Bücher Ordnung

Donnerstag = OrdnungsTag | Bücher aussortieren

20/06/2019

Heute geht es um Bücher …. jede menge Bücher und was man mit ihnen macht, wenn man sie gelesen hat. Zu dem Thema haben mich in den vergangenen Wochen zwei eMails erreicht und ich kann da sehr gut mitfühlen. Ich trenne mich auch ungern von Büchern. Ich liebe Bücher sehr und könnte nur schwer darauf verzichten. Bis heute weigere ich mich deshalb auch, mir einen eReader zuzulegen, weil ich viel lieber richtige Bücher in der Hand halte – und in meinem Regal stehen habe!

Fakt ist aber auch: wenn ich all die Bücher behalten hätte, die ich jemals in meinem Leben gelesen habe (einschließlich kiloweise Bücher, die ich in meiner Jugend wöchentlich aus der Bücherei nach Hause geschleppt und verschlungen habe) dann hätte ich keinen Platz für Möbel. Ich würde auf einem Stapel Bücher sitzen, statt auf Stühlen und ich würde Abends auch nur schwer zu meinem Bett finden, weil es von Büchern zugestellt wäre.

Was ich damit sagen möchte: wenn wir immer alles behalten würden – wie würde es dann aussehen? Müssten wir dann nicht regelmäßig in eine größere Wohnung ziehen, um all den Dingen ihren Platz zu geben? Geht natürlich nicht. Rein statistisch haben wir ohnehin schon mehr Wohnraum zur Verfügung als noch vor 50 Jahren. Glücklicher sind wir deswegen trotzdem nicht.

Bücher aussortieren

Hallo Denise,

Ich habe gerade Deinen Beitrag über das Buch „Slow.Einfach leben “ gelesen. Schon als Du geschrieben hast, dass Du  Dich im Buchladen zum Kauf mehrere Bücher hast hinreißen lassen, hab ich mir wieder die Frage gestellt, wie man das mit weniger Ballast vereinbart. Ich lese auch sehr gern. Es gibt immer wieder Bücher, die ich sehr interessant finde. Bücher können auch teuer sein, meist liest man sie nur einmal. Was macht man danach mit ihnen? Verschenken?

Aus meiner Frage wirst Du vermutlich erkennen,  dass es mir schwer fällt, mich von Dingen zu trennen. Ich zwar auch gern mit weniger leben würde, aber noch nicht den Weg gefunden habe.

Viele Grüße, Karin

Liebe Karin,

sich von Büchern zu trennen ist ein Prozess, den man üben muss und lernen kann. Vor einigen Jahren habe ich noch gedacht, dass ich mich niemals nie von meinen geliebten Büchern trennen kann. Mittlerweile reduziert sich mein Bestand langsam aber sicher, obwohl der Zufluss an neuen Büchern nicht nachlässt.

Wie ich dabei vorgehe?

Die Bücher, die ich habe, nehme ich immer wieder zur Hand und gehe in Gedanken durch

  • worum ging es in dem Buch?
  • aus welchem Grund habe ich es aufbewahrt?
  • möchte ich es noch einmal lesen?
  • möchte och, dass meine Kinder es mal lesen?

Die Bücher, die in meinem Bücherregal stehen, haben alle eine Bedeutung für mich und es gibt einen bestimmten Grund, weshalb sie noch bei mir sind.

Der Rest wird a) bei Momox verkauft oder b) an Freundinnen weiter verschenkt. Oft weiss ich schon beim lesen, wem ich später damit eine Freude machen kann.

Der Vorteil an Momox ist, dass man seinen Gewinn als Gutschein auszahlen lassen kann, um damit wieder neue – gebrauchte – Bücher auszusuchen. Bei Amazon habe ich eine Bücher-Wunschliste, so habe ich immer genügend Titeln, wenn ich mich auf die Suche nach gebrauchten Büchern mache.

