Ordnung

Woher kommen nur all diese Sachen?

16/01/2020

Kurz vor Weihnachten bekam ich wundervolle Leserpost. Der Brief steckt voller Inspiration und Motivation, das möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Woher kommen all diese Sachen?

Von eingestaubten Fahrrädern, Bilderrahmen und Übertöpfen

Liebe Denise,

mit Begeisterung lese ich Deine Beiträge. Ich bin von Haus aus ein ordentlicher Mensch und bin nicht unbedingt anfällig für „Krimskrams“ 😉 Umso überraschter war ich, als ich im August umgezogen bin.

Während ich schon Wochen vorher Kisten und Kartons gepackt habe, war ich jedes Mal aufs Neue erstaunt: Woher kommen nur all diese Sachen?

Ich hatte nur eine kleine 2-Zimmer-Wohnung und beim Ausmisten dachte ich des Öfteren an das Märchen vom süßen Brei – irgendwie hört es einfach nicht auf. Obwohl ich immer wieder zwischendurch „tabula rasa“ mache und mich von Unnützem und nicht mehr Gebrauchtem trenne.

Ich wollte den Umzug nutzen und mich von Altem und vergangenem trennen. Wie z. B. von meinem Fahrrad, welches ich mir zur Geburt meines Sohnes gekauft hatte, weil es so stabil und komfortabel war. Das Kind ist mittlerweile 24 und das Fahrrad staubte im Keller vor sich hin.

Kurzerhand stellte ich es mit den längst ausgedienten Inlinern an die Straße mit einem Zettel „zu verschenken“. Ich freute mich wie Bolle, als ich sah, wer die Sachen mitnahm – ich hatte jemandem, der es gebrauchen konnte, ganz beiläufig etwas Gutes getan. Und das fühlt sich toll an!

So landeten auch vier Stühle, diverse Bilderrahmen, ein Blumenübertopf  im Hof und wechselten ganz unproblematisch den Besitzer.

Woher kommen all diese Sachen

Bücher brachte ich in öffentliche Bücherregale; was kaputt war, landete im Müll; intakte (für mich überflüssig gewordene) Kleingeräte brachte ich zum Wertstoffhof, wo der nette Herr sagte: „bitte da drüben hinstellen, wenn die Sachen noch funktionieren“ und sonstiges wie z.B. Schuhe und Kleidung hab ich einem 2nd hand Kaufhaus gespendet, welches Langzeitarbeitslose beschäftigt.

Je mehr ich weggab und entsorgte,

desto besser und leichter fühlte ich mich!

Ich fasste den festen Vorsatz in Zukunft noch mehr darauf zu achten, was  und warum ich einkaufe! Als ich den Artikel über die Konsumruhe las, hab ich beschlossen, Vorräte aufzubrauchen. In der Küche, im Bad, in der Kartenkiste, in der Geschenketruhe, beim Geschenkpapier etc.

Im Bad haben sich etliche Cremes, Shampoos, Duschgels usw. angesammelt und ich habe beschlossen, erst wieder Neues zu kaufen, wenn alles (auch das vom letzten Adventskalender!) aufgebraucht ist.

Für Weihnachten hab ich mit dem, was ich habe dekoriert und für die Weihnachtspost kaufe ich keine neuen Karten, sondern „verbrauche“ die, die da sind. So mache ich es auch mit Geschenkpapier und Geschenken.

Man glaubt gar nicht, was sich so alles ansammelt mit der Zeit … woher kommen all diese Sachen?

In diesem Jahr gibt es für meinen Mann einen („verpackungsarmen und müllfreien“) Adventskalender zum Vorlesen – jeden Tag 10 Minuten gemeinsame Zeit mit Kerzenschein und Tee, vorausgesetzt, ich bin noch nicht im Bett, wenn er von der Arbeit kommt 🙂 Im neuen Jahr kann man den Kalender wiederverwerten und z.B. Karten basteln, Notizbücher einbinden etc.

