Kleiderschrank Ordnung

Mein Kleiderschrank im Herbst und Winter

17/10/2019

Nachdem ich es im Frühjahr nicht geschafft habe, ein Sommer-Update über meinen Kleiderschrank zu schreiben, kommt heute die Umstellung von Sommer auf Herbst inklusive einiger Fragen, die mir hierzu gestellt wurden.

Mein Kleiderschrank im Herbst

“Wie viel Kleidung besitzt Du tatsächlich?“

Vermutlich zu viel, um noch als Minimalist durchzugehen. Und dann wieder: deutlich weniger als viele Frauen, die ich kenne. In den letzten zwei Jahren ist ein bisschen was dazu gekommen, weil sich meine Bedürfnisse verändert haben. Was aber geblieben ist, ist meine Grenze von 30 Kleiderbügeln. Bedeutet: ich habe niemals mehr als 30 Kleiderbügel in meinem Kleiderschrank hängen, denn das ist mein persönliches Indiz für einen überschaubaren Inhalt.

„Wie findet man zu seinem Stil? Sollte man ihn vorher genau definieren?“

Bei mir war es ein schleichender Prozess. Mit den Jahren wusste ich immer besser, was mir steht und worin ich mich wirklich wohlfühle. Wem so etwas schwerfällt, sollte in eine Stil- oder Imageberatung investieren. Einmal zu wissen, welche Farben und Schnitte einem stehen ist Gold wert und verhindert Fehlkäufe.

Fräulein Ordnung

Was macht man mit Kleidung der Kategorie „Passt mit 2, 3 Kilo weniger wieder!?“

Diese Frage ist für mich schwer zu beantworten, da ich das Problem nicht habe. Zum einen weiß ich gar nicht, wann ich 2 Kilo mehr oder weniger wiege, da ich keine Wage besitze (seit dem ich die aussortiert habe, ist mein Leben um einiges leichte geworden!) und zum anderen, nun, Kleider und Strumpfhosen passen einfach immer. Vielleicht ist das deshalb mein liebstes Outfit im Herbst und Winter?

Wenn ich allerdings merke, dass eine Hose nicht mehr richtig sitzt oder eine Bluse spannt, dann würde ich sie in die Kiste legen, die unten im Schrank steht. In einem halben Jahr würde ich noch einmal gucken und dann entscheiden, ob es sich lohnt diese aufzubewahren?

Wie realistischst ist es, dass diese Sachen irgendwann wieder passen?

Oft bewahren Frauen völlig unrealistische Kleidergrößen in ihrem Schrank auf und machen sich damit selber unglücklich. Immer wieder die Erinnerung daran, dass man hier nicht mehr reinpasst … wie frustrierend.

Zwischenlagern ist ok, aber irgendwann sollte man einsehen, das man aus gewissen Sachen raus gewachsen ist.

Kleiderschrank im HerbstWie finde ich qualitativ hochwertige Kleidung, nachhaltig produziert?

Eine Expertin für Fair Fashion bin ich nicht, aber wer ein bisschen googled, findet eines schönes Angebot. Besonders die Produkte von ARMEDANGELS finde ich ansprechend. Mittlerweile gibt es in vielen Städten Geschäfte mit einem passenden Angebot – Buy local!

Mein nachhaltigster Weg ist, meine Klamotten so lange zu tragen, wie es nur geht und die Finger von billigen Artikeln zu lassen, die ohnehin keine Chance haben, in die Kategorie Lieblingsklamotten zu landen. Für mich ist Qualität wichtiger als Quantität. So besitze ich seit mehr als drei Jahren eine Jeanshose, die 160 € gekostet hat und somit jeden Cent wert war, weil ich sie trage und trage und trage. Sie wurde zudem in Europa hergestellt und ist damit nachhaltiger als so manch andere Hose.

Kleiderschrank

Sortierst Du nach Farben oder anderen Kriterien?

Ich sortiere immer und alles, so bin ich einfach programmiert. Dabei bin ich aber nicht extrem oder verbissen, es muss für mich persönlich Sinn ergeben. Also hängen Oberteile zusammen (farblich sortiert) – daneben die Kleider. Auch in der Schublade habe ich zwischen dunkel und hell sortiert.

Wichtig ist, dass man alles im Blick hat. Finden statt Suchen!

An meinem Kleiderast hängen übrigens immer Sachen, die ich nur einen Tag oder ein paar Stunden anhatte und die noch nicht in die Wäsche müssen. Oder aber ich hänge hier die Sachen hin, die ich in der nächsten Woche mitnehmen möchte, wenn ich unterwegs bin.

