Lifestyle

Meine Beispielwoche | Alleinerziehend & Selbständig

11/12/2019

Meine Beispielwoche

als selbständige Alleinerziehende

Bei Steffi Luxat gibt es die Kolumne „Meine Beispielwoche“. Ich finde es immer total spannend zu sehen wie das Leben anderer Mütter so aussieht. Da ich auch oft gefragt werde,  wie ich das eigentlich so mache, als Alleinerziehende mit einem ungewöhnlichen Beruf, so häufig unterwegs, habe ich mir überlegt, dass ich auch mal Meine Beispielwoche aufschreibe.

Montag

Meine Woche fängt um 05:55 Uhr mit dem Wecker an, wenn ich mit meinen Kids aufstehe, ihnen Brote schmiere und sie um 7:00 Uhr zur Schule verabschieden. Beide kommen mit dem Schulbus zur Schule, für mich geht es wahlweise ins Badezimmer oder auf die Yogamatte. Um 08:00 Uhr bin ich angezogen, habe die erste Maschine Wäsche angestellt und bereite mein Porridge zu. Warm frühstücken gehört für mich ebenso zur täglichen Routine wie der Liter Tee, den ich getrunken habe, bevor ich zu meinem ersten Kaffee übergehe.

Montags sitze ich meist am Schreibtisch und kümmere mich um Aufträge für meinen Blog. Das finde ich heute besonders entspannend, da ich letzte Woche Montag bereits um 06:49 Uhr im Zug nach Karlsruhe saß, um dort fürs TV zu drehen. Für eine Dokumentationsreihe darf ich aktuell an zwei Standorten in Deutschland Menschen begleitet, schöner zu wohnen und sich vom unnötigen Ballast zu befreien. Meine ewige Leidenschaft, mit der ich mich bereits 2011 selbständig gemacht habe.

Aber wie gesagt, heute arbeite ich von zu Hause. Für einen Auftrag mach‘ ich Fotos und schreibe einen passenden Text. Auch eMails werden beantwortet, Rechnungen geschrieben. Die Zeit ist schnell um, bis ich um 13 Uhr wieder in der Küche stehe und das Mittagessen vorbereite. Meine Tochter kommt jeden Tag um 13:40 Uhr nach Hause und wir essen gemeinsam.

Anschließend geht es für mich wieder an den Rechner. Mein Sohn kommt um 16:40 Uhr nach Hause. Dann nehme ich mir etwas Zeit für ihn, wir unterhalten uns und ich kontrolliere meine Einkaufsliste. Evtl. gibt es eine Scheibe Brot zum Abendessen – je nach dem, ob ich es am Vormittag zum Bäcker geschafft habe.

Um 17:45 Uhr fahre ich mit meiner Tochter zum Fußball, vorher holen wir ihre Freundin hab. Während die Mädels dem Ball hinterherrennen, erledige ich meinen ersten Einkauf der Woche. Um 19:30 Uhr geht es mit den Mädels wieder nach Hause.

Gegen 21 Uhr machen meine Kids und ich uns fertig fürs Bett. Ich muss immer ein paar Seiten lesen, um abzuschalten und sehe dann zu, dass ich mindestens 7 1/2 Stunden Schlaf bekomme. Das ist das A & O, sonst funktioniert Meine Beispielwoche nicht.

Meine Beispielwoche

Dienstag

Vor einigen Wochen hat mir die Besitzerin meines Lieblingsladens, in dem ich seit zwei Jahren sämtliche Geschenke besorge, von ihrer Schwangerschaft erzählt und dass sie gerade eine Aushilfe sucht. Mit Langeweile hatte es wenig zu tun, mehr mit der großen Begeisterung für dieses Geschäft, als ich spontan meine Hilfe angeboten habe.

Ob ich überhaupt genügend Zeit für sowas habe? Mal so, mal so. Aber für mich ist es ein schöner Ausgleich zu meinem Job am Rechner. Denn auch wenn ich anscheinend „ständig unterwegs bin“ wie viele denken – oft genug habe ich das Gefühl, dass ich verblöde, wenn ich immer nur am Rechner sitze. Hätte ich diesen Nebenjob nicht angenommen, hätte ich mir vielleicht einen Hund zugelegt. Dann doch lieber arbeiten gehen!