Am Sonntag habe ich meine drei fleißigsten Umzugshelferinnen zum Advents-Frühstück in das wunderschönes „Blumencafe´“ eingeladen. Ich freue mich auf ein weihnachtlich geschmücktes Cafe´ und gemeinsame Zeit mit meinen Lieblings-Freundinnen. Denn gemeinsame Zeit ist doch das schönste Geschenk!

Alles Liebe

Ute

Woher kommen all diese Sachen

Wie oft fragst Du Dich, woher all diese Sachen kommen?

Auch ich habe vergangenen Sonntag damit verbracht, die Schränke in unserem Abstellraum zu durchforsten und auszusortieren. Ein Haufen Klamotten ist zu eBay Kleinanzeigen gewandert – eine Aufgabe, die ich immer gerne vor mir herschiebe.

Ich habe mich nicht wirklich gefragt, woher all die Sachen kommen, da ich gedanklich schon seit vielen Jahren immer wieder einen eventuellen Umzug im Kopf durchgehe (und mich immer wieder frage: „Würde ich dieses Teil mitnehmen, wenn ich nur noch 50 qm zur Verfügung hätte?“, aber auch ich habe wieder gespürt:

Je mehr ich weggebe und entsorge,

desto besser und leichter fühlte ich mich!

In welchem Bereich möchtest Du Dich gerne leichter fühlen?

Was kannst Du heute erledigen, damit Du der Leichtigkeit etwas näher kommst?

 

Ordentliche Grüße

Denise

 

p.s. diese Woche habe ich einen tollen Beitrag gelesen: Reduzierter Konsum wirkt sich positiv auf die Psyche aus. Konsumverzicht erhöht Zufriedenheit!

 

 

 

 

  • Ilse 16/01/2020 at 7:36

    Liebe Denise,
    die Zeilen von Sabine kenn ich nur zu gut, danke! Habe diese Woche auch wieder so einiges losgelassen.
    Dann war ich von deiner Kleidertauschparty (hast du über Instagram angefragt) total angetan, bin auf die Suche gegangen und habe mich für nächsten Freitag – in Wien – gleich angemeldet, bin schon sehr gespannt.
    Über die 2 Fragen werde ich noch nachdecken.
    Alles Liebe Ilse

    • fräulein | ordnung 16/01/2020 at 7:57

      Wie wunderbar! Das freut mich sehr. Viel Freude beim Kleidertausch.

  • Heike 16/01/2020 at 9:26

    Liebe Denise,
    wie recht Deine leserin und Du doch habt. Mir geht es mit immer weniger auch immer besser und ich versuche auch, Konsumruhe zu wahren und Dinge aufzubrauchen.
    Schwierig finde ich aber, dass vor allem mein Mann ein echter Sammler und Jäger ist. und oft hat er recht, dass man das ein oder andere dann wieder Erwarten doch noch gerbrauche kann (wenn man handwerklich geschickt und ein wenig kreativ ist).

    Das ist ja dann auch eine Form von nachhaltigkeit.

    Mal sehen, wohin diese Reise uns noch weiter führt!

  • Rebekka 16/01/2020 at 9:36

    Ich bin jemand, die sich prinzipiell gut von Dingen trennen kann – es sei denn, es sind gute oder noch unngelesene Bücher, aber solange alle noch in mein Bücherregal passen, akzeptiere ich das so. Im letzten Jahr ist viel passiert in meinem Leben, viele Krankenhausaufenhthalte von mir und meiner Tochter, Einschnitte, Entscheidungen. Es war ein unglaublich anstrengendes Jahr und ich habe glaub ich kein einziges Mal etwas bewusst aussortiert. Nach nur einem Jahr rächt sich das. Verstärkt wurde das dadurch, dass ich die Ordnung in meinen Schubladen und Schränken komplett auf den Kopf stellte, weil ich manchmal vor lauter Erschöpfung einfach alles, was rumlag , nur noch irgendwo reingestopft habe. Jetzt sind da 5 Flaschen Bodylotion – obwohl ich davon eigentlich ganz weg und statt dessen, wie schon für mein Gesicht, nur noch Kokosöl benutzen wollte. Dinge, die ich so oft gesucht und am unpassendsten Ort wiederfinde. Es macht mich wahnsinnig! Ich gehe nun, nach Möglichkeit täglich, eine Schublade, ein Fach, ein Kleinmöbel o.ä. durch, sortiere aus, organisiere, putze gründlich und hoffe, so allmählich wieder dem Chaos Herrin zu werden. Da ich kein Auto habe, ist die Entsorgung nicht immer einfach. Aber da ich mit dem einfach an die Straße stellen auch schon gute Erfahrungen gemacht habe, werde ich das nun am Wochenende machen, so oft trockenes Wetter ist und die Reste mitnehmen, wenn ich mal wieder in die Stadt radle (was ich allerdings OP-bedingt die nächsten 6 Wochen nicht darf) und im Laden der Caritas abgeben.
    Am liebsten würde ich morgen wieder alles ordentlich und organisiert haben, aber das lange gewachsene Chaos löst sich leider nicht in nur zwei Tagen auf.