Kleiderast

Wie oft probierst Du Sachen bzw. Kombinationen an um zu wissen, ob Dir etwas fehlt bzw. was Du brauchst?

In meinem Schrank hängen zwei Wollkleider, die nicht mehr ganz schön sind. Das eine ist verwaschen, dass andere hat einen Fleck, der nicht mehr rausgeht. Mit diesen Kleidern würde ich mich nicht in ein Café setzen, doch fürs Homeoffice sind sie völlig ok. Ich fühle mich wohl in ihnen und wenn es draußen regnet, sind sie das perfekte Outfit am Schreibtisch.

Kleiderschrank Frl Ordnung

Für diese Kleider brauche ich früher oder später einen Ersatz und so halte ich die Augen auf. Vielleicht finde ich was Schönes, wenn ich nächste Woche mit meiner Tochter durch Norwich laufe, vielleicht sehe ich aber auch ein Kleid, wenn ich online irgendwo stöbere. Wenn ich dann einen guten Ersatz gefunden habe, fällt es mir leichter, mich von einem der alten Kleider zu trennen.

So mache ich das auch mit dem Rest meiner Sachen. Ich habe alles, was ich brauche. Doch sobald eins meiner Basic-Shirts einen Fleck oder ein Loch hat, werden sie ersetzt.

Ist die Strickjacke nach drei Winter nicht mehr in Form, dann kaufe ich eine neue.

So ersetze ich immer das, was ich ohnehin immer trage und bleibe meinem Stil treu.

Zum Thema „Noch gut genug?“ habe ich H I E R mal einen Beitrag geschrieben!

Kleiderschrank im Herbst

Gibt es Nachteile bei einer Capsule Wardrobe?

Ich wüsste nicht, welche Nachteile es haben könnte, wenn ich einen übersichtlichen Schrankinhalt habe und mir Fehlkäufe verkneife.

Bei mir ist es eher ein anderes Problem: ich finde alle meine Sachen so toll, dass ich mich oft nicht entscheiden kann, wenn etwas Wichtiges anliegt. In welchem Outfit gefalle ich mir am besten? Und welches davon packe ich nun ein, wenn ich unterwegs bin?

Für mich hat ein Capsule Wardrobe nur Vorteile.

Mein Kleiderschrank im Herbst und Winter sieht natürlich etwas anders aus, als im Sommer. Dann habe ich mehr Kleider und Röcke, mehr Farben und auch Muster. Im Winter ist es irgendwie noch unkomplizierter.

Kleiderschrank im Herbst und Winter

Meine Basics

„Wie oder mit welchem Teil würdest du anfangen, wenn du Dir eine komplett neue und hochwertige Grundgarderobe zulegen müsstest aber Dein Budget dazu eingeschränkt ist?“

Dies is meine persönliche Grundausstattung

  • Basic-Shirts in weiß und schwarz
  • gut sitzende Jeans – die beste, die Du finden kannst
  • ein Cardigan
  • ein Blazer
  • Sneaker
  • schlichte Stiefeletten
  • ein Kleid
  • ein Rock
  • ein schönes Tuch

Basic-Shirts und Kleider kaufe ich gerne bei Esprit, einige Teile kommen von COS, Unterhemden und Strumpfhosen kaufe ich bei H&M und meine liebste Jeans ist von Adenauer & Co. Marken sind mir nicht wichtig, ich kaufe einfach das, was mich überzeugt. So habe ich zwei Strickjacken von Benetton, aber auch eine mit Cashmere von White Stuff.

Wichtigster Tipp: nicht zu viel auf einmal kaufen!

Lieber ausgewählte Teile nach und nach kaufen, sich daran gewöhnen und dann sehen, was noch fehlt.

Kleiderschrank im Herbst

Capsule Wardrobe

Eine gute Capsule Wardrobe besteht aus zwanzig bis vierzig Teilen, von Schuhen bis zu Oberbekleidung. Diese Anzahl enthält keine Accessoires, Unterwäsche und Sportkleidung. Ausgenommen sind auch Kleidungsstücke für besondere Anlässe.

H i e r  gibt es meinen Weg zur Capsule Wardrobe.

