Ordnung

Ordnungstag | Ordnung im Kinderzimmer

14/05/2020

Ordnung im Kinderzimmer

Heute habe ich keinen Text für Euch.

Denn wenn Ihr wollt, dass es im Kinderzimmer ordentlich ist, müsst Ihr erst einmal bei Euch selber anfangen. Wieso sollte Dein Kind Ordnung im Kinderzimmer halten, wenn in Deinen Schränken Chaos herrscht? Woher soll Dein Kind wissen, wie Ordnung funktioniert, wenn Du es ihm nicht vorlebst?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleiner Scherz

 

 

 

Natürlich habe ich heute ein bisschen Text für Euch und ich werde sogar einige Fragen beantworten. Aber das, was da oben steht, sind dennoch wichtige Anregungen!

Für viele Eltern ist das Kinderzimmer ein Ort des Grauens und Schreckens. Dabei ist dies das Zimmer, in dem sich Kinder frei entfalten können. Dann doch lieber im Kinderzimmer, als im Wohnzimmer, oder?

Wir müssen uns von der Vorstellung frei machen, dass es im Kinderzimmer aussieht wie in einer Ausgabe von schöner wohnen. Es ist unrealistisch und für die kindliche Entwicklung auch nicht sinnvoll. Kinder wollen und sollen spielen, sie sollen kreativ sein, sich in ihrer eigenen Welt verlieren können.

Der Sinn für Ordnung im Kinderzimmer, den muss man liebevoll mit auf den Weg geben.

Ordnung im Kinderzimmer

Zuviel Geschenke? Aber ich möchte meinem Kind doch eine Freude machen!

Sehr schön! Aber muss Freude immer mit Geschenken verknüpft werden?

Meine Freundin, deren Sohn gerade 7 Jahre alt geworden ist, wünscht sich grundsätzlich für ihren Sohn: ZEIT! Statt Geschenke, sollen wir ihm lieber eine Aktivität schenken. Sie ist so realistisch zu wissen, dass ihr Sohn ohnehin schon alles hat, was er braucht – wieso sollen Freunde und Familie noch mehr Dinge anschleppen?

Kinder freuen sich viel mehr über Zeit statt über Zeug (wenn davon schon so viel vorhanden ist). An einen Nachmittag Plätzchen backt oder zu einem Streichelzoo fahren kann so viel mehr bedeuten, als das 8. Feuerwehrauto . Es kommt nicht darauf an, wie wahnsinnig ausgefallen die Aktivität ist, sondern auf die Qualität der Zeit, die man miteinander verbringt.

Ordnung im Kinderzimmer

Wenn ich versuche mit meiner 4jährigen Tochter auszumisten haben wir am Ende genauso viel wie vorher. Sie kann alles noch gebrauchen und möchte nichts hergeben.

Mit 4 Jahren ist es schwierig, solche Entscheidungen zu treffen. Wieso sollte sie sich auch trennen? Woher soll sie wissen, dass es in ihrem Sinne ist, sich von defekten oder überflüssigen Dingen zu trennen?

Als meine Tochter 4 Jahre alt war, haben wir  gemeinsam aufgeräumt und spielerisch solche Themen aufgegriffen. Als Barbie z.B. ihr Bein verloren hat, habe ich gefragt, ob wir sie nicht wegwerfen könnten? Sie hätte ja noch drei Barbies und die, die noch beide Beine haben, seien doch viel schöner. Beim ersten Mal wollte sie die Barbie behalten (was ich akzeptiert habe!), einen Monat später hat sie sich dann doch für den Müll entschieden.

Wichtig ist, dass Kinder lernen, dass sie die Entscheidung in der Hand haben. Mit 8 oder 10 Jahren wird sowas dann einfacher, wenn man es oft genug zusammen geübt hat. Wenn Kinder aber das Gefühl haben, dass Mama oder Papa Dinge „einfach aussortieren, ohne zu fragen“ – dann haben sie kein Vertrauen und halten noch viel mehr an den Dingen fest.

Kinder immer mit einbeziehen!

Und geduldig sein!

Hier gibt es 6 Punkte zur Ordnung mit Kleinkindern.

Ordnung im Kinderzimmer

Ich würde mir Tipps zur Aufbewahrung von Bastelzeug (und am besten auch den Resultaten) wünschen. Meine Jungs produzieren täglich neues und wir schaffen es nicht die Utensilien und die neu entstandenen Dinge sinnvoll und ordentlich zu verstauen.

Schuhkartons eigenen sich hervorragend, um Stifte, Schere und Kleber aufzubewahren. Alle 1 – 2 Monate ausleeren, Stifte anspitzen, Wachsmalstift-Reste aussortieren. Fertig.