Romane weiterzugeben fällt mir nicht schwer, Sachbücher hingegen möchte ich meist gerne behalten. Oft weiß ich schon im Vorfeld, welche Bücher bleiben werden – die kaufe ich dann am liebsten neu im Buchladen.

Aussortieren und Ausmisten ist auf jeden Fall immer dann angesagt, wenn das Regal aus allen Nähten Platz! Bevor also ein neues Bücherregal angeschafft wird, schaffe ich lieber Platz.

Sich von Büchern trennen

Kommen wir noch einmal zu einer anderen Version der Problematik:

Sehr geehrte Frau Colquhoun,

inspiriert und motiviert durch Ihre Webseite habe ich schon mehrere Kilogramm Altpapier entsorgt, sieben Schubladen in Küche und Wohnzimmer aufgeräumt, zwei alte PC’s zum Wertstoffhof gebracht und einen Karton mit aussortierten Küchenutensilien fürs Sozialkaufhaus gepackt. Wo ich allerdings total ratlos und hilflos bin ist das Aussortieren von Büchern. Ich kann mich ganz schlecht von Büchern, die ich einmal gekauft habe, trennen. Die meisten lese ich mehrmals, viele Bücher sind 20 Jahre alt oder älter, sehen aber aus wie neu. Letzten Samstag habe ich drei (drei!) Bücher zu einem Wohltätigkeitsbasar gebracht.

Bitte geben Sie mir doch einen Tipp, nach welchem System ich es schaffe, mich von Büchern zu trennen. Vielen Dank im Voraus.

Herzliche Grüße

Ines Sommer

Bücher aussortierenLiebe Ines,

wenn ich mit ihnen in ihrem Wohnzimmer stehen würde, mit dem Blick auf das volle Bücherregal, würde ich folgenden Vorschlag machen:

Wir stellen den Wecker auf 60 Minuten und fangen an, sämtlich Bücher aus dem linken Regal zu nehmen und diese auf den Boden zu legen. Bis das ganze linke Regal leer ist. Nun nehmen Sie jedes Buch einzeln in die Hand und entscheiden innerhalb weniger Sekunden: BEHALTEN oder AUSSORTIEREN? Wenn die Zeit abgelaufen ist, schauen Sie mal, wie viel sie schon geschafft haben, ob Sie weiter machen möchten oder lieber Morgen. Wenn man sich konsequent eine Stunde lang nur diesem Bereich widmet, kommt man im Idealfall in einen Ausmisten-Flow. Es fällt leichter und leicht, bis am Ende die Spenden-Kiste voll und das Bücherregal schön belüftet ist.

Brauchen Sie den Platz oder wollen Sie einfach nur so ausmisten? Je nach Leidensdruck ist man schneller bereit, sich zu trennen. Wenn aber keine echte Notwendigkeit besteht, dann halten Sie erst einmal an den Büchern fest. Selbst wenn Sie nur drei Bücher pro Monat aussortieren, wird sich der Bestand allmählich verringern.

Um mich von all meinen CDs zu trennen, habe ich fast 1 1/2 Jahre gebraucht. 3 x habe ich die Anzahl der CDs halbiert, bis ich dann keine mehr hatte. Danach habe ich nie wieder eine von ihnen vermisst, weil ich eh keinen CD-Player mehr habe und nur noch online Musik höre.

Bücher aussortieren

Noch mehr Inspiration? Zu diesem Thema habe ich noch Darf man Bücher wegschmeißen? und Widmungen in Bücher geschrieben.

