Ordnung

Aufräumen und Ordnung mit kleinen Kindern

08/07/2021

Das Dilemma mit der Ordnung

Liebe Denise

Ich lese schon lange deinen Blog und bewundere dich sehr für deine tolle Ordnung und Struktur in deinem Leben und deinem Haushalt. Ich bin 36 Jahre alt und habe zwei Jungs im Alter von 3,5 und 5 Jahren und ich liebe es, wenn es ordentlich und schön aufgeräumt ist; leider bin ich nicht gerade ein Organisationstalent darin und etwas chaotisch. Ordnung und Struktur im Haushalt habe ich leider auch in meinem Elternhaus nicht gelernt. Meine Mutter hat immer versucht alles ordentlich zu halten, hat es aber aus Zeitgründen nicht geschafft.

Nun befinde ich mich bedauerlicherweise fast in der gleichen Situation, obwohl ich den ganzen Tag zu Hause bin. Ich finde einfach keinen roten Faden im Haushalt. Ständig hinke ich damit hinterher … sei es bei der Wäsche, beim Aufräumen, putzen etc. Ich habe schon oft mit Putzplänen angefangen und damit wieder aufgehört.

Ich würde mir so wünschen, dass du mir einen guten Tipp geben könntest, wie ich das Chaos endlich in den Griff bekomme. So gerne hätte ich endlich einen aufgeräumten Haushalt und nicht immer das Gefühl, noch 100 Dinge erledigen zu müssen.

Zeit für die Kinder

Außerdem wollte ich immer als Mutter viel Zeit mit meinen Kindern verbringen (weil das bei mir früher leider auch nicht so war). Nun aber weiß ich nicht einmal wann ich mit ihnen spielen soll und wenn ich es tue, höre ich nach kurzer Zeit wieder auf, weil mich der Berg Wäsche, die dreckigen Fenster oder sonst was so nervt. Ich kann mich manchmal auch gar nicht richtig motivieren, obwohl ich innerlich fast verplatze weil mich das Chaos so nervt.

Mein Mann hat einen anspruchsvollen Job und lange Arbeitstage. Wir genießen es, wenn wir dann am Abend Zeit zusammen haben und dann sollte der Haushalt auch erledigt sein. Leider ist der nicht so gut organisierte Haushalt auch immer ein Diskussionsthema bei uns.

Puhhh … vielleicht hast du ein paar wenige Tipps für mich, wie ich endlich Struktur in das Ganze bringe und so wieder meinen Wunsch nach mehr Zeit mit den Kindern auch in die Realität umsetzen kann. Ich wäre dir sehr, sehr dankbar!

Ich schicke dir ganz liebe Grüsse aus der Schweiz! Herzlichen Dank für deine Inspiration!
Bleib gesund und ich freue mich auf viele weitere Beiträge von dir!

Ganz liebe Grüsse, Petra

Aufräumen

Aufräumen und Ordnung mit kleinen Kindern

Liebe Petra,

das Dilemma kennen sicherlich viele, deshalb teile ich heute meine Antwort auf diesem Wege.

Zuallererst: als meine Kinder 3,5 und 5 Jahre alt waren, sah es bei uns noch ganz anders aus als heute! Mit kleinen Kindern ist es nie so ordentlich, wie man sich das vielleicht wünscht. Auch heute noch (meine Kids sind 14 1/2 und fast 17) genieße ich es, wenn sie – wie aktuell – im Urlaub sind! Wenn es Abends noch genauso ordentlich ist wie am Morgen, weil ich die einzige zu Hause bin und nur halb so viel Aufräumen muss.

ABER: mit dem bisschen Unordnung im Alltag kann ich zu 95 % gut umgehen, denn es zeigt mir, dass wir HIER LEBEN!

Ordnung mit kleinen Kindern bedeutet letztendlich, das Chaos so gut es geht in den Griff zu bekommen und sich von der Vorstellung zu lösen, dass man jemals wieder so lebt wie vorher. 

 

Putzpläne

Wer mit Putzplänen zurechtkommt – super.

Wer davon überfordert ist – ich kann es nachvollziehen! Mich würden Putzpläne auch mehr stressen, als dass sie mich wirklich weiterbringen. Was ich aber immer empfehlen würde ist, einen persönlichen 5-Punkte-Plan entwerfen.

Welche 5 Punkte möchtest Du pro Woche im Haushalt schaffen?

Was ist Dir wirklich wichtig?

Zum Beispiel:

  • Ordnung im Flur schaffen – Montags
  • Badezimmer putzen – Dienstags
  • Betten beziehen – alle 14 Tage Sonntags
  • Küche Aufräumen – jeden Abend
  • Staubsaugen – jeden Morgen

Das dient der groben Orientierung und man kann beliebig Aufgaben ergänzen – je nach Kapazität.