  • Angela 16/01/2020 at 15:23

    Waschküche, check 😉

    Liebe Grüße

    Angela

  • Löser Michaela 16/01/2020 at 15:30

    Toller Beitrag und spricht mir aus dem Herzen. Ich finde auch, dass sich mit weniger Besitz auch eine seelische Leichtigkeit einstellt.
    Liebe Grüße Michaela

  • Pit 17/01/2020 at 8:30

    Schöner Artikel!
    Vor ein paar Tagen habe ich auch mal ausgemistet. Man soll wirklich nicht glauben, was sich im Laufe der Zeit ansammelt und Platz wegnimmt. Ich habe dann einen Garagenflohmarkt veranstaltet. Lief ganz gut. Es gibt viele Menschen die Gegenstände aus zweiter Hand gut gebrauchen können.

    Zuerst habe ich ja daran gedacht auch Mutti abzugeben. Mir fiel aber rechtzeitig ein, dass ich mir das Essen dann selber kochen muss. (Obwohl, mehr Platz wäre dann ja im Haus gewesen.) 🙂

  • Nessie 17/01/2020 at 13:28

    Ich weiss nicht, ob das jetzt wirklich hierher gehoert (falls nicht bitte loeschen!), aber viele kennen das doch mit den angebrochenen Shampooflaschen oder Conditionerflascher… Man benutzt das Produkt nicht (mehr), egal aus welchen Gruenden, aber wegwerfen moechte man es auch nicht, ist ja noch 3/4 voll und hat Geld gekostet… Was ich schon ganz lange mache ist, ich putze mein Bad damit. Jawohl. Mit Shampoo und Conditioner (immer nur eines, nicht wie bei Haaren hintereinanderweg lol) reinigen Fliesen, Badewannen, Waschbecken, Armaturen, Toiletten von innen und aussen ganz wunderbar (und haeufig duftet das Bad danach auch noch ganz toll 🙂 Ist auch nicht schlechter als ein agressiver Reiniger und alles glaenzt und blitzt!

  • Smaragd0504 18/01/2020 at 12:15

    Liebes Fräulein Ordnung
    dieser Beitrag hat mir gerade gut getan. Ich beginne am 3.2. 2020 wieder zu arbeiten nach 20 Jahren Familienpause, ich habe 11 Monate gesucht und 40 Bewerbungsschreiben verfasst. Ich freue mich sehr darauf und habe mir überlegt was ich mit meinem 1. Gehalt so alles kaufen könnte, den diesen will ich einfach nur für mich brauchen.
    Aber auf einmal wurde mir klar, dass ich gar nicht noch mehr Gedöns brauche, kein Ikea-Kissen mehr und Kerzen doch schon genug habe.
    Nun habe ich 10 Freudinnen, die mir im letzten Jahr beigestanden haben (mein Mann wurde auch noch krebskrank…), zum Brunch in ein Kaffee eingeladen, viel nachhaltiger und es werden hoffenlich lustige Stunden und Erinnerungen geschaffen.
    Dank sei dem Internet und Fräulein Ordnung!
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Silvie

    • fräulein | ordnung 18/01/2020 at 13:20

      Mir geht das Herz auf!
      Herzlichen Dank für Deine Worte und alles Gute für Dich, den neuen Job und natürlich für deinen Mann!

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