 

Ordentliche Grüße

Denise

 

  • Sonja 20/06/2019 at 9:05

    Ich habe letzten Sommer alle Bücher und CDs sortiert.
    Bei den Büchern war schon vorher klar, dass meine Lieblingsbücher bleiben. Alle anderen wurden bei Momox eingescannt. Erst war das „Loslassen“ schwer, aber dann als die Ankaufsumme immer weiter stieg, hat mich das Fieber gepackt und ich habe auch Bücher gescannt, die ich gar nicht verkaufen wollte.😁
    Die nicht verkaufbaren Bücher habe ich dann entsorgt, denn Bücher zu verschenken ist hier schwierig. Der Kinderschutzbund-Laden will keine Bücher mehr und die Verschenkeschränke sind immer überfüllt.
    Das Einscannen der CDs war ernüchternd: nur wenige konnte ich bei Momox loswerden. Da blieb ein Riesenstapel übrig. Was die mal neu gekostet haben…🙈
    Schließlich habe ich sie in der Schule in Kunst verbastelt.
    Da ich gerade gut dabei war, habe ich noch DVDs, Spiele der Wii und der Nintendokonsolen der Kinder durchgescannt.
    Resultat: die Bücherregale sind leerer geworden, in der Kommode ist eine große Schublade freigeworden und wir haben über 100€ verdient.
    Man hätte auch die Sachen bei Ebay oder über Kleinanzeigen verkaufen können und sicherlich mehr Geld verdienen können, aber das wäre sehr viel aufwendiger gewesen. Dazu hätte ich mich nicht aufraffen können.

  • Susanne 20/06/2019 at 9:25

    Ich vertausche regelmäßig Bücher über Tauschticket. Da bekommt sie dann jemand, der sich wirklich für das Thema interessiert. Allerdings sind die Bücher dann nicht sofort weg. Wenn sie nach einer gewissen Zeit nicht angefordert werden, dann verschenke ich sie dann.

  • Christine 20/06/2019 at 10:43

    Liebe Denise, vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag . Durch deinen Block, deine Bücher und deine Buchempfehlungen habe ich es tatsächlich geschafft eine Routine anzuwenden und eine Ordnung in meiner Büchersammlung zu halten. Tatsächlich auch ohne Anstrengung.
    📚, die ich gebraucht erworben habe, stelle ich dem öffentlichen Bücherregal in meinem Stadtteil zur Verfügung. Neue Bücher spende ich der Stadtbibliothek oder verkaufe diese bei eBay. Momox werde ich sicher auch einmal probieren. Wenige Sachbücher oder Kochbücher behalte ich gern. Sachbücher älteren Jahrgangs werden auch schon mal dem öffentlichen Bücherregal gespendet.
    Diese Routine habe ich verinnerlicht und schaffe ich ohne Mühe.
    Beim Status Kleiderschrank bin ich noch ganz am Anfang. Das Beispiel 📖- Sammlung hat mir bewiesen, dass Struktur mit Leichtigkeit gelingt. Mit Ordnung werde ich nun mit kleinen Schritten im 👗 – Schrank beginnen. Ich wünsche Dir noch nachträglich für dein neues Lebensjahr Gesundheit, 🍀 und ☀️ im Herzen. Herzliche Grüße aus der 🏔 Stadt mit der Schwebebahn.

  • Angie 20/06/2019 at 11:27

    Hallo,

    ich habe mich vor einigen Jahren vom Großteil meiner Bücher getrennt und sie in die örtliche Bücherei gebracht. Dort kann ich sie immer wieder ausleihen, sie nehmen aber keinen Platz zu Hause weg.