Auch eine Möglichkeit:

  • Samstagvormittag 2 Stunden in den Haushalt investieren (und dabei ab und zu eins der Fenster mit einplanen) – und den Nachmittag für die Familie reservieren.
  • In der Woche, nach dem Mittagessen 1/2 Stunde für die Wäsche einplanen – dann aber ab auf den Spielplatz.
  • Jeden Morgen und jeden Abend jeweils 15 Minuten eine Aufräumrunde drehen – und dann entspannt über das hinwegsehen, was liegen bleibt.

Mehr dazu findest Du in meinem Beitrag Haushaltsroutine | Ideen für tägliche Aufgaben

Einen guten Tipp

Du hast mich nach einem guten Tipp gefragt.

Gibt es überhaupt diesen einen guten Tipp?

Jede Menge guter Tipps findest Du in diesen Beiträgen:

6 Regeln, um Schritt für Schritt Ordnung zu schaffen.

Geheimnisse für ein sauberes Zuhause 

Zeitersparnis in der Haushaltsführung 

 

Als meine Kinder klein waren, gab es bei uns zwei Regeln:

  1. Abends wird das Wohnzimmer aufgeräumt! Spielzeug kam immer in einen Korb, der neben dem Sofa stand. Es war mir wichtig, dass wir Eltern am Abend nicht im Chaos der Kinder sitzen mussten.
  2. An Regentagen wurden die Kinderzimmer aufgeräumt. Die Zeit haben wir sinnvoll genutzt, gemeinsam sortiert und dabei geredet. So haben sie gelernt, wie man Ordnung schafft und machen es heute alleine.

Ich habe immer versucht, mir keinen Stress zu machen!

Klar stand ich manchmal verzweifelt im Zimmer, nachdem Besuch zum Spielen da war und gefühlt ALLES an Spielzeug auf dem Boden verteilt lag. Es war zum Haare raufen. ABER: die Kinder hatten einen schönen Nachmittag – und ich konnte mit meiner Freundin Kaffee trinken. Rückblickend hatten wir eine tolle Zeit und nein – dafür muss nicht immer alles blitzeblank sein!

(irgendwann bin ich dazu übergegangen und habe 1/2 Stunde vor Spielende zum gemeinsamen Aufräumen aufgerufen. Wurde im Kindergarten nicht anders praktiziert, also warum nicht auch zu Hause so umsetzen?)

 

Nächste Woche gibt es einen Gastbeitrag, der zufälligerweise eine wunderbare Ergänzung zu diesem Thema ist, da geht es dann um Zeitmanagement für Mamas!

 

Ordentliche Grüße

Denise

 

 

  • Lis 08/07/2021 at 13:13

    Hallo Denise, hallo Petra,

    wie immer ein interessanter Beitrag. Da kann ich gut etwas zu sagen: ich habe zwei Söhne im Alter von 4 und 6 Jahren, der Mann arbeitet Vollzeit und ich 30 Stunden während die Jungs in der Kita sind. Wir haben ein kleines Haus mit Garten. Mein heißer Tipp: Grundstruktur und weniger ist mehr. Wir haben von allem ausreichend, aber nicht übermäßig: z.B. Kleidung, Küchenutensilien und Spielzeug. Wenn etwas Neues kommt, muss etwas Altes gehen. Jeden Abend räumen wir das Wohnzimmer auf und die Kindersachen in den dafür vorgesehenen Schrankteil. Ihre Kinderzimmer müssen abends begehbar sein vom Bett zum Fenster und zur Tür, Gebautes darf natürlich auch mal stehen bleiben. Einmal die Woche kommt uns die Reinigungskraft 3 Stunden zur Hilfe. Am Abend vorher werden die Kinderzimmer aufgeräumt, wobei wir den Jungs immer (gerne) helfen. Auch schön ist der Staubsaugroboter, der dazu führt, dass die Jungs abends das Wohnzimmer wirklich aufräumen wollen. Der Roboter fährt jeden Abend im Wohnzimmer, Flur, Küche und Gäste-WC, da wird alles, was noch auf dem Boden rumliegt dann (theoretisch) weggesaugt. Bei Sachen wie der Wäsche und der Spülmaschine lasse ich sie helfen, sortieren, Sockenfinden, nehme sie mit zum Kickern in den Keller und räume das Vorratsregal auf, etc. Dadurch, dass wir von allem nicht viel haben und eine Grundordnung herrscht, geht das alles noch so nebenbei. Was ich am aufwendigsten finde ist das Thema regelmäßiges Aussortieren: Die Post sortieren und abheften, die Kindermalereien Sortieren und die Schönsten aufheben, Fotos ablegen, Kinderspielzeug und -kleidung aussortieren (mit den Kindern). Dann die Entscheidung: Was ist für den Müll? Was kann gespendet werden? Was kann verkauft werden? Hier ist mein Ansatz „einfach machen“. Ich verbringe auch mal einen Abend im Keller und programmiere auch um 22 Uhr mal eine Waschmaschine vor. Aber das tue ich für mich, weil ich mich wohler fühle, wenn unser Zuhause ordentlich ist. Es kann aber ebenso vorkommen, dass hier jemand mal keine sauberen Socken mehr hat, dann ziehe ich das Wäschewaschen vor und entscheide, ob ich doch noch 2 Paar kaufe. In den letzten Jahren wurde mir immer bewusster, dass alles, was ich ins Haus trage, auch eine Belastung sein kann. Es muss gepflegt werden, geputzt, ggf. repariert und entsorgt werden. Seitdem bin ich ein kleiner Türsteher, der nicht alles wahllos reinlässt. Auch Geschenke für die Kinder spreche ich am liebsten ab, selber verschenke ich entweder etwas Gewünschtes oder etwas sich verbrauchendes. Bei uns steht jetzt eine größere Umräumaktion des Kinderzimmers des Großen an, er kommt in die Schule. Dafür habe ich geplant, dass die Jungs einen Tag bei meinen Eltern sind. Dann können der Papa und ich das Zimmer herrichten, aussortieren, aufbauen und danach noch etwas Schönes zusammen machen. Dann ist es gleich viel angenehmer 🙂
    Viele Grüße