Seit dem stehe ich 1 – 2 Vormittage mit im Geschäft und ICH LIEBE ES! Die Zeit vergeht immer wie im Flug, ich habe mit netten Kunden zu tun und ich könnte mir gerade nichts Schöneres vorstellen, was ich nebenbei machen könnte.

Mittags mach ich auch schon wieder Feierabend, weil mein Sohn dann Schulschluss hat und seine Schule um die Ecke ist.

Wenn Zoé aus der Schule kommt, steht das Mittagessen auf dem Tisch.

Der Nachmittag eignet sich für Termine beim Zahnarzt oder Frisör (für die Kinder). Was halt so anliegt. Für den Blog gibt es garantiert auch noch was zu erledigen.

Um 17:30 Uhr fahre ich mit meiner Tochter zum Tanzen. Das ist von 18 – 19 Uhr und weil wir 17 km fahren, bleibe ich im Auto auf dem Parkplatz stehen. Zeit für einen Podcast oder eine Folge Netflix. Oder erledige den Einkauf im Drogeriemarkt.

Mittwoch

Mittwoch ist Markttag in Münster, manchmal treffe ich mich mit einer Freundin, alle 4 Wochen sitze ich beim Frisör. Heute bleibe ich  jedoch zu Hause, um meinen Ordnungstag für Morgen und einen Beitrag für einen Kunden fertig zu schreiben.

Für 8 Uhr hat sich die Firma angekündigt, die 1 x im Jahr unsere Heizungsanlage wartet. Deshalb habe ich mit dem Putzen gewartet, denn wenn die fertig sind, kann ich kurz die Treppe und das Badezimmer wischen.

Abends hat meine Tochter wieder Fußball, doch dann ist die andere Mutter mit dem Fahren dran. Ich bin seit 14:30 Uhr unterwegs, da ich eingeladen bin, um über „Stressfreie Weihnachten“ zu sprechen. Mittlerweile macht es mir nicht mehr so viel aus, vor vielen Menschen zu sprechen. Vor einigen Jahren wäre es noch mein Alptraum gewesen.

Zum Abendessen bin ich hoffentlich wieder zu Hause. Vielleicht bringe ich von unterwegs frische Brötchen mit und die Kinder erzählen mir dann von ihrem Tag, wenn wir zusammen in der Küche sitzen und essen.

Wenn ich Glück habe, dann kommt am Abend mein Freund vorbei. Da seine Töchter zu 50% bei ihm leben und er Jobtechnisch auch eingespannt ist, bleibt in der Woche wenig Zeit für uns. Da freue ich mich über jede Tasse Tee, die wir am Abend zusammen trinken können. Rotwein wäre mir heute vielleicht lieber, aber den Alkohol heben wir uns fürs Wochenende auf …

Meine Beispielwoche

Meine Beispielwoche – der Donnerstag

Wenn ich einen 2. Tag in der Woche im Geschäft stehe, dann ist das donnerstags. Bis 13 Uhr, weil ich dann wieder meinen Sohn + drei weitere Kinder von der Schule mitnehmen kann. Schade, dass Mütter kein Kilometergeld bekommen, dann müssten sie sich vielleicht weniger um ihre Rente sorgen.

Mehr Fahrdienst habe ich an diesem Tag aber nicht. Dies ist der einzige Tag in der Woche, an dem meine Tochter am Abend ‚frei‘ hat. All die Aktivitäten hat sie sich selber ausgesucht und sie liebt es. Sie war schon immer sehr sportlich, weshalb ich sie natürlich unterstütze. Aber wenn ich ehrlich bin, dann hoffe ich insgeheim, dass sie Fußball wieder an den Nagel hängt. Die viele Fahrerei kann schon ziemlich anstrengend. Zum Glück habe ich meinen Vater. Der übernimmt freitags oft den Fahrdienst, wenn es wieder zum Tanzen geht und ich beruflich unterwegs bin.

