrieben habe und somit nicht wollte, dass mein Sohn später mal diese wirren Gedanken und Gefühlsduseleien zu Gesicht bekommt.
    Ich denke, dass er viel aus unserem miteinander leben und erzählen ziehen kann und so seine Erinnerungen an mich irgendwo im Inneren behält……;)
    Trotzdem für jeden von uns ein großer Schritt – Altes loslassen um Neues kommen zu lassen, herrlich

    Dein Blog ist klasse, habe ihn erst letztens entdeckt und bin begeistert, weil ich einfach jemand bin, der gerne ausmistet und weg gibt bzw. schmeißt und bei vielen Deiner Beiträge dann einfach schmunzeln kann. Es ist dann so, als hätte mich jemand bei meinem Tun ertappt 😉
    Mach weiter so – viele Grüße aus Süddeutschland, Katrin

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