    • Maren 28/07/2021 at 10:06

      Ich finde, da sind ganz tolle Gedanken dabei! Gerade, was das Hereinlassen neuer Dinge anbelangt. Wir haben drei Kinder und zwar ein Haus, aber ohne Keller, Dach oder Gartenhütte. Damit können wir nicht viel „lagern“, was auch hilfreich ist. Am anstrengendsten finde ich das ständig laufende Geschäft, z.B. Arztrechnungen kopieren, einreichen, abheften etc., Hobbysachen der Kinder, die ständig gelüftet, gewaschen werden müssen. Wir haben für jedes Kind einen Korb an der Treppe stehen. Da kommen ihre Sachen rein, die mich im Elternbereich stören. Abends nehmen sie den Korb mit nach oben. In den Zimmern mische ich mich nur selten ein, weil zwei der Kinder schon größer sind. Abends muss der Esstisch sauber sein, ebenso im Flur alles parat stehen, was wir morgens brauchen. Jeden Tag läuft durchschnittlich eine Wäsche durch, damit kein Berg entsteht. Das Festerputzen haben wir ausgelagert und lassen jemanden kommen. Damit kommen wir so halbwegs klar. LG

  • Nicole 08/07/2021 at 14:51

    Liebe Petra,

    als ich eben deinen Brief gelesen habe, achte ich den hätte ich selbst vor 1-2 Jahren verfasst haben können.
    Ich bin ein sehr unstrukturierter Mensch und genau dieser Punkt lässt es nicht zu, dass ich hier Ordnung schaffe.
    Mir hat es sehr geholfen ein Bujo (einfach mal googeln) anzufangen und mir dort eine Prioritäten vor Augen zu führen.
    Ich bin zwar noch nicht beim Sollzustand angekommen, aber ich bin ihm schon sehr viel näher!

    Liebe Grüße,
    Nicole

  • Debi 08/07/2021 at 16:31

    …oh ja, das kenne ich zu gut. Bei uns haben Aufbewahrungsboxen (mit Fotos drauf, was rein gehört) geholfen für die Spielsachen und rigoroses ausmisten. Danach am Ball bleiben und alle 6Mt die Kindersachen durchgehen, was wird bespielt/gebraucht, was kann weg…

  • Ilka 08/07/2021 at 20:10

    Macht euch nicht so viel Stress. Wenn ich jemanden mit Kindern besuche, rechne ich fest mit etwas Chaos.
    Eine gute Bekannte meinte mal, „Tagesziel ist: alle haben überlebt“.
    LG Ilka

  • Tina 09/07/2021 at 14:06

    Was hier noch gar nicht erwähnt wurde: die Kinder mithelfen lassen. Ich hatte z.B für meine im Kleinkindalter einen Mini-Wäscheständer, wo dann die Kinder Socken aufhängen konnten. Auch beim Ausräumen der Spülmaschine können sie teilweise helfen. Oder den Flur fegen mit einem Kinderbesen. Zusammen Schuhe putzen. Staubwischen lassen.Beim Bettenmachen lustige Spiele machen. Gemeinsam Gemüse schnipseln. Das Altpapier rausbringen und aus einer alten Verpackung danach vielleicht noch was zusammen basteln. Es gibt so vieles! Dauert natürlich alles länger, aber die Kinder haben in dem Alter wirklich Spaß daran und lernen für’s Leben! Ich hatte damals das Buch „Kinder fördern im Alltag“ mit vielen netten Anregungen das ist allerdings leider nur noch gebraucht zu bekommen (oder in der Bücherei?)

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