„Kunst vom Kind“  – bei drei Kindern kann ich mich noch gut daran erinnern, welche Flut das bedeuten kann. Die schreckliche Wahrheit? 2/3 aller Sachen sind bei uns in den Papiermüll gewandert. Nicht sofort, aber zeitnah. Das andere Drittel kam in eine Klarsichthülle und in den jeweiligen Ordner des Kindes. Das wurde eine Sammlung von den schönsten Bildern (an denen die Entwicklung bzw. die künstlerische Fähigkeit wunderbar festgehalten wurde) aber auch Klassenfotos, Urkunden und Zeitungsartikel wurden hier gesammelt. Ein großartiges Nachschlagewerk. Meine Kinder wussten immer, dass ich ihre Kunstwerke liebe, aber eben nur die schönsten aufbewahren konnte.

Für große, gebastelte Kunstwerke (Laternen, Tiere aus Pappmache, etc) empfehle ich: direkt ein Foto zur Erinnerung machen! Und spätestens, wenn es ausgeblichen oder zugestaubt ist: ab in den Müll damit. Ohne schlechtes Gewissen! Lieber mit der Freude darüber, dass das Kind einmal so etwas Tolles gebastelt hat.

Ordnung im Kinderzimmer

Meine Tochter ist 13. Ich räume schon immer mit ihr gemeinsam auf, aber alleine Ordnung halten, klappt bisher noch nicht. Sie lässt gefühlt alles einfach fallen…

Und was passiert dann?

Wo lässt sie alles fallen?

Wenn sie es im Wohnzimmer oder in der Küche tut: zurück pfeifen und freundlich darauf hinweisen, dass die Sachen mitgenommen werden müssen. Zieht das nicht, würde ich die Sachen einsammeln und erst wieder dann heraus rücken, wenn sie schriftlich verspricht, dass sich das Verhalten ändert.

Kommunikation ist alles! Aber bitte immer mit einem liebevollen Blick!

Wenn sie die Sachen allerdings in ihrem Zimmer fallen lässt – so what?

Es ist ihr Zimmer, oder?

Ich habe mit meinen Kindern (13 und 15) folgende Abmachung:

  • ihre Betten beziehen sie alleine
  • für die Ordnung im Kinderzimmer sind sie ebenfalls alleine verantwortlich
  • Teller und Gläser müssen innerhalb von 24 Stunden in die Küche zurückgebracht werden
  • was nicht im Wäschekorb liegt, wird von mir nicht gewaschen

Alles andere geht mich nichts an!

Sie sind alt genug und sie dürfen in ihrem Zimmer machen, was sie wollen.

Und was mich als Mutter stört, das spreche ich ganz klar an. Sie wissen, dass ich nicht ihr Dienstmädchen bin und so gibt es keine Schwierigkeiten.

Ordnung im Kinderzimmer

Meine aktuell größte Herausforderung ist die Kinderkleidung. Was der Großen zu klein ist, bewahre ich für die zwei Jahre jüngere Schwester auf. Dabei den Überblick zu behalten, wer was braucht, schon ausreichend hat und rechtzeitig günstig (ebay, Flohmarkt) zu kaufen… Irgendwie sieht es immer chaotisch aus.

Oh ja … eine organisatorische Herausforderung! Und oft tauchen Sachen zu spät wieder auf – dann passen sie dem zweiten Kind nicht mehr. Sehr ärgerlich.

Mein Tipp: Kartons zum Zwischenlagern besorgen (ich bin ein großer Fan von den durchsichtigen SAMLA Boxen von IKEA, mit Deckel). Dann eine Inventarliste schreiben – am besten nach Größen sortiert. Diese Liste wird auf den Deckel geklebt und kann für große Hilfe sorgen.

Ansonsten kann ich nur sagen: ES WIRD BESSER!

Es wird alles besser und leichter. Irgendwann geht diese Zeit vorüber. Dann müssen nicht mehr so viele Sachen gekauft werden und auch das Wohnzimmer wird irgendwann nicht mehr voll mit Kinderspielzeug sein. Jeder Zeit hat seine schöne Seiten und die Zeit mit kleinen Kindern ist eben eher nicht so ordentlich. Aber es gibt schlimmeres, oder?

Ordnung im Kinderzimmer

Wie begrenzt man die vielen Schätze etwas, damit das Kinderzimmer keiner Müllkippe gleicht?

Ganz wichtig: NIEMALS ALLES ZUR VERFÜGUNG STELLEN!