Meinen Vater treffe ich heute Abend in Münster. Zusammen mit meiner Mutter und meiner Schwester. Wir haben unseren Eltern zum Hochzeitstag einen Gutschein für gemeinsame Fotos geschenkt. Das wird vermutlich eine chaotische Nummer, da sich unsere Mutter auf den wenigsten Fotos gefällt und sowieso niemand so gut auf Fotos aussieht wie meine Schwester. Aber egal – Hauptsache Mama freut sich über neue Fotos.

Freitag

Dieser Freitag ist besonders schön. Ich habe 5 Frauen zum Frühstück eingeladen. Noch eine gemütliche Runde vor Weihnachten – so hatte ich es geplant.

Ich bin gerne Gastgeberin und liebe es, Menschen an meinem Tisch sitzen zu haben. Die Vorbereitungen für so ein Frühstück empfinde ich als herrlich entspannend und das anschließende Gequassel an meinem Tisch erfüllt mein Herz.

Wenn es um 13:40 Uhr für meine Tochter Mittagessen gibt,  ist der ganze Spuk schon wieder vorbei und alle Spuren beseitigt.

Um 15:10 Uhr geht es dann los zum Tanzen … Freitags dauert es 90 Minuten, sodass ich mich in der Zeit in ein Café setze und meinen Wochenglück-Rückblick schreibe, der am nächsten Tag online geht. Vorher erledige ich aber noch den Einkauf fürs Wochenende.

Mein liebster Freitagabend ist dann, wenn ich ihn mit meinem Freund verbringen kann. Doch heute treffe ich mich mit meiner Patentante, die übers Wochenende aus München da ist. Als kleines Mädchen habe ich sie angehimmelt und auch heute noch empfinde ich ihre Gegenwart als pure Inspiration. Von daher freue ich mich sehr auf unseren gemeinsamen Abend, da wir uns nur 2 oder 3 Mal im Jahr sehen.

Wochenende

Unseren Wochenenden sehen immer anders aus. Oft sammeln sich im Laufe der Woche Dinge, die erledigt werden müssen, für die dann das Wochenende genutzt wird. Mal ist es der Garten, heute fahre ich zum Wertstoffhof. Auch das Altglas muss noch weggebracht, die ein oder andere Maschine Wäsche gewaschen werden und um meine Buchhaltung muss ich mich garantiert auch wieder kümmern.

Alltagsgeschichten machen eben nicht vor dem Wochenende halt. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich die Auszeit bei meinem Freund so sehr mag. Bei ihm kann ich wirklich abschalten und fühle mich wie ein anderer Mensch. Einfach mal die Verantwortung ablegen, Kraft tanken. Aber da müssen wir noch eine Woche drauf warten, bis wir beide wieder kinderfrei haben.

Montag geht der Wecker dann wieder um 05:55 Uhr.

Was für ein Glück, dass die Weihnachtsferien vor der Tür stehen!

 

Alles Liebe

Denise

 

 

  • Petra von FrauGenial 11/12/2019 at 15:51

    Ein sehr interessanter Beitrag, deine Kinder sind ja wirklich richtig stark auf Achse. Kann manchmal deswegen auch anstregend sein. Aber schön, wenn sie sich für so vieles begeistern können! Ich hatte das Glück, dass die Musikschule unserer Tochter direkt um die Ecke bei uns ist. Mit dem Spritgeld wäre ich auch direkt dafür!

    • Gisela Ludwig 12/12/2019 at 15:22

      Liebe Denise,
      Ich erinnere mich noch sehr gut an deinen Artikel, in dem du verkündet hast deine Festeinstellung im Baumarkt aufzugeben.
      Das war für mich einer deiner besten Artikel überhaupt!!!
      Ich habe dir feste die Daumen gedrückt das es für dich so läuft wie du dir das wünscht.
      Somit freue ich mich heute unendlich für dich, das es (sicherlich NICHT immer leicht und unbeschwert) funktioniert selbstständig zu sein und davon dich und deine Kinder unterhalten zu können.
      Ich schätze deinen Blog sehr und folge dir auch MEGA – gern auf Instagram. Durch dich habe ich die letzten Jahre unendlich viel zum Thema Ordnung gelernt und umgesetzt!
      Gerne lese ich dafür auch den ein oder anderen Artikel der eben auch mal Werbung enthält. Gott sei Dank bin ich frei genug, dann im Stillen für mich entscheiden zu können, ob das für mich interessant ist oder eben nicht.