Mein Kleiderschrank im Herbst und Winter umfasst folgende Kleidungsstücke:

  • 4 Pullover (die ich nur wenig trage)
  • 6 Oberteile mit langen Armen in weiß und geringelt
  • 6 weiße Shirts mit kurzen Armen
  • 6 schwarze Oberteile
  • 3 Strickjacken (2 x grau, 1 x braun)
  • 3 lange Strichjacken (1 x grau,  1 x blau, 1 x rosa)
  • 8 Kleider
  • 8 Hemden | Blusen
  • 3 Jeans
  • 1 schwarze Hose
  • 1 blaue Hose
  • 2 Röcke

Einige der Oberteile, die in meinem Kleiderschrank hängen, trage ich nur zu bestimmten Tagen oder Anlässen. Sie gehören somit nicht zu meiner Grundausstattung, hängen aber trotzdem hier, damit ich sie im Blick habe.

Capsule Wardrobe
Von der Kommode zum Kleiderschrank und zurück

Oktober 2015 habe ich all meine Klamotten gezeigt, die damals ausschließlich in der Kommode und am Kleiderast zu finden waren. Seit dem hat sich ein bisschen was verändert, z.B habe ich farbige Teile aussortiert und mich auf weiß, blau, grau und schwarz konzentriert. Diese Farbauswahl und der Zuwachs an Kleidern machen es mir im Alltag noch leichter.

Kommode

Zwischendurch war alles in einem Kleiderschrank, nun aber ist die Kommode wieder aktiviert und das gefällt mir eindeutig besser. Auf der linken Seite des Schrankes lagern im Moment Jacken und Kleider, die gerade keine Saison haben. Wenn ich irgendwann hier ausziehe, wird der Kleiderschrank nicht mitkommen, im Moment nutze ich aber den Platz, den ich habe.

„Wo und wie lagerst Du Unterwäsche?“

Meine Unterwäsche liegt ganz unspektakulär in der Schublade.

Unterwäsche

So sieht also mein Kleiderschrank im Herbst und Winter aus und ich hoffe, ich konnte Euch ein bisschen Inspiration mitgeben.

 

Ordentliche Grüße

Denise

 

10 Kommentare

  • Antworten Anja 17/10/2019 at 14:01

    Liebe Denise,

    ich liebe solche Posts, vielen Dank! Eine solch kuratierte Garderobe wäre auch mein Wunsch. Noch hat es aber nicht ganz geklappt… Ich arbeite dran. 😉

    Viele Grüße
    Anja

  • Antworten Ariane 17/10/2019 at 15:54

    Ich bin gerade schwanger und ich genieße es richtig nur wenig Auswahl zu haben, weil meine Garderobe gerade sehr eingeschränkt ist, da sieht man wieder, mit wie wenig man eigentlich auskommt. Wenn das Baby dann da ist und ich wieder in meine alten Sachen passe (oder auch nicht 🙄 😅) werde ich die Gelegenheit nutzen gewaltig auszusortieren.

  • Antworten Susanne 18/10/2019 at 11:40

    Liebe Denise,
    vielen Dank für diesen Post. Dann werde ich erst einmal in ein paar richtig gute Basics investieren. 😉 Meine Kinder sind mittlerweileso groß, dass ich keine spielplatztauglichen Sachen mehr brauche und jetzt habe ich Lust, meinen Stil ein wenig zu verändern. Ich finde es so schön, dass es deinen Blog gibt und freue mich immer darauf, hier bei dir zu lesen.
    Liebe Grüße aus Bayern,
    Susanne

  • Antworten Petra von Fraugenial 18/10/2019 at 11:50

    Mit den 30 Kleiderbügeln finde ich eine richtig gute Idee, und sollte mir auch überlegen, wie viele Kleiderbügel ich mich darauf fokussieren soll. Erst letztens hat sich ein Fehlkauf eingeschlichen und die Umtauschfrist leider überschritten. Ich kaufe meistens auch mehr Qualität statt Quantität.

  • Antworten Barbara 20/10/2019 at 19:28

    Hallo Denise , ein schöner Post , und sehr interessant wie immer. Ich habe mittlerweile auch aussortiert aufgrund Passform, da ich etwas mehr bauchträgerin geworden bin. Allerdings nur mit deinen Farben wäre mir , glaube ich für mich mit meinem silbergrau melierten Haar zu trist ?! Ich ziehe gerne Pullover an , eine Hose oder ein Rock dazu oder Kleid , allerdings keine Blusen, ist mir zu kalt. Als ich noch braun gefärbte Haare hatte war ich immer ein Herbsttyp , jetzt bin ich komischerweise dunkler Sommer also kühl . Da weiß ich manchmal mit den Farben nicht so recht. Aber ich wollte noch fragen wieviel Schuhe du hast . Und wenn man älter wird, geht schwarz auch nicht unbedingt. Ich mag allerdings silbergrau. Ich mag deinen Blog . LG

  • Antworten Helena 22/10/2019 at 14:24

    …und warum liegt in deiner Schublade ein Paar Jeans mit der Innenseite nach außen ((((STUDIER)))?