Wir haben Spielzeug immer thematisch in Kisten gepackt und diese wurden nur im Austausch vergeben. Sprich: wenn die Brio-bahn erwünscht war, dann musste die große Playmobil-Ritterburg abgebaut und zurückgepackt werden. Das klappt wunderbare und der schöne Nebeneffekt ist: Spielzeug, das 2 – 3 Monate im Abstellraum stand, wurde dann auf einmal wieder spannend.

Um Ordnung im Kinderzimmer zu schaffen,

kann es nie zu viele Kisten geben!

 

 

Ich hoffe, ich konnte Euch ein bisschen Inspiration liefern.

Nächste Woche wird es nur einen kurzen und knackigen Ordnungstag 8wegen Feiertag und so) geben. Mit einer einzigen Aufgabe für Euch …

 

Ordentliche Grüße

 

Denise

 

p.s ein dickes DANKE geht an meine Schwester, die mir die Fotos für den heutigen Beitrag zur Verfügung gestellt hat!

 

 

 

  • Claudia 14/05/2020 at 6:13

    Guten Morgen,

    Wie immer tolle Ideen, danke. Noch ein Tipp von einer Freundin, den ich seit kurzem auch anwende: gebastelte Dinge und Bilder fotografieren und ein Album daraus machen. Bei uns entsteht gerade eines zum Thema „Corona-Kunst“.

    Viele Grüße Claudia

    • fräulein | ordnung 14/05/2020 at 9:20

      Richtig so!
      Bei uns ist gerade ein Corona-Kochbuch entstanden 🙂 Alles, was ich neu ausprobiert habe und was für gut befunden wurde, habe ich in einem neu angelegten Heft geschrieben oder geklebt.

  • Stefanie Kohl 14/05/2020 at 11:12

    Ups, liebe Denise, jetzt bin ich aber kurz erschrocken, ich freue mich doch jede Woche auf Deine Ordnungsartikel.
    Danke für die vielen hilfreichen Tips! Durch dich wird es hier Woche für Woche ordentlicher 🙂

  • Nicole 14/05/2020 at 12:43

    Liebe Denise,
    auch, wenn das Thema Ordnung im Kinderzimmer nicht mehr mein Thema ist, finde ich deine Tipps sehr schön. Wir haben es immer ähnlich gehalten und es klappte meist ganz gut, haha.
    Das einzige, was bei uns noch eine Regel war: es musste immer eine Schneise zum Fenster und zum Bett frei bleiben. Und einmal in der Woche wurde komplett aufgeräumt.
    Liebe Grüße
    Nicole

    • fräulein | ordnung 14/05/2020 at 13:09

      Ich muss lachen – ja, diese Schneise war auch bei uns Bedingung!

  • Petra von FrauGenial 14/05/2020 at 14:39

    Also unsere Tochter hat meistens eher mit den Pappkartons der Barbie gespielt, statt mit den Barbies, weshalb irgendwann auch keine Barbies mehr gekauft wurden. Beim Aufräumen mit Ihr haben wir es immer spielerisch mit fairen Regeln eingebunden, war in vielen Situationen sehr hilfreich! Habe ich auch meiner Schwester empfohlen. Hilft Ihr gerade ungemein weiter.

  • Hannah 14/05/2020 at 17:44

    Liebe Denise,

    ich sag nur eins, dein Intro hat gesessen!

    Danke!

    Du hast es auf den Punkt gebracht.

    Grüße
    H

  • Nadine 16/05/2020 at 23:09

    Hallo,

    ich finde deine Tipps für Ordnung mit Kindern immer klasse, hilfreich und realistisch.
    Ich handhabe im Kindergarten und zuhause so, dass sie Kinder selbst entscheiden dürfen, welche Bilder sie aufheben wollen. Das sind dann ggf. nicht die schönsten, aber ich finde wichtiger, dass das Kind selbst entscheiden kann.
    Meinem Sohn, 4, habe ich von Anfang an klar gemacht, dass wir ab und zu was aussortieren, wenn immer wieder Neues reinkommt. Das hat total gut funktioniert, kann aber auch an der Persönlichkeit liegen. Hilfreich ist, dass wir mit begrenztem Raum arbeiten – wenn seine Regalfächer voll sind, muss aussortiert werden. So ein bisschen eine Abwandlung der 1 rein 1 raus Regel.
    Auch gibt es bei uns kein Druck, ich räume immer mit au, dann sind wir zu zweit sogar schneller fertig. Ich hatte früher kein gutes Verhältnis zum Ordnung halten, mittlerweile entspanne ich sogar dabei! Auch dank dir!
    LG Nadine

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