      Du bist eine echt Inspiration für mich (nicht nur auf die Ordnung bezogen ;-))!!!

      So, das musste ich jetzt mal los werden.

      Bitte mache weiter so und vielen herzlichen Dank, das du immer wieder Einblicke in dein privates Leben zulässt.
      … wie gesagt sehr, sehr inspirierend…

      Ich drücke dich mal unbekannterweise sehr fest und wünsche dir und deinen Lieben ein schönes Weihnachten!
      Liebe Grüße aus dem Schwabenland
      G.

      • fräulein | ordnung 12/12/2019 at 15:38

        Liebe Gisela,
        herzlichen Dank – von ganzem Herzen – für Deine lieben Worte.
        Das bedeutet mir sehr viel!

        Hab Du auch die schönste Weihnachtszeit
        Alles Liebe
        Denise

  • Andrea 11/12/2019 at 21:05

    Mmh, irgendwie gehen mir deine Kinder unter… Nicht ein Tag, wo du mal MIT ihnen etwas machst. Geschweige denn Mama-Time, also nur mit 1.
    Und dein Alltag klappt auch nur mit Großen.

    Alles Gute.

    • fräulein | ordnung 11/12/2019 at 22:11

      Besser nicht vorschnell urteilen!

      Nur weil ich es nicht explizit aufschreibe, heißt es nicht, dass ich NICHTS mit ihnen mache …

    • Stefanie 13/12/2019 at 13:30

      Liebe Andrea,
      warum nur?

      Warum urteilen wir Frauen über andere Frauen und machen uns gegenseitig damit das Leben schwer?

      Ich finde den Blog von Denise toll und inspirierend (da kann ich mich Gisela nur anschließen). Auch wenn es gar nicht mein Leben ist („normaler Bürojob“, glücklich verheiratet, 2 Eltern in Vollzeit).

      Wir geben doch unseren Kindern so viel mehr mit als „Mama-Time“. Die Kids merken, ob es uns gut geht. Sie genießen Strukturen und Ordnung und auch gemachte Frühstücksbrote (Ich musste lernen, dass das schon etwas besonderes ist – und war verwundert). Ebenso wichtig ist eine finanzielle Basis.

      Für den Einen ist es wichtig die Fahrdienste zu übernehmen – andere wollen das nicht und die Kinder müssen allein zu ihren Aktivitäten kommen. Jeder Mensch, jede Stadt, jede Lebenssituation ist verschieden! Aber wir Mütter müssen uns doch gegenseitig mit Ideen Inspirieren und nicht noch argwöhnisch beäugen und urteilen.

      Viele Grüße und vielen Dank liebe Denise für Deinen schönen Blog, Stefanie

  • Martina 11/12/2019 at 21:50

    Spannend! Du hast ja einiges um die Ohren und Langeweile kommt da bei Dir bestimmt nicht auf. Einen nine to five-Job könnte ich mir für Dich auch nicht vorstellen 😉

  • Katharina 12/12/2019 at 8:22

    Wow! Das ist eine schöne Woche, ich finde Du hast viel Zeit für Deine Kinder! Genieße das, es geht nicht allen so. Ich bin alleinerziehend und muss voll arbeiten: Immer von 8:30 – 16:30, dann schnell die kleine aus dem Hort holen und abends wenn sie schläft wuppe ich Haushalt und Organisatorisches. 7,5 Stunden Schlaf sind ein seltener Traum…

  • Antje 12/12/2019 at 11:51

    Was für ein entspanntes Leben….Ich würde als alleinerziehende Mutter von 3 Kindern und Vollzeit Berufstätig festangestellte ID Mitarbeiterin bei einer Versicherung 9-17 ,Mo.bis Fr. auch meinen Tag mit Yoga und warmen Frühstück beginnen….wahrscheinlich bin ich nur falsch strukturiert….Ich weiß es liegt an mir

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