    • Antworten fräulein | ordnung 22/10/2019 at 17:15

      Weil ich meine Jeanshosen (und eigentlich auch alles andere) immer auf links wasche. Das schützt die Kleidungsstücke!

  • Antworten Claudia 25/10/2019 at 13:54

    Liebe Denise,
    danke für die Inspiration.
    Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe dachte ich mir, hey das ist ja eigentlich das was ich unbewusst letzten Sommer praktiziert habe. Mir war nicht klar, dass das System, mit dem ich mich sehr wohl gefühlt habe einen Namen hat. Seit einigen Tagen überlege ich mir jetzt schon wie ich das Zufriedene-Klamotten-Gefühl aufs ganze Jahr übertragen kann, ob ich zu dem Schritt bereit bin, in welche Richtung es für mich gehen soll. Gestern habe ich dann den großen Schritt gewagt und habe meinen Kleiderschrank um mindestens 50% erleichtert. Alles was ich seit Jahren nicht getragen habe, in dem ich mich nicht wohl gefühlt habe, was kaputt war oder zu klein durfte gehen. Die Kleidung, welche danach übrig blieb wurde schön eingeräumt, nach Farben und Kategorien sortiert. Ich dachte eigentlich ich hätte fast nichts zum Anziehen, aber da lag ich sehr falsch. Ich habe jetzt einen Schrank „voll“ (obwohl er ziemlich leer ist) mit Kleidern die ich alle anziehen kann! Erst jetzt habe ich einen Überblick über alle meine Möglichkeiten. Bis zur richtigen Capsule Wardrobe ist noch ein weiter Weg, aber ich habe Zeit!
    Ich kann nicht an meinem Schrank vorbeigehen, ohne einen Blick rein zu werfen (mit einem riesen großen Grinsen auf dem Gesicht). Ich danke dir aus vollem Herzen.
    Liebe Grüße
    Claudia

  • Antworten Uschi 05/11/2019 at 14:14

    Liebe Denise,

    wenn ich die Teile in deinem Herbstschrank richtig addiert habe, kommst du also auf 51 Teile.
    Das beruhigt mich total. Ich dachte immer, ich hab noch immer Zuviel.
    Ich habe erst jetzt bei dir gelesen, das ein capsule wardrope zwischen 20 und 40 Teile umfasst. (Ich vermute mal, das ist für das ganze Jahr gemeint).
    In meinem Kleiderschrank komme ich auf 44 Teile. Pro Jahreszeit wohlgemerkt. Also das ganze mal 3.
    (Frühjahr/Herbst, Sommer, Winter). Dann umfasst mein capsule wardrope 132 Teile, aber das ist soooo viel weniger als vorher. Und das wichtigste: ich ziehe alles an. Und mit 40 Teilen für das ganze Jahr möchte ich auch nicht auskommen müssen. Ich trage im Winter doch ganz andere Sachen als im Sommer. Pullover, dicke Jacken, … alleine, wenn ich an die Schuhe denke.
    Ich habe im Jänner 2010 begonnen mit der Ausmisterei. Da habe ich meinen Schrank um ein Viertel reduziert.
    Wow, ist eigentlich schon wieder ganz schön lange her. Man wird ja eigentlich auch nie fertig damit. Immer wieder scheiden Teile aus, neue kommen dazu. Aber ich achte immer darauf, daß es nicht wieder mehr wird.
    Und so, wie auch Claudia schreibt, wenn ich meinen Schrank aufmache, habe ich auch immer ein breites Grinsen aufgesetzt. Bin eben total stolz auf meine Ordnung. Vorbei die Zeiten, wo man Sachen gefunden hat, wo man gar nicht mehr wußte, daß man sie hat. Ich muss dazu sagen, ich bin da gesegnet. Als mein Mann und ich unser Haus gebaut haben, hab ich einen eigenen Kleiderschrank bekommen, in dem man alles aufhängen kann. Da lässt sich natürlich leicht Ordnung halten.

    Ich freu mich schon auf Deinen nächsten Artikel!

    Liebe Grüße, Uschi

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