  • Ulrike 20/06/2019 at 13:21

    Besitz belastet – Ich habe mich vor meinem letzten Umzug vor 6 Jahren von fast allen Büchern getrennt. Ich habe nur noch ein paar alte Kinderbücher und ein paar Sachbücher von denen ich mich nicht trennen mag, obwohl ich sie im Grunde auch nicht mehr lese. Da muss ich noch dran arbeiten 😉
    Ansonsten lese ich nur noch Bücher aus der Bücherei und auch aus der Onleihe per Reader, die Auswahl ist so riesig. Ich lese Bücher auch nie zweimal, daher ist der Kosten-Nutzenfaktor in der Bücherei wesentlich günstiger und ich bin sie danach gleich wieder los.
    Meine Mutter hat auch endlich mal angefangen, Bücher auszusortieren. Da waren etliche so alt, dass Momox sie sowieso nicht mehr angekauft hat bzw. einige hatten gar keine ISBN … Bei über 35 Jahre alten Büchern (ja, sowas hortet meine Mutter!) hatte ich auch keinen Schmerz, diese im Altpapier zu entsorgen. Da waren viele Sachbücher bei, deren Inhalte schlichtweg veraltet waren. Sie hatte auch viele Pflanzenratgeber, aber statt diese zu nutzen, hat sie doch aus Bequemlichkeit bei Fragen im Internet nachgeschaut. Für mich ein untrügliches Zeichen, dass deren Zeit abgelaufen war. Ich finde es sehr befreiend, wenn am Ende solcher Aktion ein Regal überflüssig wird, weil es leer ist, statt immer neue Möbel zu kaufen, damit alles Platz hat … bei mir gilt, weniger ist mehr …

  • Viktoria 20/06/2019 at 15:08

    Liebes Fräulein Ordnung,

    seit mittlerweile Jahren lese ich als stille Leserin Ihren Blog und freue mich auf den Ordnungstag! Ich habe mich in den letzten Jahren auch konsequent von sehr vielen Dingen getrennt, auch von vielen Büchern. Dabei habe ich für mich die Strategie entwickelt, zu überlegen, ob dieses Buch für mich „life-changing“ war oder nicht. Ist es ein absolutes Highlight darf es bleiben, ist es normal-schön oder nur Durchschnitt, darf es wieder gehen. Dann verschenke ich es an Freundinnen oder innerhalb meiner Familie oder stelle es ins öffentliche Bücherregal. Um es trotzdem ein bisschen festzuhalten, habe ich ein Book Journal, in dem ich jedes Buch, das ich lese, eintrage. Schöne Zitate, Hauptpersonen oder andere Assoziationen finden so ihren Platz und es bleibt etwas von dem Buch.
    Vielen lieben Dank für Ihre vielen Inspirationen, ich lese Ihren Blog sehr gerne.

  • Nici 20/06/2019 at 15:10

    Auch ich versuche, mich immer wieder mal von Büchern zu trennen und verkaufe sie an Momox oder rebuy. Schwerer fällt es bei den Selbsthilferatgebern. Habe immer das Gefühl, die muss ich noch mal lesen. Was macht ihr damit? Und auch mit Zeitschriften? LG

    • Ulrike 20/06/2019 at 15:29

      Zeitschriften habe ich alle entsorgt. Sie lagen doch nur rum, weil ich auch immer dachte, ach da schaue ich nochmal rein … war dann aber nicht. Einmal ein Herz gefasst und alles ins Altpapier, ein paar Stunden später waren sie schon vergessen und ich vermisse sie auch nicht. Neue Zeitschriften kaufe ich so gut wie nie. Ich habe festgestellt, die meisten Themen finden sich in den Blogs wieder und/oder auf Instagram. Ob blättere ich sie doch nur oberflächlich durch. Wenn ich mal Lust habe, finde ich Zeitschriften auch in großer Auswahl in der Bücherei.

  • B. Cottin 21/06/2019 at 11:36

    Wenn man wirklich Bücher-Fan ist, geht das Sortieren noch mal anders.
    Auch Ausgaben aus dem 19. Jh. können einen ganz besonderen Wert haben, auch ästhetisch (manche Fraktur-Schriften waren wirklich schön).
    Das eigentliche Auswahl-Kriterium ist dann ganz einfach : Hat dieses Buch wirklich etwas mit mir zu tun?
    Und dann keine Komplexe haben.

  • nochEinGlasWein 24/06/2019 at 13:35

    „Bücher und Brot wirft man nicht weg“ hat mein Grossvater immer gesagt und daran halte ich mich. Jedenfalls solange genug Platz da ist. Tut mir leid, ich kann das nicht, Bücher wegwerfen.

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